Die Sache mit Nordstream 2.


Aktuell wird ja gern behauptet, dass mit der Öffnung von Nordstream 2 alle Probleme behoben werden und wir weiterhin billiges Gas hätten. Bei Licht betrachtet ist dies aber Unsinn.

Nordstream 1 ist bislang nicht ausgelastet. Laut Angaben des Herstellers Energy sind 8 Turbinen verbaut. Nach Angaben von Putin allerdings nur 5 und nach dessen Angaben seien auch 3 in Reparatur.

Selbst wenn dies so sein sollte müsste allerdings dann bei noch 2 funktionierenden Turbinen immer noch 40 Prozent der Gasmenge vorhanden seien.

Da dies nicht der Fall ist macht relativ klar deutlich, dass es sich nicht um technische Probleme sondern um eine politische Entscheidung geht.

Weiterhin gibt es bestehende Verträge, die eine bestimmte Menge an Gas vertraglich zusichern. Der Rest wurde frei gehandelt. Diese Menge ist weggefallen, was sich negativ auf die Energielieferanten auswirkt, die mit ihren Endkunden bestimmte Liefermengen vereinbart hatten und nun entweder Strafen zahlen müssen, wenn sie es nicht können bzw. zu deutlich teureren Preisen Gas einkaufen müssen.

Die Gaspreisumlage führt also auch dazu, dass die Firmenpolitik der Energiekonzerne, die auf billiges Gas gewettet haben, gerettet wird und dabei auch Energiekonzerne profitieren, die gar keine Verluste haben.

Legt man dies wiederum zugrunde erschließt sich nicht warum Nordstream 2 dann eine Lösung sein sollte außer wenn man dem Spiel von Putin auf den Leim gehen will.

Woher die Annahme kommt, dass Nordstream 2 dann voll ausgelastet werden soll, erschließt sich nicht.

Zudem ist bei Nordstream 2 zu berücksichtigen, dass es nach den europäischen Regelungen, drittes Energiepaket, die Preise am Spotmarkt gehandelt werden, dass heißt höher sind als bei langfristigen vertraglichen Verpflichtungen und außerdem die Leitung nicht zu 100 % durch den Inhaber des Energiemittels ausgelastet sein dürfen.

Die Drosselung der Gaslieferungen unter anderem in Deutschland ist damit auch ein Mittel der umgekehrten Sanktion. Russland drosselt die Gaszufuhr und verbrennt lieber Gas und schwächt die eigene Wirtschaft um Deutschland innenpolitisch zu destabilisieren.

Auch hier wird einmal mehr deutlich, dass Deutschland bereits in der Vergangenheit gut beraten gewesen wäre seine Energielieferung stärker zu diversifizieren, dass heißt unabhängiger von einzelnen Ländern zu machen, um eben nicht erpressbar zu sein.

In der Debatte um Nordstream 2 müsste man die oben genannten Punkte alle mit einbeziehen. Aber natürlich kann man all die Fakten ausblenden und sagen, dass Deutschland alle Sanktionen gegen Russland einstellen soll und die Ukraine fallen lässt.

Damit würde sich Deutschland weiterhin abhängig von einem autokratisch geführten Russland machen.

Warum das eine gute Idee sein soll, unabhängig davon, dass man sich Großmachtansprüchen eines Landes beugt, erschließt sich nicht.

GlobaLe, wie ein globalisierungskritisches Filmfestival Putin Propaganda verbreitet.

Am 18.08. wurde in Leipzig auf einem globalisierungskritischen Filmfest der Film „Ukraine on Fire“ von Oliver Stone gezeigt. Dieser Film darf mit gutem Gewissen als das ideologisierte Weltbild von Putin bezeichnet werden.

Neben den Film hatten die Macher 2 besondere Gäste eingeladen: Zum einen Iwana Steinigk vom Verein „Zukunft Donbass“ und zum anderen Reiner Braun, der jedoch abgesagt hatte.

Steinigk gibt regelmäßig Sendern am Verschwörungsrand Interviews und wird aufgrund ihrer Haltung von den Freien Sachsen hofiert. Zu ihrem Freundeskreis gehören AfD Politiker, sowie etliche Unterstützter des russischen Angriffskrieges.

Deutlich ist, dass es also nicht um eine kritische Diskussion des Filmes ging sondern um die affirmative Verstärkung der Behauptung, dass faktisch die Nato für den Krieg verantwortlich ist.

