Straßennamen – die modernen Bilderstürmer.

Es wird lauthals Zeter und Mordio geschrien. Die Grünen, so vermelden es die Medien wollen alte Straßennamen auf dem Altar der „politischen Korrektheit“ opfern.

Man spricht von „moderner Bilderstürmerei“. Fürchtet um die „Identität“, die an den Straßen hängt und erst die Kosten und überhaupt und ob es nicht wichtigere Probleme gebe.

Fragen und Antworten zu einem Aufregerthema.

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Aus Recht und Gesetz- G20, Nachwirkungen.

Das G20 2017 Desaster ist immer noch nicht komplett aufgearbeitet. Immer noch laufen etliche Strafverfahren. Und man wird den Eindruck einer politisch arbeitenden Justiz nicht komplett los.

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In Zeiten der untergehenden Sonne über Verrohung reden

 

Ein Bericht aus den Meinungsbunkern der Republik.
Oder warum der sehr ehrenwerte Rechtsanwalt Hannig Morgen von mir vor Gericht gezwungen wird.

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Hanau: Worüber wir reden müssen.


Was wir wissen:

In der hessischen Stadt Hanau werden insgesamt 9 Menschen erschossen. Tatorte sind 2 Shishabars. Später findet die Polizei, in einer Wohnung, zwei weitere tote Personen. Eine von beiden – der mutmaßliche Täter.
Kurz danach taucht sowohl ein Youtube Video als auch ein 27- seitiges Manifest des Täters auf, aus dem ein geschlossen rassistisches Weltbild hervorgeht, dass davon spricht das ganze Völker „ausgelöscht“ werden müssen.

Was folgt sind Beileidsbekundungen und immer wieder die These des „psych.“ verwirrten „Einzeltäters“.

Was wirklich folgen müsste….

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Bürgermeisterwahl Leipzig, zweite Runde.

warum ich schweren Herzens OBM Jung wähle

In reichlich zwei Wochen findet die zweite Runde der Oberbürgermeisterwahl in Leipzig statt. Die Kandidaten von Grünen und DIE LINKE haben zurückgezogen, die Kandidatin der Partei auch. Alle 3 Frauen wohlgemerkt rufen mehr oder weniger direkt zur Wahl des Amtsinhabers Burkhard Jung auf.

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Abschied vom Winter

Abschied

In dem Land meiner Jugend, lag im Februar Schnee. Manchmal schneite es sogar schon zu meinem Geburtstag und das auch im Tiefland. Dick eingemumelt, ohne die ganzen modischen Funktionsjacken, die heute vorzugsweise Menschen tragen, die Outdoor für eine Modemarke halten, gingen wir zur Schule oder Uni. Manchmal waren wir auch rodeln oder bauten uns eigene Eisbahnen, sehr zum Leid der Mitmenschen, die zufällig den Bereich queren mussten. Weiterlesen „Abschied vom Winter“

Immer wieder Montags oder warum der Protest gegen PEGIDA auf einmal anschlussfähig ist.

Immer wieder NO PEGIDA (weil es ennervierend ist).

Lesehinweis: Dieser Text kann Spuren von Satire und bitterbösen Zynismus enthalten.

Heute ist Montag. Also jener Tag, der von zahlreichen Menschen mit liebgewonnenen Memes über die Schrecklichkeit des ersten Tages der Woche bedacht wird und man sich wortreich darüber auslässt, dass nun ja, eben Montag ist, der hoffentlich schnell vergehen möge.

In Dresden der Stadt, in der gefühlt immer Montag ist, seitdem dort Pegida aufschlug (ich weiß ich tue jetzt furchtbar vielen Menschen unrecht), ist heute auch Montag. Das auch in Dresden Montags Montag ist, ist keine furchtbar aufregende Nachricht. Vielmehr bewegt sich das Ganze im Rahmen des Erwartbaren.

