Die kältesten Jahre des aktuellen Jahrzehnts.

Die kältesten Jahre des aktuellen Jahrzehnts.

Das aktuelle Jahr ist zu trocken und zu warm. Während in einigen Regionen Europas, aufgrund akuter Wasserknappheit, Wassernotfallpläne greifen, kommt es an anderen Orten zu Unwettern mit temporären Überflutungen. Ausgelöst durch Starkregenereignisse. Und das ist erst der Anfang.

Auch früher gab es Hitzejahre aber die Wahrscheinlichkeit für Hitzejahre ist mit dem Klimawandel signifikant gestiegen. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern als kalte Luft, die Folge sind Extremwettereignisse wie Starkregen, extreme Trockenheit und Überhitzung.

Dennoch und das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen, dürften es aktuell die kältesten Jahre des aktuellen Jahrzehntes sein. Die Temperaturentwicklung geht steil nach oben, ungebremst.

Wald und Forstbrände haben negative Rückkopplungen auf klimatische Effekte, so dass die Erhitzung ebenso wie durch die beschleunigte Eisschmelze weiter zunimmt, was weitere Rückkopplungseffekte auslöst.

Durch die beschleunigte Eisschmelze verändert sich der Abstrahlungskoefifzient der eingehenden Sonnenstrahlung, große Eisflächen reflektieren das Sonnenlicht stärker, dunkle Flächen wandeln UV Strahlen in Wärmestrahlen um.

Es ist derzeit weder ersichtlich, noch erkennbar, dass die Politik das Ausmaß der Katastrophe zutreffend erfasst hat oder entsprechend handelt. Auf dem G7 Gipfel hat das Thema Klima faktisch nicht stattgefunden, Beschlüsse wurden kaum gefasst. Es ist vor diesem Hintergrund das Gefühl einer Party auf der Titanic, nachdem der Eisberg das Schiff bereits gerammt hat.

Realistisch ist bestenfalls ein Abbremsen der globalen Erwärmung irgendwo zwischen 2,5- 3,2 Grad. Das 1,5 Grad Ziel ist, realistisch betrachtet, nicht mehr zu erreichen.

Damit wären wir in einem nicht mehr steuerbaren Bereich mit dramatischen Auswirkungen, die dazu führen, dass ganze Teile der Erde unbewohnbar werden. In wenigen Jahren wird sich alles ändern. Alles.

Die Biodiversitätskrise, das 6. Massensterben der Geschichte, noch gar nicht in die Betrachtung eingeschlossen.

Es gibt Menschen, die setzen in dieser Situation ihre Hoffnung auf die Innovationskraft des Menschen, der in Krisensituationen überraschende Anpassungsleistungen und Entwicklungssprünge vollzieht. Ich teile diesen Optimismus explizit nicht.

Voraussetzung dafür wäre, dass Ausmaß der gegenwärtigen Katastrophe wenigstens zutreffend zu erfassen und bereits dies ist nicht erkennbar.

Optimismus ist ein Mangel an Information (Dante).

Prima Klima.

Die Bilder und Nachrichten, wenn man sie zulässt, sind beunruhigend.

In Kanada und dem Westen der USA tobt eine extreme Hitzewelle ungeahnten Ausmaßes. 47,5 Grad tagsüber. Zum Teil mussten daraufhin Impfstationen im Freien wieder abgebaut werden, da der Aufenthalt im Freien nicht mehr zumutbar war. Die Ernte musste früher eingeholt werden, da sie sonst auf den Feldern verbrannt wäre. Fische mussten umgesetzt werden, da die Gewässer zu warm waren.

Derweil ereignete sich in Tschechien ein Tornado, der eine Schneise der Zerstörung zog und tausende Häuser beschädigte.

Bereits im April und Mai, die in Deutschland stellenweise zu kühl zu sein schien, gab es in Sibirien eine Hitzewelle mit mehr als 30 Grad und zwar nördlich des Polarkreises. Eine Abweichung von mehr als 20 Grad nach oben.

Global betrachtet war auch der in Deutschland leicht zu kühle April der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

In der vergangenen Nacht tobten schwere Unwetter insbesondere im Südwesten Deutschlands mit stellenweise knapp 100 l/qm kam es zu erheblichen Überschwemmungen und Schäden.

Das alles ist erst der Anfang.