Einer der Macher des Filmfests alias Mike Nagler hatte dazu bereits vorab in seinen Blog formuliert, dass Russland alle diplomatischen Mittel ausgeschöpft hätte und quasi von der Ukraine zum Krieg „genötigt“ wurde. Es sei zudem mehr als verständlich, dass Russland jetzt Frieden schaffen wolle.

Eine sehr einseitige Parteinahme, verbunden mit der Übernahme russischer Propaganda und damit auch der Rechtfertigung von Kriegsverbrechen.

Problematisch wird dies dadurch, dass das seit Jahren bestehende Filmfest auch durch die Stadt Leipzig gefördert wird und auch eine Reihe anderer Institutionen Partner sind.

Die Stadt hat sich gestern davon distanziert. Deutlich wurde aber auch, dass es offenbar weder ein Kuratorium, noch eine Abstimmung über das Programm gibt.

Und ja eine Demokratie hält das aus. Sie muss aber nicht aushalten, dass russische Propaganda auch noch öffentlich gefördert wird.

Gestern kam es dann auch zu Rangeleien und Auseinandersetzungen am Rande des Films. Der Veranstalter hat es trotz Kritik und Diskussion bislang nicht für nötig gehalten dazu Stellung zu nehmen.

Weiteres dazu hat die Leipziger Internet Zeitung notiert: https://www.l-iz.de/kultur/film-tv/2022/08/gerangel-und-beleidigungen-das-thema-ukraine-eskaliert-bei-der-globale-video-466545

Zusammenhalt statt Populismus, warum die Idee der Montagsdemos schwierig ist.

In einer Zeit, in der, ausgelöst durch sich überlappende Krisen, die Zentrifugalkräfte der Gesellschaft zunehmen ist es umso wichtiger an den Zusammenhalt zu appellieren.

Stärker noch als die Änderung der klimatischen Bedingungen, die von vielen nur als Hintergrundrauschen wahrgenommen wird, ohne sie in den Kontext einer sich immer stärker abzeichnenden Katastrophe zu setzen, beeinflussen Preise unser Leben.

Die Verteuerung der Lebenserhaltungskosten wirkt sich sofort und bei jedem unmittelbar aus. Und wie immer verteilen sich die Lasten der Krisen ungleich. Zuerst sind die Betroffen, die ohnehin schon wenig haben. Dabei muss darauf hingewiesen werden, dass die Preise bereits vor Beginn des Krieges deutlich anstiegen, was wiederum mit den Folgen der Coronapandemie einerseits und andererseits mit dem Klimawandel zu tun hat.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Gaspreisumlage, die alle gleichermaßen bezahlen sozial ungerecht.

Wer eine kleine gut gedämmte Wohnung hat, wird davon weniger betroffen sein, als jemand dessen Wohnung schlecht gedämmt ist. Allerdings sind nicht vollständig sanierte Wohnungen, bei den Angebotsmieten günstiger. Menschen mit ausreichenden Einkommen könne sich eine schön grün gelegene Wohnung, gut gedämmt, ggf. mit eigener PV Anlage und Klimaanlage eher leisten, als Menschen, die an der Armutsgrenze leben.
Deswegen braucht es dringend eine zusätzliche Entlastung insbesondere von Menschen, die unter oder an der Armutsschwelle leben.

Nun könnte man statt der Gaspreisumlage die Verluste der Gaspreisimporteure dadurch versuchen auszugleichen, indem man etwa die Konzerne, die überproportional von der Krisen profitieren stärker zur Kasse bietet. Eine Übergewinnsteuer, wie sie viele europäische Länder bereits haben.

Allein scheitert sie am hartnäckigen Widerstand der FDP. Ebenso wie der Umstand, dass das Dienstwagenprivileg abgeschafft werden könnte um beispielsweise dauerhaft die Kosten im ÖPNV/ SPNV bezahlbar zu halten.

In dieser Situation kommen einige auf die Idee einfache Antworten zu geben, etwa indem man die Aussöhnung mit Russland fordert oder Nordstream2 öffnen will.

Vergessen wird dabei schnell, dass Russland kein demokratischer Staat ist, der einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg begonnen hat. Auch Nordstream 1 ist nicht ausgelastet. Die Frage warum Putin, der Deutschland versucht mit Nordstream 2 zu erpressen, dann mehr Gas schicken sollte, stellt sich und wird regelmäßig nicht beantwortet.

