Zusammen bleiben in schwierigen Zeiten und der Sehnsucht nach allzu einfachen Antworten widerstehen

Ich mache mir Sorgen. Nicht um mich sondern um das was kommt. In Zeiten der multiplen Krisen, die sich überlappen, nehmen die Zentrifugalkräfte der Gesellschaft zu, steigt die Zustimmung zu autoritären Einstellungen und einfachen Erklärungsmustern und die Sehnsucht nach Sündenböcken nimmt zu.


Klimakrise und Dürre, Massensterben der Arten, Krieg und Inflation. Beunruhigende Zeiten.
Ein heißes Herz und ein kühler Kopf für die kommenden Herausforderungen.
Widersprechen wenn Diskriminierungen laut werden und falsche Propheten mit einfachen Erklärungsmustern Profit schlagen wollen.
Für einander einstehen, gerade dann wenn die Sorgen zu nehmen und den Hetzern und Hassern zu widersprechen.


Der Herbst kann heiß und kalt zugleich werden. Lassen wir nicht zu, das das gesellschaftliche Klima noch kälter wird. Der Mensch ist ein soziales Wesen und die Gesellschaft basiert auf einem Miteinander und auf Gesprächen über Meinungen hinweg. Gerade jetzt. Und deswegen um so deutlicher und lauter denen widersprechen, die mit einfachen Erklärungen und Verschwörungswahn diese Gesellschaft zu spalten versuchen und Hass verbreiten.

Gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft und dem Wunsch nach allzu einfachen Antworten widerstehen.


In solidarity we trust

Ein aufbauender Text über multiple Krisen

Ich würde gerne, weil Ostern war, irgendetwas schönes schreiben. Etwas entspanntes, nichts belastendes. Irgendwas aufbauendes.

In einer Zeit der multiplen Krisen, ist das gar nicht so leicht. Klimakrise, Artenschutzkrise, Krieg – um nur die entscheidenden Krisen zu nennen. Eine Hoffnung, dass wir diese Krisen schadlos lösen können gibt es nicht, ist eine Illusion.

Der Krieg wird vielleicht irgendwann enden und doch wird danach nichts mehr sein, wie es war. Er wirkt sich unmittelbar auf unser Leben aus. Die Preise steigen, Lieferketten werden unterbrochen und neu sortiert.

Parallel steigt die Temperatur weiter an, nehmen Extremwettereignisse zu, wirkt sich das Wetter wiederum auf das Pflanzenwachstum aus, was folgen auf die Arten hat und auch wiederum die Preise.

Ineinander verschachtelte Krisen, die sich gegenseitig bedingen. Dass aufgrund der Veränderung des Klimas Flüchtlingszahlen eher weiter steigern sollte inzwischen ebenso klar sein, wie auch der Umstand, dass Klimaveränderungen als Katalysator für soziale Konflikte bis hin zum Krieg sein können.

Unsere Welt wird absehbar ungemütlich – und wir nehmen daran teil.

Unser Wohlstand ist begrenzt und ein immer höher, weiter und mehr steht in einer endlichen Welt nicht endlos zur Verfügung.

Pessimistische Worte, weswegen man am Ende einen Ausblick wagen kann, dass wir es immer noch ändern können.

Dazu müssen wir anfangen zu begreifen, dass vieles miteinander zusammenhängt und entsprechend handeln.

Nehmen wir das Essen, als emotionsgeladenes Thema. Die Getreidepreise steigen wegen der Klimaveränderungen und wegen des Krieges.

60 % des angebauten Getreides gehen wiederum für die Viehzucht drauf.

Es wäre also verhältnismäßig einfach zu sagen, dass der Fleischverbrauch deutlich reduziert werden muss, weil es weniger Flächen in Anspruch nimmt, klimafreundlicher ist, weil auch weniger Methan emittiert wird und nebenbei mehr Getreide direkt zu Lebensmittel verarbeitet werden könnte.

Darüber hinaus würde damit die Ära der Massentierhaltung enden was noch mehr Vorteile hätte – zum Beispiel auch eine Reduktion der Brutstätten von multiresistenten Keimen, die in der Landwirtschaft der Massentierhaltung heranreifen, weil Tieren unter unzumutbaren Lebensbedingungen massenhaft Antibiotika eingeflößt wird, was dass entstehen von multiresistenten Keimen begünstigt.

Corona, war nicht die letzte Pandemie. Womit wir eine weitere Krise benannt haben.

Wenn wir also anfangen zu sagen, wir passen unseren Lebenswandel an die Neuzeit an und begreifen es nicht als Einschränkung sondern als Chance, wäre viel getan. Wir könnten Einfluss nehmen auf den Lauf der Dinge.

