Bestandsaufnahme: Trockenheit, Verdunstung, Anthropozän – kurz Katastrophe

Bestandsaufnahme:

Wir erleben gerade in Europa eine historische Trockenheit. Selbst wenn wieder mehr Regen fallen sollte, wird sich das nicht so leicht ausgleichen lassen, da etwa im Po Delta in Italien Meerwasser in das Delta geflossen ist, dass wiederum zu einer Versalzung der Böden führt was Auswirkungen auf die Landwirtschaft hat.

In Frankreich muss die Leistung der AKWS gedrosselt werden, da Kühlwasser fehlt, was bei AKWs, die keinen geschlossenen Kühlkreislauf haben, zu erheblichen Problemen führen kann. Auch bei AKWs, die einen geschlossenen Kühlkreislauf haben, muss die Leistung bei großer Hitze gedrosselt werden, sofern keine zusätzliche Kühlung erfolgt.

Das Problem sind dabei nicht nur die ausbleibenden Niederschläge sondern, wie bereits mehrfach diskutiert, die stärkere Verdunstung aufgrund der Temperaturzunahme. Bedeutet, dass selbst wenn der Niederschlag entlang der durchschnittlichen Menge der vergangenen Jahre fallen sollte, dass Problem der höheren Verdunstung immer noch besteht.

Das Problem der höheren Verdunstung wird dabei vor allen Dingen auch bei Tagebauseen deutlich. Diese nicht natürlichen Seen werden zur Sanierung der Tagebaurestlöcher angelegt, da man sich einen touristischen Mehrwert verspricht einerseits und die Befüllung mit Wasser kostengünstiger ist als eine komplette Renaturierung, die aber ökologisch sinnvoller wäre. Der hydrostatische Druck des Wasser stabilisiert dabei auch die Uferbereiche und Böschungen.

Große Wasserflächen führen allerdings auch zu einer Zunahme der Verdunstung, was Auswirkungen auf das Mikroklima hat und dazu führt, dass bei erheblicher Trockenheit, die zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels führen, die Seen künstlich befüllt werden müssen um sie zu stabilisieren.

Dazu wird im Regelfall Flußwasser genommen, was wiederum an anderer Stelle fehlt und auch nicht unendlich vorhanden ist. Es fehlt zum Beispiel den Wäldern.

Der Mensch hat im Vertrauen auf die Unendlichkeit vorhandener Ressourcen und der Vorstellung eines dauerhaften Wirtschaftswachstums die ökologischen Bedingungen so tiefgreifend verändert, dass wir vom Zeitalter des Anthropozäns sprechen.

Allerdings ist nicht ersichtlich, dass die Problemstellung in der wir uns befinden in Gesellschaft und Politik angekommen ist.

Im konkreten Fall wird es dazu führen, dass wir zeitnah irgendwann auch Seen in Leipzig sperren müssen, da aufgrund eines niedrigen Wasserstandes die Uferbereiche gefährdet sein könnten.

Weiterhin ist zu konstatieren, dass wir uns derzeit stabil auf eine Erhöhung der Temperatur aufgrund des Klimawandels von 2,5 bis 3,5 Grad zu bewegen, was extreme Folgen hat.

Vor diesem Hintergrund wirken die Diskussionen über Spritpreise, Tourismus, oder Parkplätze wie sie zum Teil geführt werden, wie vorsintflutliche Realitätsverweigerung.

Wir zerstören unsere Lebensgrundlage in atemberaubender Geschwindigkeit und es ist nicht erkennbar, dass dieser Umstand einstweilen zumindest als Fakt akzeptiert wird.

Der Mensch ist die Spezies, die am Ende sich selbst zerstören wird weil der Mensch in gnadenloser Arroganz gegenüber der Natur glaub Gott zu sein.

Die große Trockenheit und die Kurzsichtigkeit des Menschen.


Bislang ist das Jahr deutlich zu trocken. Stellenweise fiel nur 1/3 der durchschnittlichen Niederschlagsmenge.

Zum Problem des ausbleibenden Niederschlags kommt das Problem der zunehmenden Verdunstung. Mehr Sonnentage, mehr Hitze bedeutet auch eine höhere Verdunstung, so dass die Böden zusätzlich Wasser verlieren. Der Grundwasserspiegel ist stellenweise um bis zu 1m gesunken. Diese Entwicklung ist nicht ohne weiteres umkehrbar.

Selbst wenn es mehr Niederschlag geben sollte, wird das Problem der Verdunstung bleiben.

Verstärkt wird diese Situation zum Beispiel in Leipzig durch die Tagebaufolgelandschaft, die durch das Neuseenland geprägt ist. Die großen Wasserflächen, an Stellen an denen vorher Wald war, haben eine höhere Verdunstung.

Die Landestaalspeerenverwaltung hat gerade erst deutlich gemacht, dass etwa der Zwenkauer See jährlich 1m Wasserstandshöhe verlieren würde, wenn er nicht künstlich durch die Flüsse gespeist wird.

Die Flüsse führen allerdings auch zu wenig Wasser. Es ist derzeit nicht erkennbar, dass es eine Idee gibt, wie man zukünftig mit diesem Problem umgehen will.

Hinzu tritt der Umstand, dass das aus den Flüssen entnommene Wasser wiederum dem Auwald fehlt, was das ohnehin beschädigte Ökosystem weiter gefährdet

Statt mehr Tourismus und mehr Seen bräuchte es aber vor allen Dingen mehr Wald. Dies spiegelt sich aber nicht adäquat im Handeln der Behörden wieder.

In der Vorstellung die Tourismuswirtschaft anzukurbeln werden künstliche Seen geschaffen, die die die Bodentrockenheit verschlimmern und noch in jedes neue Biotop eingegriffen.

Beispielsweise soll am Störmthaler See ein neues Campinggebiet geschaffen werden, wozu in den Schilfgürtel eingegriffen wird und ein neues Biotop zerstört werden soll.

Das das Thema sinkender Wasserspiegel und fehlendes Wasser bei diesem.Projekt überhaupt eine Rolle in den Planungen spielt ist nicht erkennbar.

Diese unglaublich kurzsichtige Handeln wird den kommenden Generationen teuer zu stehen kommen und ist daher nicht mehr vertretbar.