In den vergangenen Jahren bzw. Jahrzehnten hat sich Deutschland gerade im Energiemarkt zu stark an Russland gebunden. Der Leitsatz war Wandel durch Handel und darf als gescheitert angesehen werden, wie die Geschichte zeigt. Schon vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll sich wirtschaftlich nicht zu stark an ein einziges Land zu binden. Vor diesem Hintergrund wird auch deutlich warum der Ausbau der Erneuerbaren Energien auch jenseits von der Frage des Klimaschutzes notwendig ist: um sich unabhängiger von autoritären Staaten zu machen.

All diese Notwendigkeiten und komplexen Fragen werden aber gern ausgeblendet in der Suche nach einfachen Antworten und der politischen Hoffnung aus Protest politisches Kapital zu schlagen.

So wird man auch den Vorschlag verstehen dürfen an die Montagsproteste anzuknüpfen und diese umzudeuten. Wer aber das populistische Feuer entfacht, weckt auch nationalistische Ressentiments, die man im Zweifel nicht kontrollieren kann.

Es geht nicht um Schuldfragen, es geht um Lösungen und ganz nebenbei auch um das Problem, dass uns die Gesellschaft in Zeiten der multidimensionalen Krisen nicht um die Ohren fliegt.

Dazu müsste man sich aber intellektuell mehr bemüßigen als einfach nur zum Protest aufzurufen und dabei auch jene Kräfte zu wecken, denen es nicht um Gesellschaft und Demokratie, um das Miteinander geht, sondern um die Überwindung der Gesellschaft im Sinne einer nationalen Wiedergeburt.

Ein Montag in Leipzig zwischen sog. Querdenkern , Reichsbürgern und Neonazis

Gestern fand einmal mehr ein Aufzug von sog. Querdenkern in Leipzig statt. Regelmäßig am Montag, Mittwoch, Sonnabend und Sonntag ziehen seitdem zwischen 50- 100 Menschen entweder um den Ring in Leipzig oder treffen sich am Völkerschlachtdenkmal.

Aufgerufen wird für die Versammlungen am Sonntag auch durch die „Freien Sachsen“, einer rechtsextremen Kleinstpartei. Der Anmelder ist ein ehemaliges NPD Mitglied, der von einem Deutschland in den Grenzen von 1871 träumt, die Menschen aus den „Gauen“ begrüßt und SA Losungen verwendet.

Montags wird die Versammlung von einem ehemaligen NVA Offizier angemeldet. Man kritisiert zwar die „Freien Sachsen“ hat aber kein Problem damit, dass in den Telegramgruppen Neonazis sind und rechtsextreme Inhalte geteilt werden. Auch das Reichsbürger mitlaufen stört nicht. Inhalte der „Freien Sachsen“ oder der „patriotischen Stimme Deutschlands“ werden fleissig geteilt, so lange wie es nur zur eigenen Erzählung passt.

„Faschisten“, dass sind immer die anderen. Unabhängig von den verschiedenen Anmeldern und aufrufenden Telegramkanälen sind die aufziehenden Personen fast immer die Gleichen. Gestärkt durch das Narrativ in einem „Widerstand“ gegen das System zu sein.

Es geht weniger um die sachliche Auseinandersetzung über das Thema Corona, das längst durch das Thema Krieg, abgelöst wurde, es geht gegen das „System“. Man igelt sich in der eigenen Wahrnehmung ein und meint, dass man unterdrückt werde und quasi in einer „Diktatur“ lebe. Die Themen sind beliebig, die Narrative gleichbleibend. Jede/r der widerspricht wird diffamiert und beschimpft. Wie gesagt es geht nicht um Corona und schon lange nicht mehr um eine „Impfpflicht“, es geht gegen das „System“.

Nachdem in den letzten Wochen diese Versammlungen nur wenig Aufmerksamkeit generierten, änderte sich gestern das Geschehen. Nach einer Reihe von Vorfällen hatte das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz zum Gegenprotest gerufen.

Mehrere hundert Menschen hatten sich angeschlossen und schließlich dafür gesorgt, dass der Ring blockiert wurde. Dabei sind auch Versammlungen im sitzen vom Grundrecht auf Versammlungsfreiheit gedeckt.

Im Ergebnis musste daher sog. Bewegung Leipzig den Marsch um den Ring abbrechen, nicht ohne Beschimpfungen und vereinzelte Hitlergrüße, sowie durch Bewurf des Lautsprecherwagens.