Freilich kann man natürlich auch feststellen, dass mensch als einzelnes Individuum sowieso nichts ändern kann und ändere nichts. Aber dann finde ich es zumindest fair, sich auch nicht darüber aufzuregen, dass sich alles ändert.

Denn wenn sich alles ändert, wird diese Änderungen auch am Individuum nicht vorbeigehen.

Entweder also wir ändern uns auch oder die Geschichte wird über uns hinweggehen. Aufregen zählt dann allerdings nicht mehr.

Gedanken zum Krieg.

Morgens aufwachen und Nachrichten lesen. Lesen, was geschehen ist und wo. Wie schlimm es geworden ist.

Es ist nicht der erste Krieg in Europa. Aber dieser Krieg ist anders, als alle anderen zuvor. Näher, unmittelbarer. Es fühlt sich so an, obwohl der Jugoslawienkrieg nicht viel weiter entfernt war. Eine Welle der Solidarität hat Europa erfasst.

Aber auch hier zeigt sich, dass nicht alle Menschen gleich sind. Die Menschen, die flüchten werden nicht alle gleich behandelt. Auch im Krieg und der auf ihr folgenden Solidarität zeigt sich mitunter die Abscheulichkeit.

Stärker als alle anderen zuvor ist es auch ein Krieg der Bilder und Nachrichten. Tausendfach jeden Tag in die Welt gesendet. Videoschnippsel und Bilder, die in aller Brutalität das unfassbare zeigen. Bilder, der Vernichtung.

Es gibt keinen gerechten Krieg und keine Rechtfertigung für Krieg. Es ist furchtbar leicht zu sagen: Nie wieder Krieg und die Waffen nieder und nach dem Frieden zu rufen.

Aber wie soll der Frieden gelingen, wenn auf dieser Welt Autokraten, Kleptokraten, Diktatoren, die ganzen Menschheitsschinder nicht daran denken, dass morden zu lassen ? Ich glaube nicht, dass sich ein bis an die Zähne bewaffneter Autokrat von drohenden Worten einschüchtern lässt, vor allen Dingen dann nicht wenn der Handel weiter geht.

Es gibt einige, die fordern, dass morden zu beenden und es wäre doch das Beste wenn die Ukraine kapitulieren würde, um dann über Frieden zu verhandeln.

Welch ein absurder Gedanke. Ein Land zu opfern, einem Land seine Selbstbestimmung abzusprechen. Und warum sollte dann Schluß sein? Aus welchem Grund?

Wie viele Länder oder Menschen wollen wir für Frieden opfern und ist es dann noch Frieden?

Das was Putin macht hat er in den 90er Jahren bereits angekündigt. Wir haben es weder wahrgenommen, noch hören wollen.

Dieser Krieg könnte auch eine Kaskade in Gang setzen. Und ich verwerfe den Gedanken daran, was folgen könnte und kann es doch nicht.

In den 90er Jahren mit dem Zerfall gab es noch mehr Länder, die sich von Russland lösen wollten, nach Unabhängigkeit strebten. Der viel zu wenig beachtete Krieg in Tschetschenien mit all seinen Gräuel ist mahnendes Beispiel. Von uns kaum wahrgenommen. Weit weg. Leicht zu ignorieren. Tschetschenien, wo ist das schon?

Putin hat in Syrien interveniert. Von der Masse der Gesellschaft kaum wahrgenommen. Unter den Vorwand den islamischen Staat zu bekämpfen und im Verborgenen um Baschar al Assad, einen Diktator, zu stützen.
Mit unfassbarer Brutalität hat Russland interveniert. Von uns ignoriert.

Wir haben uns nur über die Geflüchteten aufgeregt. Wir, das ist die Gesellschaft, dass sind wir alle. Über die jungen Männer, die nicht kämpfen wollten, nicht bereit waren zu sterben für einen Krieg, den sie nicht begonnen haben, den sie vielleicht nicht führen wollten.

Aus der Ukraine flüchten keine Männer.

Es ist furchtbar leicht alles zu ignorieren, was uns scheinbar nicht betrifft aber in einer global vernetzten Welt, gibt es keine Unschuld mehr.

Der Krieg kostet. Die Preise steigen und die Sanktionen treffen auch uns und schon murren die ersten und beschweren sich. Treibstoff ist so teuer wie noch nie und wird teurer werden. Energie sowieso.

Und schon regen sich die ersten über die Sanktionen auf und fühlen sich getroffen. Wie zynisch muss man sein?