Durch das steigen der Temperaturen könnte der Nordpol bereits bis 2035 komplett eisfrei sein mit dem Ergebnis, dass der Prozess der klimatischen Erwärmung weiter Fahrt aufnehmen könnte. Der Albedo, also das Rückstrahlungsvermögen von diffusen Oberflächen, ist bei dunklen Wasser geringer, als der von Eis. Bedeutet, dass weniger Sonnenstrahlung reflektiert wird und stattdessen mehr UV Strahlung in Wärmestrahlung umgewandelt wird.

Der gleiche Effekt wie beim abschmelzen der Gletscher.

Warme Luft kann zudem mehr Feuchtigkeit aufnehmen, Clausius- Clapeyron Formel, so dass die Wahrscheinlichkeit von Extremwettereignissen wie Starkregen mit temporären Überschwemmungen zunimmt.

Der polare Kaltlufteinbruch in Deutschland im Februar hing damit zusammen, dass der Polarwirbel instabil war und die Luftmassen nicht festhielt, so dass polare Luftmassen bis nach Mitteleuropa vordringen konnten.

Die Instabilität des polaren Wirbels könnte auch mit der Abschwächung des Nordpolarstroms zusammenhängen, der wiederum maßgeblich durch das abschmelzen des grönländischen Festlandseises verändert wird, da sich die Dichte des Meerwassers vor Grönland verändert. Die Auswirkungen davon lassen sich noch nicht genau abschätzen.

Während wir also aktuell globale Extremwettereignisse wahrnehmen, deutet viel daraufhin, dass dies alles erst der Anfang ist.

Und während der Prozess der klimatischen Erwärmung weiterhin ungebremst voranschreitet scheuen wir uns auch nach wie vor vor allzu drastischen Maßnahmen.

Angesichts dessen was uns bevorsteht erscheint die politische Diskussion von einer seltenen Ahnungs- und Teilnahmlosigkeit geprägt zu sein.

Allein die volkswirtschaftlichen Schäden durch Extremwettereignisse werden in den kommenden Jahren regelmäßig in die Milliarden gehen. Aber es wird nicht wahrgenommen.

Alle Parteien scheinen sich darauf geeinigt zu haben, dass etwas getan werden muss. Aber kein einziges Parteiprogramm ist geeignet den Prozess der klimatischen Erwärmung, jedenfalls soweit wie es den deutschen Anteil betrifft, einigermaßen gerecht zu werden.

Wir steuern sehenden Auges auf das Ende des Zeitalters der Menschen zu. Wir selbst sind dafür verantwortlich und werden es vor den kommenden Generationen zu verantworten haben.

Abschied vom Winter

Abschied

In dem Land meiner Jugend, lag im Februar Schnee. Manchmal schneite es sogar schon zu meinem Geburtstag und das auch im Tiefland. Dick eingemumelt, ohne die ganzen modischen Funktionsjacken, die heute vorzugsweise Menschen tragen, die Outdoor für eine Modemarke halten, gingen wir zur Schule oder Uni. Manchmal waren wir auch rodeln oder bauten uns eigene Eisbahnen, sehr zum Leid der Mitmenschen, die zufällig den Bereich queren mussten. Weiterlesen „Abschied vom Winter“

Wetter, Klima, Wahlkampf

Wetterposts erfreuen sich ja in den sozialen Netzwerken mitunter großer Beliebtheit.

„Oh, Sonne“,
„Mist, Regen“,
„Weil es so warm ist, kann ich jedem zeigen, dass ich irgendwo am See rumhänge“,
„Trotz arktischer Kälte gehe ich heldenhaft arbeiten“,
und so weiter.

Zum Wetter kann jeder, irgendwo was schreiben und sich daran erfreuen oder betrauern.

Derzeit am beliebtesten

„Der Mai ist viel zu kalt und zu nass.“

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Wie richten die Welt zu Grunde

Es ist warm, zu warm und das deutlich.
Dem Trend der letzten Jahre folgend hat die erste Wachstumsperiode vorzeitig begonnen. Dabei ist es deutlich zu trocken. Der relativ nasse Dezember und Januar könnten das Defizit des vergangenen Jahres nicht ausgleichen, zumal der Februar und vor allen Dingen der März und der Anfang des April deutlich zu trocken sind.

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Bilanz des Schreckens – endloser Sommer, endlose Wüste

In den sozialen Netzwerken häufen sich wieder die Einträge, die sich mit dem Thema Wetter beschäftigen. Insbesondere mit der aktuellen Hitzewelle. So schön wie viele die aktuelle Wärme oder Sonnenstunden auch empfinden, so befremdlich ist es auch. Der Mensch, vergisst leider schnell und passt sich an (Konzept der shifting baselines, nach Welzer).

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