Widerspruch gehört in der Demokratie dazu. Auch der laute und deutliche Widerspruch. Diesen Widerspruch auszuhalten und standzuhalten und nicht sofort von Unterdrückung zu sprechen oder vor einer vorgeblichen „CancelCulture“ zu warnen ist das was diese Gesellschaft, bedingt durch die Zentrifugalkräfte, wieder neu erlenen muss.

Danke jedenfalls an Alle, die gestern deutlich gemacht haben, dass Hass und Hetze nicht unwidersprochen bleiben dürfen.

Cancel Culture – Die größte Gefahr für die Meinungsfreiheit?

Friedrich Merz, Bundesvorsitzender der CDU weiß zu berichten, dass aus seiner Sicht die größte Gefahr für die Meinungsfreiheit die sog. CancelCulture sei.
CancelCulture ist ja die Behauptung, dass durch lauten Protest bestimmte Meinungen unterdrückt werden könnten. Man wird aber verlangen können, dass Menschen im Sinne einer Selbstbehauptung standhalten.
Der Subtext lautet: Linke Aktivisten gehen gegen völlig legitime Meinungen vor, so verbreitet es die Zeitung „Die Welt“.

Zunächst mal muss man sortieren. Die Meinungsfreiheit ist kennzeichnend für die Demokratie. Der Meinungsstreit im Sinne eines auch konfrontativen Dafür und Dagegen haltens ist wesentliche Voraussetzung für eine pluralistische Demokratie. Dazu gehören auch Demonstrationen, die eine bestimmte Meinung kritisieren.

Und das was wiederum viele, so auch Merz offenbar verkennen, ist der Umstand das die Meinungsfreiheit ein Abwehrrecht gegen ein Handeln des Staates ist. Zensur, kann daher als solches nur der Staat ausüben. Keine Zensur ist es allerdings, demokratietheoretisch sogar notwendig, dass Meinungen umstritten sind.

Darum geht es allerdings Merz nicht. Er setzt ein Framing ein um Emotionen zu wecken. Die Erzählung ist, dass Linke die Meinungsfreiheit unterdrücken. Das wiederum ist das klassische Narrativ der Neuen Rechten, die noch jeden rassistischen Ausfall damit verteidigen, dass man es wohl noch sagen dürfe und bei jeder Kritik an ihren Positionen sofort Unterdrückung wittern. Es geht dabei nicht mehr um ein Ringen der verschiedenen Positionen sondern um das widerspruchslose aushalten noch jedes irgendwie gearteten diskriminierenden Ausfalles, der wiederum dazu führt, dass sich der Rahmen des Sagbaren verschiedet.

Dies ist wiederum ein Totschlagargument, dass da lautet, wenn du meine Meinung nicht akzeptierst machst du dich der Unterdrückung schuldig. Verkannt wird dabei, dass die Demokratie einen Rahmen hat, dass bestimmte Positionen und Meinungen zwar straflos gesagt werden können und trotzdem den demokratischen Rahmen verlassen. Sexistische und rassistische Äußerungen sind auch vom Recht der Meinungsfreiheit gedeckt verlassen aber regelmäßig den demokratischen Rahmen der durch das Grundgesetz gezogen wird. Sprache beeinflusst Denken. Die Normalisierung von einer diskriminierenden Sprache führt entsprechend auch zur Abwertung von Personen. All das sollte eigentlich bekannt sein.

Es ist auch wichtig immer wieder daran zu erinnern, dass das Grundgesetz eben auch einen Werterahmen setzt.

Merz wiederum setzt dabei 2 Punkte: ersten die „Linken“ unterdrücken uns und gehen gegen „legitime“ Meinungen vor. Was aber ist in diesem Sinne legitim und wer legt fest, ob eine Meinung legitim ist oder nicht?

Die Suggestion ist, dass völlig normale Positionen „unterdrückt“ werden sollen und darauf eine Gefahr für die Demokratie erwachse.

Das Merz selbst dabei wiederum der Spaltung der Gesellschaft Vorschub leistet, dürfte als notwendiger Kollateralschaden eingepreist sein. Die Gefahr für die Demokratie und die Meinungsfreiheit ist auch im Fall der USA nicht etwa eine irgendwie geartete CancelCulture sondern, die Spaltung der Gesellschaft und der Umstand, dass sich bestimmte Teile der Gesellschaft komplett aus dem demokratischen Diskurs verabschiedet haben und sich in ihren Glauben verschanzt haben. Die Folge davon sind gewalttätige und tötliche Dynamiken, wie sie beim Sturm aufs Kapitol deutlich werden.