Aber so ist der Mensch, immer erst an sich selbst denken über Treibstoffpreise schimpfen, Zusammenhänge ignorieren und vergessen das in Europa kaum 1000 km entfernt ein entsetzlicher Krieg tobt.

Und noch die seltsamsten Argumente werden gefunden. Es wird mit Russlands Sicherheitsbedürfnis argumentiert. Womit bitte? Ist das eine Rechtfertigung dafür Länder zum Spielball geopolitischer Interessen zu machen, so als bestimmen nur die Großmächte was Länder dürfen.

Am absurdesten ist das Argument, dass in der Ukraine auch Nazis kämpfen. Stimmt. Gibt es. Auf allen Seiten. In fast jedem Land dieser Erde gibt es offenbar Nationalisten und Kriegstreiber und auch Faschisten. Ich mag sie alle nicht.

Entnazifizierung? Welch Wort für einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg! Und schon machen die ersten bitterbösen Witze die Runde, darüber dass eine Entnazifizierung in Europa doch zu überlegen sei, aber möglicherweise das falsche Land getroffen wurde…

Darf man in Zeiten des Krieges noch lachen? Und wie gehen wir damit um?

Der Krieg ist nah und fern zu gleich.

Es stellen sich so viele Fragen, auch über die Menschenrechte und unsere Werte.

Es gibt keine Rechtfertigung für Krieg und es gibt keine Rechtfertigung zu schweigen, wenn Menschen sterben. Allein Worte werden nichts ändern, allein Waffen keinen Frieden schaffen.

Und mit einmal sind auch wir, weit weg und nicht weit genug weg, mittendrin in der Auseinandersetzung zwischen Krieg und Frieden.

Nie wieder Krieg? Nie wieder Krieg!

Die eigenen Grenzen – Leitsätze



Nur weil ich etwas nicht gesehen habe, heißt das nicht, dass es nicht doch stattgefunden haben kann.

Aussagen kann ich nur über die eigene Wahrnehmung machen. Die eigene Wahrnehmung kann aber keinen allgemeinen Wahrheitsanspruch entfalten.

Nur weil ich nicht an etwas glaube, heißt das nicht das es nicht doch existieren kann.

Nur weil ich von meiner Meinung überzeugt bin, heißt das nicht, dass etwas anderes nicht auch richtig sein kann, insbesondere deswegen weil ich vielleicht in meiner Meinungsbildung und bei meinen gefundenen Argumenten etwas übersehen habe.

Stärke ist daher nicht verbittert darum zu kämpfen am Ende Recht zu behalten, sondern zu jedem Zeitpunkt die eigenen Argumente und gefundenen Meinungen kritisch zu hinterfragen.

Seine Meinung zu ändern ist daher nichts zwangsläufig wankelmütig sondern, je nach Lage, auch Zeichen der eigenen . Reflektionsbereitschaft. Nur wer seine eigene Meinung als absolut setzt, Argumente ausklammert, kann nicht reflektieren und nicht diskutieren.

Diskussionsbereitschaft setzt voraus andere Argumente zuzulassen und eigene Argumente zu hinterfragen. Es geht dabei nicht um Recht haben sondern um Distinktionsgewinn.

Es kann sein, dass ich etwas nicht mitbekommen habe. Es kann auch sein, dass ich beim nächsten mal in einer vergleichbaren Situation etwas übersehen habe oder zu einer anderen Einschätzung komme aber spätestens dann wenn mich andere darauf ansprechen, kann ich nicht mehr sagen, dass ich es nicht gewusst habe.

Das „nicht gewusst haben“ wollen ist eine der häufigsten Ausreden, die man hören kann weil es auch kaum zu belegen ist, wann jemand etwas genau mitbekommen hat.

Als Mensch in einer Gesellschaft trage ich nicht nur Verantwortung für mich sondern in der Folge auch für die Gesellschaft. Auch in der Zeit des Hyperindividualismus.

Mensch sein heißt zu zweifeln, heißt zu hinterfragen, heißt auch zu reflektieren und bedeutet am Ende auch Mensch zu bleiben.

Das ist im übrigen auch einer der Dinge, an die ich mich selbst immer wieder erinnern muss, wenn Gefühle überhand gewinnen und in der ersten Erregung, Wut statt Reflektion dominiert.

Gefühle sind wichtig. Aber es gibt eine Realität jenseits der eigenen Befindlichkeit und Wahrnehmung.

Gegen die binäre Welt.

Nur weil ich nicht dafür bin, bin ich nicht sofort dagegen.

