Club- und Kulturkataster.

Es war einmal Club. Die Menschen liebten ihn. Er war ein bisschen wie das Sisyphos in Berlin. Mit Nischen und Ecken, verspielt und zum entdecken. Es war das So und So.

Und vielleicht würde es diesen Club noch geben, denn da wo er stehen sollte und stand ist jetzt nichts mehr. Ein leeres, totes Baufeld.

Vielleicht wäre alles anders gekommen hätte es damals schon ein Clubkataster gegeben, das anzeigt wo es überall Clubs- und Livemusikspielstätten gibt. Und man hätte diesen Informationen nehmen können um sie von Anfang in den Prozess der Bauleitplanung einzuspeisen.

Eben nicht nur Quartiere am Reißbrett planen, wo Kultur bitte aseptisch sein soll und nicht stören darf. Aber Kultur muss stören, muss aufbegehren, muss unbequem sein. Eine Stadt, nur zum arbeiten und schlafen, ist keine Stadt, hat keinen Reiz sondern ist to

Und Clubkultur ist Kultur. Ist wichtig. Ist ein Ort, wo Menschen sich begegnen und Erfahrungen sammeln können.

2018 demonstrierten wir für den Erhalt der Clubs mit tausenden Menschen. Wir tanzten bis zum Morgen. Wir schrieben Anträge und Petitionen. Nicht aufgeben, nichts verzeihen. Die Orte, die wir brauchen verteidigen.

Orte, wo Menschen sich treffen können in einem safe space und über die Liebe zur Musik eine Sprache finden.

Mehr als 4000 Menschen unterschrieben die Petition des LiveKommbinat Leipzig e.V., die ich mit bearbeiten durfte, zum Erhalt und für das Clubkataster. Und Menschen fingen an zu arbeiten.

Und jetzt endlich ist es da: das Clubkataster, dass weiter entwickelt werden soll zum Kulturkataster und die Orte der Kultur für alle sichtbar macht und damit auch Berücksichtigung finden kann in der Gestaltung der Stadt.

Nein, das So und So, geliebtes Kleinod, Zufluchtsort für die Rebellion der Träumer, haben wir nicht gerettet aber es ist nicht umsonst gestorben.

Die Kämpfe waren nicht umsonst, denn es gibt jetzt eine Grundlage für den Erhalt des Bestehenden zu kämpfen und auch sichtbar zu machen wo Kultur fehlt.

Es war nicht umsonst und tausende Menschen haben mit ihrer Unterschrift und ihrem Engagement es mit möglich gemacht.

Es stimmt. Demokratie ist manchmal anstrengend und Verwaltungsarbeit langwierig aber sie ist eben nicht sinnlos sondern wird durch das Handeln vieler erfolgreich.

Kein Club wird je vergessen werden.
Forever So und So.

Was fehlt. – Ambiguitätstoleranz



Die Tage sind grau. Es ist der Anfang des Jahres. Und nach wie vor habe ich den Eindruck, dass wir immer noch keinen Umgang mit der Situation gefunden haben. Einer Situation, die viele vor Herausforderungen stellt.

Ich bin nicht mehr oft weggegangen, auch vor der Pandemie nicht, weil mir die Zeit fehlt. Aber manchmal reicht es schon aus die Möglichkeit zu haben um sich unbeschwert zu treffen, wieder in den Armen zu liegen.

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Vor einem Jahr schlossen die Clubs.

Langsam wurden die Nachrichten bedrohlicher, drängender. Etwas war geschehen. Das Virus war zu uns gekommen. Vor einem Jahr gab es noch keine Diskussion über den R- Wert, Impfungen oder Inzidenzzahlen.
Aber es gab die ersten Nachrichten, eine dunkle Vorahnung, dass etwas geschehen würde.