In Deutschland dürfte die größte Gefahr für die Meinungsfreiheit auch darin zu sehen sein, dass rechte Netzwerke politisch engagierte Menschen, gerade im Osten, aber nicht nur da, aktiv bedrohen und einschüchtern, bis hin zu Angriffen.

Der CDU Politiker W. Lübke wurde für seine Haltung und Äußerungen ermordet. Dieses Fanal blendet Merz freilich komplett aus.

Und disqualifiziert sich letztlich selber.

Klimaschutz ist keine Ideologie, das leugnen des menschengemachten Klimawandels schon

Klimaschutz und mithin die Klimaschutzbewegung ist ein nichtideologisches Anliegen.

Weltanschauliche Überlegungen treten hinter eine auf wissenschaftlicher Basis festgestellten Position zurück, die darüber hinaus von allein demokratischen Parteien im Kern geteilt wird.

Nur die AfD handelt dagegen ideologisch. Würde sie die Wissenschaft anerkennen, hätte sie Weltanschaulich nichts an der Reduzierung des CO2 in der Atmosphäre auszusetzen, da dies die natürlichen Lebensgrundlagen schützt.

Klimaschutz ist nicht ideologisch sondern das vertreten einer wissenschaftlich festgestellten Position, die dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und damit dem Überleben des Menschen dient.

Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ist dabei auch grundgesetzlich normiert und die Verpflichtung der Handelnden liegt auch darin die grundgesetzlich garantierte Freiheit auch für die kommenden Generationen zu gewährleisten.

Nichts anderes hat auch das Bundesverfassungsgericht festgehalten.

Ideologisch ist daher der Kampf gegen Klimaschutz, die Verunglimpfung von Klimaschützern und die weitere Zerstörung unserer Lebensgrundlagen.

„Hasstiraden gegen Autofahrer“ – ein Leserbrief zum Parkchaos in Leipzig



In einem Leserbrief an die LVZ Leipziger Volkszeitung hatte eine Bürgerin unter der markigen Überschrift „Hasstiraden gegen Autofahrer“ ihren Unmut Luft gemacht. Hintergrund war unser Vorschlag, dass Ordnungsamt neu aufzustellen um die mehr als 1000 täglichen Parkverstöße in der Stadt und damit das Parken von Fahrzeugen auf dem Geh- und Radweg, sowie inzwischen auch in Grünanlagen stärker zu unterbinden.

Das Problem besteht halt darin, dass die meisten Städte in einer Zeit gebaut wurden, wo es noch keine Idee von Autos gab und damit in der Folge festzustellen ist, dass der Platz im öffentlichen Raum in den meisten Städten nicht ausreicht damit alle Menschen, die ein privates KfZ ihr eigen nennen, dies auch direkt vor der Tür abstellen können. Zumal dies auch nicht zielführend ist.

1969 hatte das Bundesverwaltungsgericht geurteilt, dass das Parken von KfZ im öffentlichen Straßenraum vom Recht auf Allgemeingebraucht erfasst sei. Allerdings gibt es keinen Anspruch darauf sein Auto wohnortnah abstellen zu können, auch wenn das einige Bürger mutmaßen und sich ungerecht behandelt fühlen, wenn sie ihr Auto auf dem Fußweg abstellen, damit das durchkommen für die bereits an den Rand gedrängten Fußgänger*innen erschweren und sich dann darüber aufregen, dass es einen Strafzettel gibt.

Die Bürgerin schrieb jedenfalls weiter, dass Stadträt*innen bestimmt sichere Stellplätze für ihre Dienst PKWs hätten und ich doch nach der Arbeit versuchen soll einen Stellplatz zu finden.

Schließlich müsse man die Hasstiraden gegen Autofahrer unterbinden und endlich gegen die vielen Verkehrsverstöße der Fahrradfahrer vorgehen.

Diese Argumentation ist genauso sinnreich wenn über das Problem Rechtsextremismus geredet wird dann zu sagen aber die Linken. Aber auch das begreifen ja viele Mitbürger*innen nicht. Es ist offenbar ein weit verbreitetes Problem, dass man von anderen eigenen Fehler oder Problemen ablenkt indem man geschickt einfügt: „Aber die…“ und eine beliebige Gruppe mit einem ganz anderen Problem als Sündenböcke adressiert.