Nur weil ich etwas nicht gut finde, lehne ich es deswegen nicht ab.

Nur weil ich Zweifel habe, bin ich deswegen nicht ahnungslos.

Nur weil ich deine Meinung nicht teile, bin ich noch lange kein Schläfer oder dumm oder verblendet.

Die Welt ist komplexer als nur dafür oder dagegen zu sein oder einfache Antworten geben zu können.

Aber das schwierigste ist, der Sehnsucht in die Einteilung von Freund/ Feind, Gut/ Böse, Richtig/ Falsch zu widerstehen.

Und ja gerade in der Krise sortieren sich Menschen in Gruppen und die Konstituierung erfolgt nicht in dem wofür man ist, sondern in der Abgrenzung zu den/dem Anderen.

Mensch sein bedeutet zu Zweifeln und sich seines Verstandes zu bedienen und zu hinterfragen und das vor allen auch sich selbst.

Und das ist die härteste Auseinandersetzung, die man führen kann und führen muss- die Auseinandersetzung mit sich selbst, der eigenen Angst, den eigenen Zweifeln.

Wir gestalten diese Welt durch unser Handeln, dadurch wie wir mit anderen umgehen und mit uns selbst. Schuld sind wir in erster Linie selber und das immer.

„Liebe Spaziergänger…“ ein Brief an euch.

Liebe „Spaziergänger“,

ich verstehe es nicht. Wirklich nicht. Auch ich mache mir Gedanken, habe Zweifel und hinterfrage. Auch ich bin von einer Impfpflicht nicht restlos überzeugt. Auch deswegen weil die verfassungsrechtlichen Hürden zu Recht sehr hoch sind.

Ihr nennt euch Spaziergänger obwohl ihr Demonstrationen durchführt. Warum ihr diese Demonstrationen nicht einfach anmeldet, verstehe ich nicht. Ist eigentlich ganz einfach. Die Anmeldung ist keine Genehmigung sondern dient dazu die Sicherheit der sich Versammelten und der sich nicht Versammelten sicher zu stellen. In einem Rechtsstaat macht man das so auch weil es Menschen gibt, die sich nicht Versammeln wollen.

Euch interessiert das nicht. Warum eigentlich nicht? Warum sind euch eure Mitmenschen so herzlich egal?

Ihr wollt nicht in eine rechte Ecke gestellt werden. Ich verstehe das! Warum fällt es euch dann so schwer euch klar abzugrenzen? Warum werden in euren Telegramgruppen Nachrichten von Rechtsextremen, AfD und Verschwörungstheoretikern widerspruchslos geteilt?

Warum gibt es keinen Aufschrei wenn in eurer Mitte Menschen mit Reichsfahnen herumlaufen oder Hooligans oder Neonazis? Warum?

Und nein das Argument, dass ihr es nicht gesehen habt, zählt nicht. Die Verantwortung eines Menschen endet nicht an seiner eigenen Wahrnehmungsschwelle.

Einige von euch misstrauen den Medien. Das verstehe ich. Aber ich verstehe nicht, warum ihr einigen Medien vertraut und der Meinung seid, dass dann andere, die eure Meinung bestätigen die Wahrheit schreiben?

Fallen euch diese Widersprüche auf? Haben Medien immer nur dann Recht, wenn sie eure Meinung, die eigentlich schon feststeht teilen? Wo ist der Wille sich wirklich mit den Sachen auseinanderzusetzen?

Einige von euch wähnen sich in einer Diktatur. Ich verstehe eure Kritik an der parlamentarischen Demokratie. Politik wirkt manchmal abgehoben und schnell hat man den Eindruck vergessen zu sein. Aber Diktatur? Wirklich?

Die Regierung wurde in freien Wahlen gewählt. Das macht man so in einer parlamentarischen Demokratie. Diese sogenannte Diktatur lässt euch sogar „spazieren“, ihr könnt eure Meinung frei äußern. Was ist das los? Ich habe eher den Eindruck, dass einige von euch mit Kritik nicht umgehen können und der Meinung sind, dass bereits die Kritik an der eigenen Meinung Zensur wäre. Wirklich? Ihr beruft euch auf Meinungsfreiheit und könnt bereits mit Kritik nicht umgehen.

Ihr wollt für die Grundrechte auf die Straße gehen? Ich finde das gut. Grundrechte sind wichtig. Aber wenn mir Grundrechte wichtig sind, gehe ich nicht mit Menschen auf die Straße, die diese Demokratie und mit ihr die Grundrechte ablehnen.