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#nurmitKultur Aktionstag in Leipzig

#nurmitKultur

Sonnabend. Jetzt wäre die Zeit sich vorzubereiten, Freund*innen zu treffen, in die Nacht auszuschwärmen und in der Dunkelheit der Clubs abzutauchen.
In der Musik aufgehen und dann trunken von Glück und Rausch, manchmal erst am nächsten Morgen, nach Hause zu kommen.
Mit dem Gefühl der Töne, mit dem Gefühl der Nacht, mit dem leeren Kopf voller Gedanken.

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Eines langen Tages – Reise in die Nacht. Abschied vom So&So.

Eines langen Tages – Reise in die Nacht. Abschied vom So&So.

Die Nacht, dieser unendliche Möglichkeitsraum, eingehegt auf einem alten Bahngelände im Norden Leipzigs, da wo sonst wenig ist und selbst die Süddeutsche Zeitung über den vergessenen Norden sprach. Da draußen vor der Tür, mitten im Nirgendwo, liegt das So&So

Wenn man an Subkultur, an Clubs, an Freiräume denkt in Leipzig, denkt man an die durchgentrifizierte Südvorstadt mit der Karli, die auf das Bermuda Dreieck in Connewitz zuläuft mit der alternativen Kultur und den wilden Räumen, die in der Öffentlichkeit gern verklärt werden. Im Osten schließt sich Hipsterhausen an, mit eigenen Clubs, Orten und Treffpunkten und den vielen, kleinen halblegalen Ladenkneipen und Kleinclubs, die abseits der Öffentlichkeit Räume geben. Im Westen in Plagwitz, wo der Gründermythos wieder neue Kraft erfahren hat und Stätten entstanden sind und zwischendurch wieder verdrängt wurden. Und in der Karl-Heine Straße jetzt schon Würstchenbuden den Blick stören sollen. Weiterlesen „Eines langen Tages – Reise in die Nacht. Abschied vom So&So.“

Wenn die Clubs sterben…

In vielen Städten ist die Clubkultur gefährdet. Entweder weil Städte wachsen und Räume weniger werden oder weil repressive Politik und ökonomischer Druck vielen Projekten die Luft zum Atmen nimmt.

Eine Klage in zunehmender Lautstärke, die man aus Hamburg und Berlin hört und auch aus Leipzig.
Clubs sind Katalysatoren einer gesellschaftlichen Entwicklung, schaffen Frei- und Erlebnisräume, führen Menschen zusammen. Weiterlesen „Wenn die Clubs sterben…“

Bauhaus, Fischfilet und Faschismus

Ein Beitrag zur aktuellen Debatte um das Bauhaus und die Band Feine Sahne Fischfilet.

Das staatliche Bauhaus wurde einst als Kunstschule 1919 von Walter Gropius gegründet. Sowohl ein Blick auf die Bedeutung des Bauhaus auf die Geschichte der Architektur als auch ein Blick in die Geschichte des Bauhauses selber lohnt. Weiterlesen „Bauhaus, Fischfilet und Faschismus“

Auf Clubtour mit der IG LiveKommbinat Leipzig.

 

Die Interessengemeinschaft der Livemusikspielstätten hatte zur ersten Clubtour eingeladen. Gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung ging es darum die Einzigartigkeit und Vielgestaltigkeit der Leipziger Clubkultur zu zeigen und Politik und Verwaltung für die Anliegen zu sensibilisieren.
Und es ist auch ein schönes Zeichen, dass Vertreter aller demokratischen Stadtratsfraktionen da waren, bis auf die CDU Leipzig. Livemusik, Clubs, Kulturstätten ist für die CDU ganz offenbar kein Thema und man hört es unter der Hand raunen, dass die Begründung der CDU sei, dass dies nicht ihrem Kulturverständnis entspreche. Warum eigentlich nicht?

Lassen wir es bei Seite begeben uns hinein in die schillernden Farben der Nacht. Weiterlesen „Auf Clubtour mit der IG LiveKommbinat Leipzig.“