Verantwortung für das eigene Handeln oder Nichthandeln zu übernehmen ist halt manchmal schwer.

Ich hätte der Bürgerin mit ihren „berechtigten Sorgen und Nöten“; die ich „ernstnehmen muss“ gern geschrieben, mit einem schelmischen Lachen und leichten Unterton während ich meinen Soja Latte Macciato in der Hand schaukle“ Ich habe gar kein Auto“, aber dazu kam es nicht.

Bekanntermaßen bekommen Stadträt*innen in Leipzig neben ihrem fürstlichen Gehalt in Höhe eine Dreiviertelmellone eine private Seilbahn oder ein Flugtaxi spendiert und haben gar kein Dienst PKW. Sogar die Stadtverwaltung hat ihre Flotte deutlich verkleinert und setzt eher auf Car- Sharing weil damit Autos und somit Platz und auch Geld gespart werden kann.

Deswegen kann ich übrigens auch Nachts keinen Parkplatz suchen aber der Sinn erschließt sich nicht. Also könnte ich schon und dort meinen Drahtesel rotzfrech in eine Parklücke stellen, was ich rein rechtlich dürfte, allerdings zum nächsten Aufstand von Autofahrer*innen führen dürfte, wie es sein kann, dass ihr wertvoller Parkplatz jetzt auch noch zweckentfremdet wird und wie es sein kann, dass sich ein Stadtrat lustig macht.

Und ja als alleinerziehender Vater einer minderjährigen Tochter, koordiniere ich Schulweg, einkaufen und Arbeit mit einem Fahrrad. Krass, oder? Geht. Geht wirklich.
Man kann auch ohne Auto leben. Wobei ich niemanden vorschreiben will wie er/sie/ es zu leben hat und nur meine, dass mich das Anspruchsdenken nervt.

Ich habe auch kein Hass auf Autofahrer oder auf Autos. Das kann ich wie folgt begründen: Ich kenne Menschen, die Autos haben aber….

Gehen wir es doch entspannt an. Bauen wir eine Mobilität, in der kein Mensch mehr zwingend auf das Auto angewiesen sein muss sondern eine echte Wahl hat. Entlasten wir den öffentlichen Raum von den unzähligen Fahrzeugen und Verkehr und erleben wir eine Aufwertung des öffentlichen Raums, Straßen auf denen Menschen sich begegnen können, Straßen in denen auch Kinder gefahrlos laufen können.

Es hätte so viele Vorteile. Und nein ich hasse Autos nicht. Wirklich nicht.
Und nein mit seinem Auto zur Arbeit zu fahren ist trotzdem kein Wirtschaftsverkehr und es gibt zwar Schlaglöcher in der Stadt aber dafür brauch ich trotzdem keinen Offroad Jeep und ja es gibt auch Kriminalität, die aber trotzdem kein super gepanzertes megafettes SUV/ Hummer Dingsbums rechtfertigt.

Autos gehören nicht auf Fuß- und Radwege und auch nicht in Grünanlagen. Und wenn ihr euch ein Auto anschafft wäre es vielleicht dann auch sinnvoll sich zu überlegen, wo man sein privates Eigentum eigentlich hinstellen will.

Und im Übrigen: Hass ist immer Mist.

Tiere essen! – Anmerkungen zu einer unangenehmen Debatte.

Tiere essen!

Bedingt durch den Krieg in der Ukraine werden auch die Lebensmittel deutlich teurer. Lieferketten werden unterbrochen, die Getreidepreise steigen.

Was wissen wir:
Wir wissen, dass ein Großteil der landwirtschaftlichen Anbauflächen nicht direkt für die Nahrungsmittelproduktion genutzt werden sondern als Tierfutter.

Durch eine Reduktion des Tierfutters und damit eine Reduktion auch der Massentierhaltung würden mehr Flächen für Weizen und Mais zur Verfügung stehen, was helfen könnte den Anstieg der Preise abzufangen und mehr Menschen mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen.

Das die Ökobilanz von Fleisch indiskutabel ist, muss nicht extra erwähnt werden.

Wir wissen auch, dass Massentierhaltung ethisch kaum zu vertreten ist, dass in den Tierfabriken multiresistente Keime heranwachsen, dass Massentierhaltung zu einer Übersäuerung der Böden führt und dafür zum Beispiel Regenwälder abgeholzt werden.