Aber Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, die größer sind als der ewige Dresdner Montag, an dem heute zum 200. mal ewig entrüstete und zutiefst von sich selbst und über alles andere besorgte Menschen, unter der Leitung eines notorisch Kriminellen, ihre Runde ziehen. Die Besorgten, die ja im Kern „gutwillig besorgt“ sind (so der notorisch rechtsdrehende Pegida Versteher und CDU Programm Schreiber Patzelt, für den auch Nazis halt nur missverstandene Existenzen sind, die sich doch nur Sorgen um Deutschland machen) werden heute begleitet von niemand geringeres als der Person, die vielleicht auch einmal eine „persönliche, politisch interessante Person sein könnte“. Also das wäre doch möglich.

Wir reden von Herrn H., der als hessischer Gymnasiallehrer, in diesem bis vor kurzem noch so unschuldigen Land Thüringen, dem „grünen Herz“ Deutschlands (nicht politisch gemeint), sein Unwesen treibt und dabei mit ganz eigenwilligen Interpretationen der deutschen Geschichte von sich Reden macht.

H. ist einer der führenden Repräsentanten einer Partei, die es sich ganz offensichtlich zum Ziel gemacht hat, die Demokratie zu zersetzen – mit demokratischen Mitteln. Diese Demokratie, die Freiheit und Menschenrechte garantiert, will man mit den eigenen Mitteln der Demokratie von Innen heraus zu zerstören um dann zum zweiten Mal in der deutschen Geschichte den Faschismus zu starten.

Das ist bekannt. Zahlreich wird darauf hingewiesen. So zahlreich, dass einige Vertreter der eigentlich konservativen Partei CDU, die offenbar auch besorgt sind, darauf hinweisen, dass die zahlreichen Mahner und Warner eigentlich „Linksextreme“ seien und man die AfD nicht ausgrenzen dürfe.

Mit der Integration von Faschisten kennt man sich schließlich aus und das hat ja schon mal ganz großartig funktioniert. So großartig, dass am Ende ein Weltkrieg stand, der mehr als 50 Mio Menschen das Leben kostete und in dem weite Teile Europas zerstört wurden- auch Dresden.

In Dresden hat man nun einen besonderen Umgang mit der eigenen Geschichte gefunden. Symbolisch stellen sich jedes Jahr mehr als zehntausend Dresdner des Abends um die Altstadt um diese quasi „zu schützen“, auch vor dem Versuch sich der Geschichte im revisionistischen Sinne zu bemächtigen, um dann wenige Tage später wenn wirklich Geschichtsrevisionisten auftauchen mehrheitlich zu Hause zu bleiben oder shoppen zu gehen.

Das sieht dann meistens so aus, dass sich 3000 Menschen, motiviert durch Gruppen wie Dresden Nazifrei oder Leipzig nimmt Platz (2020) gegen 1000 Nazis stellen, getrennt von der Polizei.
In den Reihen der Rechten übrigens auch ein Gründungsmitglied der Pegidianer, die anfänglich auch in sonntagabendländischen Talkshows ihre seltene und vor allem Dingen seltsame Meinung kundtun durfte.
Ein anderes Gründungsmitglied der dauerhaft Besorgten, der sogar schon in einer eigenen Reportage gewürdigt wurde, wie er Mehl auf den Elbwiesen verteilte, demonstrierte am 13.02. und weil Spaziergänge ja keine Demos sind, ohne Anmeldung.
In der mit viel Fingerspitzengefühl in der rechten Hand ausgestatteten Dresdner Versammlungsbehörde wurde dies aufmerksam mit einem wohlwollenden Schulterzucken goutiert.

Aber es ist Montag und weil Montag in Dresden ist, der Stadt wo einige Dinge schon immer anders waren als anderswo, und der hessische Lehrer mit dem eigenwilligen Geschichts- und Demokratieverständnis, der von Thüringen aus, die letzte Volkspartei ins Chaos stürzte, kommt wollen nun auch CDU und FDP an einem Montag demonstrieren, gegen PEGIDA.

