Maaßen ohne Ende- wie der Staat den Rechtsruck befeuert.

 

Die Entwicklung im Fall Maaßen ist bedenklich. Vor allen Dingen deswegen, da sie die Glaubwürdigkeit der Politik und der Bundesregierung massiv untergräbt. Ein Kommentar. Weiterlesen „Maaßen ohne Ende- wie der Staat den Rechtsruck befeuert.“

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Freiräume retten – Clubkultur schützen

Pressemitteilung IG LiveKommbinat

„Übergabe der Petition zum Schutz der Clubkultur“

Leipzig. Vor 3 Wochen hatte die Interessengemeinschaft LiveKommbinat (IG LiveKomm) als Vertreter der Livemusikspieltstätten in Leipzig eine neue Petition gestartet, um Freiräume und Clubkultur in Leipzig zu schützen. In nur 3 Wochen kamen so bislang 4500 Unterschriften digital zusammen und weitere 1000 Unterschriften analog. Im Ergebnis 5500 Unterschriften, die von der Stadt fordern, dass diese sich für die Umsetzung des mittels Bürgerbeteiligung entstandenen Bebauungskonzept für den ehemaligen Freiladebahnhof Eutritzsch und damit für den Erhalt des So&So einsetzt. Weiterlesen „Freiräume retten – Clubkultur schützen“

Fehler, in eigener Sachen oder Probleme mit RB Leipzig ist unpolitisch um jeden Preis.

Das ich sicher nicht der größte RB Leipzig Fan auf Erden bin ist hinreichend bekannt. Ich stehe dem Verein aus verschiedenen Gründen mit einer gewissen Distanz gegenüber und nicht nur deswegen weil ich ursprünglich LOK Leipzig Fan war und dem Verein nach wie vor wohlwollend gegenüberstehe, auch wenn ich inzwischen Vereinsmitglied des Roten Stern Leipzig bin sondern auch aufgrund der Marketingidee des Vereins.
Am Wochenende liessen mehrere Nachrichten mich aufhorchen.

Zum einen, dass der Verein nach einer Studie, zitiert im kreuzer – Das Leipzig Magazin, der Bundesligaverein mit den meisten rechten Fans sei und zum anderen die Aussage, dass der Verein sich nicht vor jeden Karren spannen lasse wolle, wie der Trainer äußerte und damit die Ablehnung begründete warum der Verein keine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben tragen werde, wie dies etwa bei Wolfsburg der Fall ist.
Der Verein hält einen klaren keine Politik im Stadion Kurs. Dies bewog mich zu folgenden Tweet:

„Das der Trainer von @DieRotenBullen keine Spielführerbinde in Regenbogenfarben will, weil man sich nicht vor jeden Karren spannen lassen will, zeigt das der Verein zunehmend ein rechtes Problem hat. #RBLeipzig #nonazis“

Es folgte was folgen musste: ein Shitstorm. Auf der Seite von anomynous.ru wurde ich als Ökofaschist verunglimpft, der alle Fans als Nazis bezeichnet hätte. Die Seite wurde vielfach geteilt. Eine Einordnung erfolgte nicht.

Der Rotebrauseblogger notierte dazu: „Die Reaktionen unter seinem Ursprungstweet verwiesen aber in ihrer teilweisen Hässlichkeit und Aggressivität auch auf ganz grundlegende Probleme in Sachen Toleranz- und Argumentationskultur.“

Auch auf Facebook teilten mehrere Seiten dankbar den Tweet um aggressiv Stimmung zu machen. Angefangen bei der rechtsextremen Seite „Thügida/Wir lieben Sachsen“, die auch an den Aufmärschen in Chemnitz und Köthen beteiligt war, bis hin zum Zwickauer AfD Politiker Przybylla.

An dem social media Shitstorm beteiligte sich neben ausdrücklich rechtsextremen Seiten auch der Leipziger CDU Politiker Ansbert Maciejewski, immerhin Fraktionsgeschäftsführer. Unter seinem diesbezüglichen Post waren auch mehrere ausdrückliche Beleidigungen, wie die das ich etwa ein „Dummbrot“ sei. Eine Reaktion erfolgte darauf nicht, außer dass Maciejewski eine Beleidigungen von Broten sah. Eine seltsame Entgleisung eines Lokalpolitikers einer demokratischen Partei, die aber stellvertretend für die Verrohung der Sitten ist.