Dies sind nur einige der evidenten Gründe warum es sinnvoll wäre, den Fleischkonsum zu reduzieren. Zumal das Supermarktfleisch wenig mit Fleisch zu tun hat, sondern mit einem chemischen Produkt, dass entfernt mal so etwas wie ein Tier war, angereichert mit Wasser, chemischen Zusatzstoffen und und und.

Es wäre daher sinnvoll, dass die Lebensmittel auch die ökologischen Folgekosten abbilden. Fleisch ist vor diesem Hintergrund viel zu billig und wird darüber hinaus als Energiereserve nicht mehr benötigt. Jedenfalls nicht in diesen Massen.

Das täglicher Fleischkonsum zudem eine Gesundheitsbelastung ist, dürfte auch bekannt sein.

In den aktuellen Krisen zeigt sich, dass unsere Art zu leben das Problem ist. Das die massenhafte Verfügbarkeit von Billigfleisch auch eine der Gründe ist, die uns in eine ökologische Katastrophe geführt haben.

Unsere Art zu leben, zum Beispiel auch das Anlegen von Kiefernforst, die in der Klimakrise wie Streihhölzer brennen, weil wir schnell wachsendes billiges Holz wollten, ist ein weiterer Beleg für diese These.

Wenn wir uns darauf konzentrieren würden Grundnahrungsmittel wie Getreide und Obst und Gemüse in ausreichend Mengen zu produzieren und wertvolle landwirtschaftliche Flächen nicht mehr für Biosprit und Massentierhaltung verschwenden, könnten wir der Lösung näher kommen.

Viele Menschen wollen sich mit diesen Zusammenhängen nicht auseinandersetzen. Das eigene Leben wird von der sich vor unseren Augen abspielenden Katastrophe abgespaltet.

Und genau das ist das Problem. Tiere zu essen ist vor diesem Hintergrund auch ein Ausdruck der menschlichen Ignoranz und der Unfähigkeit eine adäquate Antwort auf ein Problem zu geben, dass die Existenz des Menschen auf der Erde ernsthaft gefährdet.

Klassischer Verantwortlichkeitsmove am Beispiel von Fynn Kliemann erläutert.



Hintergrund: Kliemann ist Influencer, der sich besonders nachhaltig geben wollte und in der Coronakrise „fair produzierte“ Masken veteilen wollte.
Herauskam: die angeblich fair produzierten Masken aus Europa wurden in China gefertigt und waren fehlerhaft und die Firma hat damit richtig Kasse gemacht.

Stufe 0: Abtauchen.
Keine Angaben und Aussagen zu nichts.

Stufe 1: Verantwortlichkeit abstreiten.
Man hat von nichts Kenntnis. Sollen, die anderen mir doch mal irgendwas beweisen.

Stufe 2: Taktisches Verhältnis zur Wahrheit.
Nachdem Beweise vorgelegt werden und sich eine Verantwortung nicht mehr abstreiten lässt: nur einräumen was bewiesen werden kann und Vorsatz abstreiten (man sei selber betrogen worden und habe es nicht genau gewußt). Man nennt das taktisches Verhältnis zur Wahrheit.

Stufe 3: Reue zeigen.
Einräumen, was nicht abzustreiten ist und so tun als würde man es bedauern und Besserung geloben.

Stufe 4: Schuldumkehr- Ich das Opfer.
Weil die Kritik nicht abreißt, sich selber zum Opfer stilisieren. Irgendeine Bubble/ Gruppe der Hexenjagd beschuldigen, denen es nur darum geht, dass mensch zerstört werden soll. Schuldumkehr. Man selber habe doch Fehler gemacht, Reue gezeigt und soll trotzdem vernichtet werden. Wie ungerecht kann die Welt sein.

Stufe 5: Telegram
Weil man immer noch zu Unrecht geächtet wird eigene Telegramgruppe eröffnen und seine spezielle Sicht der Dinge mit der trauen Fanbase teilen, denen Fakten genauso egal sind, wie einem selbst.

Stufe 6: Outlaw.
Von der Gesellschaft geächtet, von den Fans gegen jede berechtigte Kritik verteidigt, will das Outlaw Image gepflegt werden um trotzdem noch von den Fans Geld zu holen. Man muss ja von irgendwas leben.

Tausendmal erlebt. Immer wieder toxisch. Dieses Schema lässt sich auf alle Bereiche übertragen und wird auch gern in der Politik angewandt. Nicht zur Nachahmung empfohlen.

Zu Fehlern stehen, Verantwortung übernehmen.

