Kasek abgewählt – Mythen, Legenden und wie es weitergeht.

Am vergangenen Wochenende wurde ich als Landesvorsitzender von BÜNDNIS90/ DIE GRÜNEN Sachsen abgewählt seitdem rangen sich Gerüchte und Legenden um die Gründe der Abwahl und meiner Person. Dazu muss ich einiges klarstellen.

Meine Bewerbungsrede habe ich mit einem abgewandelten Zitat begonnen:

„Kämpfe für etwas oder Lebe für nichts“ (John Rambo)

Man lernt aus seinen Niederlagen. Es geht darum zu verstehen und die Lehren umzusetzen. Den Spott gilt es zu ertragen – er wird meine Haltung nicht ändern.

Um dabei ein wenig der Mythen- und Legendenbildung entgegenzuwirken:

Ich habe Fehler gemacht. Und für die Fehler, bin ich in aller erster Linie alleine verantwortlich. Deswegen suche ich die Schuld auch nicht bei anderen Menschen.

Damit gilt es umzugehen, die richtigen Lehren und Schlußfolgerungen zu ziehen, dass zu ändern was zu ändern ist und alles andere zu integrieren.

Mit meiner geschätzten Kollegin Christin Melcher steht dem Landesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen nach wie vor eine Person vor, mit der ich Überzeugung und Inhalte weitestgehend teile.

Die konsequente Verteidigung der Demokratie ist ein Wesensmerkmal meiner Partei und das wird sich auch unabhängig meiner Person sicher nicht ändern.

Für mich war es immer wichtig auch ein Stück weit unabhängig von Parteipolitik zu sein, weswegen ich immer meine Anwaltskanzlei hatte und weitergeführt habe. Auch das hat mitunter zu Kritik geführt.

Die Abkopplung von Politik und Gesellschaft, wie sie der Prozess der immer weiteren Spezialisierung mit sich führt, sehe ich als großes Problem. Politik sollte man nicht aus der Logik von Politik heraus sondern aus der Sicht von Menschen begreifen.

Die strategische Obsession der Parteien, dass besonders diejenigen wertgeschätzt werden, die vermeintlich die größten Strategen sind, halte ich für einen Fehler. Die Wähler*innen interessieren sich nicht für Strategien sondern für glaubwürdige politische Angebote, die die Parteien entwickeln müssen.

Parteien müssen sich dabei öffnen. Lösungsangebote gilt es nicht parteiintern sondern im steten Austausch mit allen Menschen zu entwickeln.

Denn darum geht es in der Demokratie: um den Streit über Konzepte, um das Ringen um die besten Argumente und Ideen und nicht in erster Linie um Personen.Formularende

Ich bin überzeugt, dass eine Demokratie gewinnt wenn es eine Auswahl, wenn es verschiedene Ideen, Konzepte und auch Menschen gibt zwischen denen man sich entscheiden kann.
Ich bin davon überzeugt, dass man gewinnt wenn man den Mut hat sich trotz Gegenwindes einer Entscheidung zu stellen.
Ich bin davon überzeugt, dass wir alle gewinnen, wenn sich jeder im Sinne einer zukunftsorientierten, solidarischen Gesellschaft einbringt.

Ich bin überzeugt, dass diese Gesellschaft Menschen benötigt die bereit sind Zukunft zu gestalten, die den Mut haben auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen und Kritik auch zu zulassen.

In Sachsen wird 2019 entschieden in welche Richtung sich diese Gesellschaft entwickelt.

Als überzeugter Umweltschützer und Demokrat, werde ich auch weiterhin meine Stimme erheben. Ich werde dabei auch weiterhin für eine offene, demokratische Gesellschaft, für die kulturelle und soziale Teilhabe aller Menschen und für die Umwelt streiten und das hoffentlich auch weiterhin mit vielen von euch zusammen, egal in welcher Partei. Das bin ich nicht nur mir, sondern auch meinen Kindern schuldig und jenen, mit denen ich in den letzten Jahren Seite an Seite auf der Straße gestanden habe egal ob in Leipzig, Bautzen oder Freital.

Ich persönlich bin dabei lieber unbequem als angepasst.

Demokratie braucht keine Parteien sondern in erster Linie Menschen, die sich einmischen, die gestalten wollen und die sich des Handelns bemächtigen.

Ich habe in den letzten Jahren nicht Politik gemacht weil ich bei den Grünen bin sondern ich bin bei den Grünen weil ich Politik mache.

Das gilt auch unabhängig von Funktion und Mandat.

Es gibt in dieser Gesellschaft so viel zu tun und es gibt keine Rechtfertigung es nicht zu tun.

Und jetzt wäre es schön, wenn wir uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren: Ideen, Inhalte, Konzepte für eine gelingende Zukunft, für eine solidarische Gesellschaft im Einklang mit der Natur.

 

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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