Großes Mieter*innentreffen am 09.05.

Anbei gesichert die Pressemitteilung von Leipzig für Alle zum Treffen heute
Leipzig. Nach der ersten großen Mieter*innendemonstration in Leipzig, an
der bis zu 1400 Menschen teilnahmen, findet am 09.05. um 19 Uhr im
Pögehaus Leipzig, Hedwigstr. 20, das nächste Initiativtreffen statt.
Gemeinsam mit Betroffenen und Interessierten soll erörtert werden, wie
es weitergehen kann.

„Die Debatte über Verdrängung in Leipzig hat weiter Fahrt aufgenommen.
Immer deutlicher wird, dass wir in Leipzig inzwischen ein massives
Problem aufgrund von Mietsteigerungen und Verdrängungseffekten haben.
Immer mehr Menschen leiden unter der Entwicklung am Wohnungsmarkt.
Die Demonstration hat einen Teil dieser Problematik beleuchtet und ins
öffentliche Bewusstsein getragen. Nun geht es darum die nächsten
Schritte zu tun, Betroffene miteinander zu vernetzen und gemeinsam zu
diskutieren, wie es weitergehen kann und weitergehen muss.“, so eine
Sprecherin der Initiative.

Auch wenn die Vergleichsmieten in Leipzig im Bundesvergleich immer noch
überschaubar scheinen, ist klar, dass bezahlbarer Wohnraum in Leipzig
ein Luxusgut ist und die Problematik auch den Mittelstand erreicht hat.

Dabei sind Fälle, wie im Leipziger Westen, wo noch bewohnte Häuser als
unvermietet weiterverkauft werden oder Fälle, wo mittels rechtswidriger
Maßnahmen (defekte Heizungen, abgehangene Fenster, Unterbrechung der
Stromversorgung) versucht wird, Mieter loszuwerden, bei weitem keine
Seltenheit mehr.

„Wir brauchen mehr Druck und eine öffentliche Debatte darüber, in
welcher Stadt wir zukünftig leben wollen. Darüber möchten wir in einer
offenen Runde mit allen Menschen diskutieren.“

 

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Hai frisst Hai – Warum der Fall Karstadt Beachtung verdient.

Karstadt in Leipzigs Innenstadt soll weichen. Der Eigentümer fordert eine Mieterhöhung von knapp 70 % und der Betreiber will sie nicht zahlen. Was droht ist die Schließung und der Verlust von 400 Arbeitsplätzen.

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Das ist allen Dingen gewidmet, an die ihr geglaubt habt- Leipzig ist schön gewesen.

Nackte Zahlen. Nackte Zahlen machen keine Angst, sind abstrakt. Was bedeuten schon Zahlen.

In den letzten Jahren sind die Grundstückspreise explodiert. Allein im letzten Jahr im Schnitt um 70%. Wohnungen verkommen zu Spekulationsobjekten.70%. Wohnungen verkommen zu Spekulationsobjekten. Die Entmietung Jahnallee 14 etwa, in den letzten Jahren mit 4 Eigentümerwechseln. Menschen sind da egal. Die Stadt boomt, die Preise explodieren und einige wenige profitieren. Globaler Kapitalismus zum anfassen und miterleben, mit all seinen Folgen.

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Zur Kritik an den steigenden ÖPNV Preisen in Leipzig

Im August sollen abermals die Preise im ÖPNV in Leipzig steigen auf dann 2,70 €.

Damit setzt sich der kontinuierliche Anstieg seit Jahren fort. Es ist eine paradoxe Entwicklung. Einerseits wird darüber diskutiert, den ÖPNV attraktiver zu machen um mehr Menschen dazu zu motivieren auf ihr Auto zu verzichten, andererseits wird an der Preisschaube gedreht. Dabei ist gerade vor dem Hintergrund des begrenzten Platzes in einer Stadt und auch der Diskussion von Feinstaub und Stickstoffdioxid die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs notwendig.

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Befreit die Städte vom Zwang zum Auto

Lebensqualität und Mobilität schließen sich nicht aus

Ein Beitrag rund um die Mobilitätsdebatte in den wachsenden Städten von Volker Holzendorf und Jürgen Kasek.

Eine Streitschrift.

Die Städte wachsen. Mit dem Wachsen der Städte nehmen dabei auch deren Probleme zu. Neben sozialräumlichen Segregationsprozessen wird auch der Kampf um den öffentlichen Raum immer erbitterter geführt. Luftverschmutzung, Lärmprobleme, Unfälle sind die Folge einer Politik, die den öffentlichen Raum in erster Linie als Transitraum versteht, in dem der Individualverkehr mit dem Auto dominiert.

Nicht zuletzt die Belastung der Bevölkerung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid belegen, dass die moderne Gesellschaft damit an ihre Grenzen stößt. Einerseits ist die Wohnzufriedenheit dort besonders groß, wo vor der Haustür Grün und Ruhe überwiegen, andererseits können viele nicht auf ihr eigenes Auto verzichten – ein Dilemma, zwischen Individueller Freiheit und Allgemeinen Gütern wie sauberer Luft und Klimaschutz.

Die Autoindustrie macht es sich hier einfach: An Stelle der Diesel- oder Benzinbetriebenen Autos tritt dann als Lösungsansatz der Elektroantrieb. Dieser ist allerdings nur lokal emissionsfrei und löst somit das Klimaschutzproblem nicht umfassend, sofern nicht gleichzeitig eine Energiewende auf erneuerbare Energien eingeleitet wird. So notwendig diese Übergangstechnik auch ist, wird verkannt, dass Autos unabhängig ihrer Antriebsart – insbesondere in Städten – auch ein Platzproblem darstellen: It’s the size, not (only) the engine, stupid!

Zugeparkte Fußwege und die Dominanz des ruhenden Verkehrs machen die Städte zu Orten mit niedriger Aufenthaltsqualität.

Während andere Nationen, das Problem bereits erkannt haben wird in Deutschland immer noch am Auto als des vermeintlich „deutschen liebstes Kind“ festgehalten.

Es ist Zeit radikal umzudenken.

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Gentrifizierung Leipzig- eine Intervention

Demonstration: Recht auf Stadt

Datum 20.04.

Vorab: Treffen am  07.03. um 20 Uhr im Interim

zur Beteiligung sind alle Aufgerufen. Bringt euch ein.

Leipzig ist eine der am dynamischsten wachsenden Städte Deutschlands. Damit einhergehend hat der Druck auf den Immobilienmarkt seit 2011 kontinuierlich zugenommen und dazu geführt, dass der Wohnungsmarkt inzwischen angespannt ist. In der Folge steigen die Mieten rasant. Die Anzahl von Modernisierungsankündigungen und Mieterhöhungen ist ebenso exponentiell gestiegen wie die Zwangsräumungen. In rasanter Geschwindigkeit wird die Stadt umgestaltet. Zwar gelten Kaltmieten von 12 -14 € pro Quadratmeter im Vergleich mit anderen Großstädten noch als moderat. Dabei wird aber oft vergessen, dass das Einkommensniveau in Leipzig deutlich tiefer ist. In einer Situation, in der mehr als 30 % des Einkommens für die Miete aufgewendet werden müssen, steht die Stadtbevölkerung vor einem Problem, dass wirklich nur noch durch beherztes politisches Eingreifen zu bewältigen ist.

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