Ach, ihr habt das nicht mitbekommen weil ihr es nicht gesehen habt?
Nochmal jeder erwachsene Mensch hat eine Verantwortung und die endet nicht an der eigenen Wahrnehmbarkeitsschwelle.

Ihr wollt Verantwortung übernehmen und lehnt es schon ab, dass ein Mensch in einer Gemeinschaft eben auch Verantwortung für andere hat.

Ihr meint Freiheit und meint letztlich nur „ICH“. Dass dieses „Ich“ aber in einer sozialen Gesellschaft lebt und damit Freiheit immer nur in Abhängigkeit von anderen funktionieren kann, interessiert euch nicht.

Weil ihr euch in eurer Freiheit beschränkt seht, ist euch die Freiheit von anderen völlig egal. So sieht das aus.

Was ich verstehe sind Zweifel weil ich selber zweifle. Was ich verstehe ist Kritik. Und es ist wichtig Kritik zu äußern und Dinge zu hinterfragen, immer.

Das ist der Kern der Demokratie. Und ja mich nervt auch der Fundamentalismus mit denen manchmal Maßnahmekritiker vorschnell als „Schwurbler“ abgetan werden. Das ist nicht gut.

Wem andere völlig egal sind, wer mit Rechtsextremen läuft, wem Recht und Gesetz egal ist, dem geht es nicht um Demokratie oder Grundrechte.

Ich verstehe euch nicht. Ihr seid nicht die Mehrheit. Euer Freiheitsbegriff ist sinnentlernt. Euch geht es nicht um diese Gesellschaft oder die Zukunft. Euch geht es um euch selbst und nur um euch selbst.

Das könnt ihr machen. Aber dann seid wenigstens so ehrlich und gebt es zu.

Gestern wurde in Coswig und nicht nur da Pressevertreter angegriffen und mussten die Arbeit einstellen. Polizeibeamte wurden an verschiedenen Orten attackiert und beleidigt alles im Namen eurer „Freiheit“. Ich weiß, ihr habt das wieder nicht gesehen oder mitbekommen. Sehr deutsch dieses von nichts gewusst haben bzw. nicht wissen wollen.

Nein, ich verstehe es nicht. Ich verstehe euch nicht.
Ich erkläre euch nicht den Krieg weil wir nicht in einem Krieg leben und Sprache das Denken prägt.

Es gibt keine Spaltung der Gesellschaft. Auch wenn ihr das gerne so seht. Ihr habt euch abgespaltet und euch aus dieser Gesellschaft verabschiedet. So ist das.

Ich verstehe euch nicht.

Fahrrad fahren auf dem Ring

Ein Kommentar zur Debatte um den Fahrradverkehr in Leipzig.

Verkehr so scheint es, ist ähnlich wie das Essen ein hochemotionales Thema. Niemand will sich vorschreiben lassen, was man isst oder wie man sich zu bewegen hat und belehrt möchte man auch nicht werden.

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Die Grenzen der eigenen Wahrnehmung.



Jeder von uns blickt mit einem bestimmten Blick auf die Welt, gespeist durch Annahmen und eigene Erfahrungen. Daraus resultiert, dass unterschiedliche Menschen eine Situation völlig unterschiedlich wahrnehmen, obwohl beide das gleiche Erleben. Die Sprache schafft dabei die Vermittlung, eigentlich.

Das allein wäre und ist kein Problem, wenn nicht zunehmend die eigene Wahrnehmung zur Absolutheit verklärt werden würde und andere Wahrnehmungen und Fakten ausgeblendet werden.

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In Shitstormgewittern.

In Shitstormgewittern.

Schnell kann man einen Shitstorm auslösen, der wie eine Lawine über einen hinweg fegt und vernichten will. Eine unbedachte Äußerung hier, ein falsches Wort da und dann in einer Zeit der Aufgeregtheit, des Gierens nach Skandal, der Nukleus des Shitstorms – einer Lawine an Kritik, bis hin zur Schmähkritik, die nichts weiter will als das Objekt der Kritik zu demütigen und zu zerstören.

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Die große Spannung- wie die Gesellschaft zerreißt.

Die große Spannung.

Die Fliehkräfte der Gesellschaft nehmen in der vierten Welle zu. Die Gereiztheit allerorten ist verständlich und gefährlich. Geimpfte gegen Ungeimpfte. Nicht immer ist es so einfach.

Fakt ist, die Zahlen steigen und sie steigen schnell.
Zu den beliebten Fehlschlüssen einerseits gehört, dass damit der Nachweis erbracht sei, dass die Impfungen nicht helfen weil doch viel mehr Menschen geimpft seien als vor einem Jahr.

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