Bei Twitter überbieten sich nun Repräsentanten der demokratischen Parteien mit Aufrufen und Beschwörungen wie wichtig es heute ist gegen PEGIDA zu demonstrieren. Selbst der Ministerpräsident ruft auf. Erwartungsgemäß wird viel Presse kommen und noch mehr Politiker*innen, die sich im Blitzlichtgewitter daran erinnern, dass Demokratie ja auch was mit Haltung zu tun hat.

Da fällt gar nicht mehr auf, dass es in Dresden anständige Menschen gibt wie HOPE – fight racism oder Nationalismus raus aus den Köpfen gibt, die jeden Montag die Fahne der Demokratie hochhalten.

Die dafür aber jeden Montag meist allein sind, weil es sich nun ja an anderen Tagen bei den Protestlern gegen Pegida meist um „Linksextreme“ handelt.

Demokratische Haltung beweist man lieber nur, wenn einmal im Jahr, zu besonderen Anlässen, dazu aufgerufen wird. Ansonsten versucht sich die viel beschworende schweigende Mehrheit, die das ja im Kern alles kritisch sieht und sich dennoch damit arrangiert, vor so viel Aufregung nicht aus dem Ruder zu laufen und die mittige Mittigkeit zu bewahren.

Recherchen haben ergeben, dass auf diesen Montag weiterere Montage folgen werden.

Demokratie verlangt eine Haltung, die man nicht nur dann anlegt, wenn gerade Presse da ist oder es anderweitig opportun ist, sondern täglich.

Dieser Post ist all jenen Menschen gewidmet, die Tag für Tag, mit Haltung und Handlung in Vereinen, Initiativen oder ganz alleine für die Demokratie eintreten, Hass und Hetze widersprechen, solidarisch handeln und die weil sie das ganz selbstverständlich machen und nicht laut darauf hinweisen, ganz oft übersehen werden.

Sie sind da, jeden Tag , für uns, für andere, für eine solidarische Gesellschaft.

Danke euch.

Dresdens Fackelmärsche.

Gern würde ich einen vor Empörung rauschenden Text über den Umgang der Stadt Dresden mit der eigenen Geschichte schreiben.

Darüber, dass die Stadt es nicht geschafft hat einen souveränen und angemessenen Umgang mit der eigenen Geschichte, insbesondere der Bombardierung der Stadt zu finden.

Menschen sind gestorben, viel zu viele. Und es ist auch nicht die Frage, wie schuldig sie waren oder nicht. Im Krieg sterben Menschen und jeder Tote ist einer zuviel und es wäre und ist unsere Verpflichtung alles dafür zu tun, dass es nie wieder Krieg gibt. Und dennoch muss man differenzieren. Opfer ist eben nicht gleich Opfer.

Warum werden die Namen der Opfer, egal ob Zivilist, Kind oder SS Mann in Dresden nebeneinander vorgelesen, so als wäre es völlig egal?

Zur Geschichte gehört auch, dass der Krieg von deutschem Boden ausging, dass das NS Regime vom deutschen Volke getragen wurde, dass dieser Krieg ein Vernichtungskrieg war, dessen Ziel die Auslöschung von Religionen und Völkern war.

Dieser Krieg kam zurück.

Historiker hat man bemüht um die Zahl der Opfer klären zu lassen. Am Ende steht die unvorstellbare Zahl von 25.000 Toten. Eine Zahl, die ohnehin zu groß ist, damit wir sie uns vorstellen können. 25.000 Tote. Eine Zahl, die mich erschaudern lässt und doch nichts als eine Fußnote ist in einem Krieg, der mehr als 50 Millionen Tote gekostet hat.

Und trotzdem werden die Zahlen umgelogen. Das eine Leid wird relativiert, dass andere skandalisiert. Wissenschaftliche Forschungen werden ignoriert und alles nur damit die eigene Wahrheit passt.

Die Wahrheit ist, dass Dresden nicht die am stärksten zerstörte Stadt war und nicht die meisten Opfer hatte und allein dies zu schreiben, klingt unsagbar zynisch, so als sei es ein Wettbewerb um das größte Opfer.