Gleiche Standards? Cat Calling, Erregung öffentlichen Ärgernisses und Co



Es ist Sommer. Es ist warm und das Thema ist vielleicht gar nicht so wichtig und vielleicht aber doch.

Die Menschen drängt es danach im Sommer möglichst wenig zu tragen, was aus Gründen der Temperatur durchaus Sinn macht. Allerdings wird dies dann doch unterschiedlich beurteilt.

Während nackte Männeroberkörper akzeptiert sind und es scheinbar normal ist, dass Männer, wenn ihnen zu warm ist, ihren Oberkörper zeigen können, gilt dies bei Frauen als Erregung öffentlichen Ärgernisses.

Nackte Frauenoberkörper in der Öffentlichkeit sind eine Ordnungswidrigkeit. Klingt komisch ist aber so. Und in vielen Badeanstalten gelten dann in der Badeordnung entsprechende Regelungen. Die Frau hat sich zu verhüllen.

Man möge mir als weißen Cis- Mann, bitte die Gründe für diese Differenzierung darlegen.

Die Debatte bekam Bewegung nachdem in einem Berliner Schwimmbad eine als weiblich gelesene Person sich oben ohne sonnte und in Folge des Schwimmbades verwiesen wurde.

In mehreren deutschen Städten gibt es inzwischen Initiativen, die darauf abzielen dies zu ändern. Die Taz hatte darüber berichtet, ich hatte den Taz Artikel auf Twitter geteilt und es folgten Kommentare.

Und zwar durch die Bank von Männern, mit teils harsch ablehnenden bis hin zu misogynen Kommentaren.

Entweder alle Menschen sind dem Grunde nach gleich und es gelten die gleichen Regelungen, Art. 3 GG legt das nahe, oder nicht. Der weibliche Körper wird deutlich stärker sexualisiert und damit zum Objekt männlicher Begierde gemacht und dieser Umstand besteht fort.

In der achso aufgeklärten Gesellschaft, in der die Vergewaltigung in einer Ehe gerade einmal seit 25 Jahren strafbar ist, gelten nach wie vor unterschiedliche Maßstäbe. Das ist ein Fakt.

Vor einem Jahr hatte ich mit einer Initiative gesprochen, die berichtet hatte, dass es auch an den Badeseen in Leipzig immer wieder zu übergriffigen Verhalten von Männern gegenüber Frauen kommt.

Angefangen bei Sprüchen (Cat-Calling) bis dahin, dass Mann sich demonstrativ, obwohl ausreichend Platz ist, sein Handtuch direkt neben eine Frau legt und weiteres.

Wir hatten überlegt, ob es nicht sinnvoll wäre, eine Strandabschnitt zu schaffen als Schutzraum, also dort wo Cis- Männer keinen Zutritt haben.

Aber das greift zu kurz. Es geht nicht darum besondere Schutzräume zu schaffen sondern sexistisches Verhalten konsequent zu beenden und dem entgegen zu treten.

Diese Gesellschaft möchte gern aufgeklärt sein. Sie ist es bei weitem nicht. Es ist immer noch eine patriarchale Gesellschaft, mit unterschiedlichen Maßstäben und Standards. Es ist immer noch eine Gesellschaft, in der Frauen ungleich behandelt werden, weniger verdienen, stärker sexualisiert werden und weiteres.

Und weil Sommer ist und viele Menschen aufgrund der Temperaturen wenig tragen, sollte man genau daran erinnen und auch als Mann konsequent sexistischen Verhalten wie dummen Sprüchen, übergriffen Verhalten entgegentreten.

Ich für meinen Teil finde, dass wenn Männer oben ohne in ein Schwimmbad gehen dürfen sollten die andere Personen auch dürfen.

Ich finde, dass es ausreichend Grund gibt, sexistischem und diskriminierenden Verhalten entgegen zu treten.

Dies führt im Ernstfall auch dazu, dass wenn ich Nachts unterwegs bin und mir auf der Straße eine einzelne Frau entgegenkommt, ich ggf. die Straßenseite wechsele um offensiv deutlich zu machen, dass ich keine Gefahr oder Bedrohung darstelle.

Auch das mag komisch klingen. Für viele Frauen ist es aber Realität, dass sofern sie Nachts alleine unterwegs sind entgegenkommende Männer als potentielle Bedrohung wahrnehmen. Auch über diesen Umstand sollte und darf man sich Gedanken machen.