Man kann sich über den Ausgangstweet, der mitnichten irgendjemanden zu Nazis erklärte, aufregen und das ganze kritisieren. Beleidigungen sind keine Form der Auseinandersetzungen.

Dass ich den Tweet später relativierte,

Zur Klarstellung: meine Kritik an war überzogen und undifferenziert. Ich finde die Aussage, dass der Verein um jeden Preis unpolitisch sein will problematisch. Deswegen ist der Verein aber noch nicht Rechts.

mich entschuldigte und deutlich machte, dass ich die Haltung des Vereins unpolitisch um jeden Preis sein zu wollen kritisch finde, der Verein deswegen aber noch nicht rechts ist, wurde von den meisten nicht mehr zur Kenntnis genommen. Die Bestätigung der eigenen Annahme und der Applaus des Mobs, schienen auszureichen. Oder anders gesagt: Fakten interessieren micht nicht, ich hab mir mein Bild schon gemacht.

In einer Zeit, wo wir auf der Straße das offene in Frage stellen der gesellschaftlichen Grundwerte der Demokratie erleben, reicht es eben nicht aus zu sagen, dass man mit Politik nichts zu tun haben wolle. Gerade Sportvereine haben eine gesellschaftliche Verantwortung und das allgemeine Eintreten für die Grundwerte der Demokratie ist das Minimum, dass man jedem Verein abverlangen kann. Etliche Bundesligavereine wie Dortmund, Bremen, Frankfurt, Wolfsburg zeigen dabei immer wieder klare Kante für Demokratie.
Gerade sächsische Vereine stehen dabei unter besonderer Beobachtung. Und gerade vom einzigen ostdeutschen Bundesligaklub, sofern man es so sehen will, kann man in diesen Zeiten eine positive Vorbildwirkung erwarten. Leipziger Vereine wie LOK Leipzig, die BSG Chemie sind dort wesentlich weiter.

Abermals der Rotebrauseblogger: „Erst vor diesem Hintergrund wird die ‚keine Politik im Stadion‘-Linie von Ralf Rangnick problematisch. Weil ihr die alltägliche Entsprechung fehlt, in der Stadt wahrnehmbar für eine weltoffene, partizipative Idee zu stehen. Dann nimmt man aber auch in Kauf, dass einem nicht unwesentlich auch Menschen für ’no politics‘ zujubeln, die froh sind, überhaupt nicht mit Themen wie Rassismus, Homophobie, Antisemitismus in Kontakt kommen zu müssen, weil sie sich davon generell belästigt fühlen.

Ohne davon auszugehen, dass die gesellschaftliche Verankerung eines Vereins ein Allheilmittel zur Lösung der Probleme der Welt wäre und auch trotz Wissen, dass ein Verein seine verbindende Funktion schlicht auch über den Kick selbst bezieht, bleibt halt eine Vernetzung mit Stadtgesellschaft und eine Sichtbarkeit in dieser als Zeichen für die nachhaltige Positionen eines Vereins wichtig (auch im Sinne einer Grenzziehung Richtung eigene Fans). Die Parole ‚Politik hat im Stadion nichts zu suchen‘ mag das Bedürfnis nach Konfliktfreiheit befriedigen, ist aber in ihrer Signalwirkung (mal jenseits einer rigideren Spieltagspraxis) weiterhin wenig hilfreich.“

Was bleibt ist ein Verein, der lieber unpolitisch sein sill als sich klar für die Grundwerte der Demokratie auch im Stadion auszusprechen und etliche rechte, für die mein undifferenzierter Tweet anlass war um erneut Stimmung gegen „Ökofaschisten“ zu machen. Damit wird deutlich die gesellschaftliche Stimmung macht auch vor dem Stadiontor nicht halt.

Ich halte es daher mit den Schwabenballisten, die fordern, dass der Verein an der Seite derjenigen stehe, die sich für die demokratischen Grundwerte einsetzen

Pressemitteilung IG Livekommbinat „Freiräume erhalten – Clubkultur schützen“

Leipzig. Am Sonnabend den 15.09.2018 beginnt ab 14 Uhr Johannisplatz die große Freiraum Demonstration, organisiert von der IG Livekommbinat. Diese zieht sich über den Augustusplatz über die Richard- Wagner Platz und Katharinenstraße zum Marktplatz, wo die Zwischenkundgebung stattfinden wird. Später endet der Zug am Leuschnerplatz mit einer Abschlusskundgebung bis 22 Uhr. Die Demo, die insbesondere von der Leipziger Clubszene ausgeht, wird mit 5 Lautsprecherwägen begleitet. Jeder dieser Wagen repräsentiert einen Club und auch ein Festival ist mit vertreten. Musikalisch wird jeder Wagen von Künstler_innen bespielt, die der jeweiligen Institution nahe stehen. Weiterlesen „Pressemitteilung IG Livekommbinat „Freiräume erhalten – Clubkultur schützen““