Die Wahrheit ist, dass in Dresden ein Obelisk steht auf dem den Opfern des „alliierten Bombenterrors“ gedacht wird – ohne Einordnung oder Hinweis.

Die Wahrheit ist, dass Dresden nicht die unschuldige Stadt war und sowohl NS Regime als auch DDR den Bombenangriff der Royal Air Force ausgeschlachtet haben.

Wahr ist, dass der NS Staat, sich nicht des deutschen Volkes bemächtigt hat sondern das deutsche Volk den NS Staat getragen und ermöglicht hat, in ganz demokratischen Wahlen, mit ganz demokratischen Vorgängen.

Und keineswegs waren soviele im Widerstand, wie mancher gerne glauben möchte. Am Ende haben soviele nichts gewusst oder waren schon immer dagegen und alle lügen sie oder blenden es aus.

Dresden, geriert sich als Opfer, unkritisch, selbstverliebt. Die neuen Nazis müssen das Gedenken nicht verklären. Es ist verklärt, voll von Lügen. Und vielleicht aber auch nur vielleicht ist Dresden deswegen die Stadt, in der die Nationalisten und Rassisten von Pegida gegründet wurden, bis heute laufen und am Montag von Höcke unterstützt werden. Der Person, die für nationalen Sozialismus steht und die Geschichte umkehren will. Und trotzdem für einige Demokraten offenbar Verhandlungspartner ist.

Und die Stadt, setzt immer noch alles daran, dass die neuen Nazis, ihre Fackelmärsche meist ungestört abhalten können. Die Gesellschaft stellt sich stattdessen symbolisch um die Altstadt – zum Schutz… und die Fackelmärsche finden statt.

Zu wenig sind es, die den Mund aufmachen. Viele gedenken in langen Zeilen und umfangreichen Worten aber dann wenn es wirklich darauf ankommt und man diese Demokratie verteidigen muss, schweigen die Meisten – täglich aufs Neue und bei Naziaufmärschen besonders intensiv.

Wenn am Sonnabend in Dresden wieder Neonazis ihre Fackelmärsche abhalten, werden es keine Zehntausende sein, die dagegen demonstrieren, die Haltung zeigen sondern wenige. Erfolgreich ausgegrenzt und geschmäht als „die Antifa“ oder „Linke“.

Und ich denke mir, wenn diese Gesellschaft wirklich antifaschistisch wäre und das wirklich jede/r verinnerlicht hätte und so handeln würde dann bräuchte es vielleicht die sogenannte Antifa gar nicht. Denn dann wären wir das ja alle.

Aber so bleibt es wenigen überlassen das zu tun, was alle tun müssten: Manchmal auch laut Nein zu sagen. Ich werde einer von Ihnen sein, auch wenn ich unglaublich müde bin, in tradierten Muster zu handeln und mahnend und klagend auf Besserung zu hoffen.

In Gedenken an die Toten aller Kriege.
Nie wieder Krieg. Nie wieder Faschismus.

Seltsame Zeiten. Der Fall Thüringens.

Nach alledem was man weiss, war jedenfalls der CDU in Thüringen sehr bewusst, dass man möglicherweise mit den Stimmen der Faschisten einen Ministerpräsidenten wählen würde.

Auch die FDP dürfte es gewusst haben. Der gewählte Ministerpräsident agiert hingegen bislang verantwortungslos. Mit der Wahl des neuen MP endet auch die Amtszeit der bisherigen Regierung. Weiterlesen „Seltsame Zeiten. Der Fall Thüringens.“

Die Zäsur in Thüringen.

Das gestrige Geschehen verdient abseits der Aufregung einerseits und Relativierung andererseits eine umfassende Bewertung. Es ist ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik. Und das werden auch die nicht bestreiten können, die meinen, dass die Gewählten keine Haftung dafür tragen wer sie gewählt habe und es daher alles in allem eine demokratische Wahl wäre. Weiterlesen „Die Zäsur in Thüringen.“