Tiere essen! – Anmerkungen zu einer unangenehmen Debatte.

Tiere essen!

Bedingt durch den Krieg in der Ukraine werden auch die Lebensmittel deutlich teurer. Lieferketten werden unterbrochen, die Getreidepreise steigen.

Was wissen wir:
Wir wissen, dass ein Großteil der landwirtschaftlichen Anbauflächen nicht direkt für die Nahrungsmittelproduktion genutzt werden sondern als Tierfutter.

Durch eine Reduktion des Tierfutters und damit eine Reduktion auch der Massentierhaltung würden mehr Flächen für Weizen und Mais zur Verfügung stehen, was helfen könnte den Anstieg der Preise abzufangen und mehr Menschen mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen.

Das die Ökobilanz von Fleisch indiskutabel ist, muss nicht extra erwähnt werden.

Wir wissen auch, dass Massentierhaltung ethisch kaum zu vertreten ist, dass in den Tierfabriken multiresistente Keime heranwachsen, dass Massentierhaltung zu einer Übersäuerung der Böden führt und dafür zum Beispiel Regenwälder abgeholzt werden.

Dies sind nur einige der evidenten Gründe warum es sinnvoll wäre, den Fleischkonsum zu reduzieren. Zumal das Supermarktfleisch wenig mit Fleisch zu tun hat, sondern mit einem chemischen Produkt, dass entfernt mal so etwas wie ein Tier war, angereichert mit Wasser, chemischen Zusatzstoffen und und und.

Es wäre daher sinnvoll, dass die Lebensmittel auch die ökologischen Folgekosten abbilden. Fleisch ist vor diesem Hintergrund viel zu billig und wird darüber hinaus als Energiereserve nicht mehr benötigt. Jedenfalls nicht in diesen Massen.

Das täglicher Fleischkonsum zudem eine Gesundheitsbelastung ist, dürfte auch bekannt sein.

In den aktuellen Krisen zeigt sich, dass unsere Art zu leben das Problem ist. Das die massenhafte Verfügbarkeit von Billigfleisch auch eine der Gründe ist, die uns in eine ökologische Katastrophe geführt haben.

Unsere Art zu leben, zum Beispiel auch das Anlegen von Kiefernforst, die in der Klimakrise wie Streihhölzer brennen, weil wir schnell wachsendes billiges Holz wollten, ist ein weiterer Beleg für diese These.

Wenn wir uns darauf konzentrieren würden Grundnahrungsmittel wie Getreide und Obst und Gemüse in ausreichend Mengen zu produzieren und wertvolle landwirtschaftliche Flächen nicht mehr für Biosprit und Massentierhaltung verschwenden, könnten wir der Lösung näher kommen.

Viele Menschen wollen sich mit diesen Zusammenhängen nicht auseinandersetzen. Das eigene Leben wird von der sich vor unseren Augen abspielenden Katastrophe abgespaltet.

Und genau das ist das Problem. Tiere zu essen ist vor diesem Hintergrund auch ein Ausdruck der menschlichen Ignoranz und der Unfähigkeit eine adäquate Antwort auf ein Problem zu geben, dass die Existenz des Menschen auf der Erde ernsthaft gefährdet.

Die Stille Katastrophe – Umweltzerstörung im 21. Jahrhundert.

Vielleicht ist es notwendig anhand nüchterner Zahlen eine Katastrophe zu beschreiben. Eine Katastrophe, die sich so langsam vollzieht, dass wir sie kaum mit bekommen.
Dank der menschlichen Fähigkeit der Anpassung, bekommen wir die veränderten Umweltbedingungen nicht mit. Die „shifting baselines“ vermitteln eine neue Normalität.

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Sachsens Landwirtschaft unabhängig von Pestiziden machen. Glyphosat-Ausstieg jetzt! – Einbringungsrede

Das nicht nur in Sachsen vom zuständigen Ministerium favorisierte Prinzip „Wachsen oder Weichen“ hat in den letzten Jahrzehnten den gesamten landwirtschaftlichen Sektor sozial und wirtschaftlich zu einem Pflegefall gemacht. Die Arbeitsbedingungen sind in der konventionellen Landwirtschaft der Natur entfremdet und haben industriellen Charakter.

Vor dem Hintergrund der aktuellen EU-Agrarpolitik und den aktuellen globalen Handelsbedingungen bleibt dem einzelnen Landwirt auch kaum die Chance, anderen Kriterien einen höheren Stellenwert einzuräumen. Das hat dazu geführt, dass die langfristige ökologische Verträglichkeit der praktizierten Bewirtschaftung aus dem Blickwinkel geraten ist. Neben der Belastung des Trinkwassers mit Nitrat und Bioziden ist die Bodenverdichtung eines der großen Probleme, welches sich aus dieser einseitigen Quantitätsorientierung in den Industrieländern ergibt.

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