Sprache – Warum die Haushaltsdebatte im Bundestag so nicht funktioniert

Sprache

Nach der Haushaltsdebatte im Bundestag wird viel über die Auseinandersetzung mit der AfD gesprochen und die SPD bisweilen für ihr kämpferisches Auftreten gelobt.

Ich bin allerdings nicht völlig glücklich. Meines Erachtens wird ein Fehler begangen, der der AfD im Ergebnis helfen könnte. Weiterlesen „Sprache – Warum die Haushaltsdebatte im Bundestag so nicht funktioniert“

Typologie des nach rechts drängenden sächsischen Menschen

Gastbeitrag von Wolfgang Wetzel, Zwickau, Sozialarbeiter

Es sind unfertige Gedanken. Es hat mit meinen Alltagsbeobachtungen einer politisch nach rechts rückenden Gesellschaft und ihren einzelnen Akteuren zu tun. Ich beobachte das Verhalten meiner Mitmenschen – im realen Alltagsleben oder gemäß dem, was ich über sie lesen und hören kann. Im zweiten Fall sind immer Vorsicht, Zurückhaltung und Medienkompetenz geboten: Hat der betreffende Mensch das wirklich so gesagt, oder ist es eine Meinung, eine Interpretation, eine Bewertung, die über ihn verbreitet wird? Weiterlesen „Typologie des nach rechts drängenden sächsischen Menschen“

Der Tag, 12.09.2018 Nachrichten

Der Tag kurz und bündig zusammengefasst:
 
Die AfD redet in der Haushaltsdebatte nur über Flüchtlinge und wird ua von der SPD als rechtsradikal bezeichnet, was ziemlich genau zutrifft und verlässt daraufhin den Raum. Aushalten von Kritik geht anders. Oder wer austeilt muss auch einstecken können. Einstecken kann die AfD auch allerdings nur ihre Diäten. Herzlichen Glückwunsch dazu.
Aber so können sie immerhin rumopfern. Jedenfalls sollte jetzt auch dem letzten klar werden, dass die AfD nicht ernsthaft an der Lösung gesellschaftlicher Probleme wie Pflege, Miete, etc. interessiert ist.
Dazu sagen sie nämlich nichts. Können sie nicht, wollen sie nicht, interessiert sie nicht. Mit einer Hommage an Big Lebowski und den Worten von Walter, die ich hier auf die AfD anwende: „Man kann über den Faschismus sagen, was man will – an Grundsätzen fehlt es nicht.“
 
Das Oberverwaltungsgericht Bautzen kippt das Fahrradverbot auf dem Leipziger Innenstadtring, was einige Besorgte sofort dazu animiert von Fanatikern zu schreiben und die berechtigte Frage aufzuwerfen, ob ich nicht wahnsinnig bin. Bin ich. Fragerunde beendet.
 
Und dieser komische Politprofessor aus Dresden Patzelt, fühlt sich in seinem Ego so verletzt, dass er die falsche Behauptung in einem Artikel der Huffington Post aufstellt:
 
„Vom kleinen Grünen Kasek bis zum großen Dichter Böhmermann animierte Pfahlers Text zum Verbreiten falscher Behauptungen.”
 
Patzelt ist also so gekränkt, dass er der große, weltbekannte, einzig wahre Apologet des Untergangs es nötig hat mich mit dem Wort „klein“ zu beschreiben und in einem Atemzug mit Böhmermann nennt.
 
Ich kommentiere das mit der mir eigenen Größe mit slowclaps Mister.
 
War noch was?
 
Ja, Seehofer ist jetzt auch bei diesem Twitter, dass eigentlich schon genauso lange tot ist wie Facebook und versucht im #Neuland der deutsche Trump zu sein. Passende jugendkompatible Überschrift im Boulevardstyle: „Gammelfleischsskandal im Neuland, Bundesinnenminister dreht den swag auf.“
 
Ich geh jetzt schlafen.