So wie es war, wird es nicht mehr werden. Die Krise(n) sind auch eine Chance!

Wir Menschen tendieren dazu die Vergangenheit zu verklären, während Veränderungen oft mit einem Abwehrreiz einhergehen.

Es fällt uns schwer Veränderungen , die wir selber nicht steuern können zu akzeptieren und daraus zu einem Handeln zu kommen.

Doch gerade jetzt in Zeiten multipler Krisen wird es kein Zurück mehr geben. Das Klima ist ebenso unwiederbringlich verändert, wie auch die Preissteigerungen sich nicht wieder zurückdrehen lassen.

Ein bisschen etwas ändern, damit alles so bleiben kann, ist vor diesem Hintergrund eine beschwichtigende Lüge, die viele so gern glauben wollen und von allzu vielen Politiker*innen verbreitet wird.

Es funktioniert weil die Zukunft, noch nicht fassbar ist, während die Vergangenheit einfacher erschien, abgeschlossen. Der Mensch kann nicht gut mit Dingen umgehen, die Mensch nicht kennt. Das Unbekannte ist eher mit Angst verknüpft als mit positiven Assoziationen.

Grundsätzliche Veränderungen, brauchen aber auch grundsätzliche Lösungen. Unsere Art zu leben ist in der Krise und diese Krise wird nicht mit dem Ende des Krieges verschwinden und auch die Preissteigerungen werden sich nicht umkehren lassen, da unsere Natur an vielen Stellen nur endliche Ressourcen zur Verfügung stellt und die bedingungslose Ausbeutung dieser Ressourcen, ohne Chance, dass sich die Natur erholen kann, offensichtlich und für jeden Menschen greifbar nicht funktionieren kann. Seit Jahrzehnten lebt der Mensch über diese Ressourcen und doch erwächst aus der Erkenntnis, dass wir uns selber zerstören kein Handeln.

Genau jetzt wäre die Zeit, statt alle Energie darauf zu lenken, dass alles irgendwie so bleiben kann, wie es ist, darüber nachzudenken, wie eine Welt und eine Gesellschaft nach der Krise aussehen kann.

Die Zeit des bedingungslosen Wachstums ist vorbei. Die Party ist vorbei.

Weder die Veränderung des Klimas, noch das Sterben der Arten, das schwinden der natürlichen Ressourcen sind umkehrbar.

Entweder wir erkennen es, auch in der Bereitschaft zu handeln und auch sein eigenes Lebensmodell zu hinterfragen oder wir werden alle scheitern.

So wie es war, wird es nicht mehr werden. Die Vergangenheit ist vorbei.

Wann immer es brennt. – Waldbrände, Totholz und Co

Bedingt durch die Trockenheit hat auch das Risiko für Waldbrände zugenommen und zeigt sich auch entsprechend in Brandereignissen in Europa.

Es wird nach den Brandquellen gesucht und von einigen Politikern, so etwa vom sächsischen Ministerpräsidenten eine Diskussion über Totholz angefeuert.

Zum einen lohnt ein Blick auf die Brandressilienz von Wäldern. Was an vielen Stellen brennt ist nicht der Wald sondern sind Forste, dass heißt durch Menschen geschaffene Gebiete mit einer Dominanz an schnell wachsenden Nadelbäumen.

Diese wurden angelegt um durch die schnell wachsenden Hölzer Baustoffe zur Verfügung zu haben. Dass diese Forste besonders anfällig für Schadereignisse sind ist seit längerer Zeit bekannt.

Mischwälder, sind deutlich widerstandsfähiger auch gegenüber Schadereignissen und zwar insbesondere dann wenn Bäume geschlossen stehen.

Nunmehr wird auch eine Totholz Diskussion geführt. Der erste der diese Diskussion anstieß war übrigens der ehemalige Präsident der USA Donald Trump, der damit meinte Waldbrände erklären zu können und nur einmal mehr seine Unwissenheit zum besten gab.

Unter dem Eindruck der Brände will nun auch der sächsische Ministerpräsident „Ideologiefrei“ über Totholz diskutieren.

Richtig ist, dass Totholz die Brandlast im Wald unter bestimmten Voraussetzungen erhöhen kann. Aus diesem Grund gibt es durchaus Feuerwehrleute, die eine stärkere Beseitigung der Brandlast anmahnen.

Richtig ist allerdings auch das Totholz für den Wald und insbesondere für Insekten ungeheuer wichtig ist. In einem gemischten Wald dämmt zudem, die auf dem Waldboden aufliegende Auflage von verschiedenen Hölzern und zum Teil Laub, auch Brandereignisse.

Die Idee Totholz zu beseitigen um damit die Brandgefahr zu verringern zeugt vor diesem Hintergrund vor allen Dingen von Ahnungslosigkeit.

Trotzdem ist es wichtig vor dem Hintergrund von weiterhin zunehmenden Temperaturen, damit einhergehender größerer Verdunstung und damit Zunahme von Trockenheit, die Brände begünstigt, sich stärker mit dem Thema auseinanderzusetzen und Vorsorge zu treffen.

Das bedeutet allerdings auch, dass es keine Monokulturen mehr geben darf. Dies wiederum führt zu einem Folgeproblem. Nachwachsende Rohstoffe wie Holz sind beim Bau von Häusern zu bevorzugen, da der CO2 Fußabdruck günstiger ist und sie darüber hinaus hinsichtlich Dämmung bessere Eigenschaften aufweisen.

Weniger Forst, weniger Monokulturen, ressilierentere Waldkulturen wird daher auch zu einer weiteren Preissteigerung führen.

Auch hier zeigt sich das unbegrenztes Wachstum eine Illusion ist. Viel stärker müsste es auch um die Wideraufbereitung von bereits verbauten Holz gehen.

Auch und gerade bei den Bränden zeigt sich: Was brennt ist nicht der Wald sondern unsere Art zu leben.

Bestandsaufnahme: Trockenheit, Verdunstung, Anthropozän – kurz Katastrophe

Bestandsaufnahme:

Wir erleben gerade in Europa eine historische Trockenheit. Selbst wenn wieder mehr Regen fallen sollte, wird sich das nicht so leicht ausgleichen lassen, da etwa im Po Delta in Italien Meerwasser in das Delta geflossen ist, dass wiederum zu einer Versalzung der Böden führt was Auswirkungen auf die Landwirtschaft hat.

In Frankreich muss die Leistung der AKWS gedrosselt werden, da Kühlwasser fehlt, was bei AKWs, die keinen geschlossenen Kühlkreislauf haben, zu erheblichen Problemen führen kann. Auch bei AKWs, die einen geschlossenen Kühlkreislauf haben, muss die Leistung bei großer Hitze gedrosselt werden, sofern keine zusätzliche Kühlung erfolgt.

Das Problem sind dabei nicht nur die ausbleibenden Niederschläge sondern, wie bereits mehrfach diskutiert, die stärkere Verdunstung aufgrund der Temperaturzunahme. Bedeutet, dass selbst wenn der Niederschlag entlang der durchschnittlichen Menge der vergangenen Jahre fallen sollte, dass Problem der höheren Verdunstung immer noch besteht.

Das Problem der höheren Verdunstung wird dabei vor allen Dingen auch bei Tagebauseen deutlich. Diese nicht natürlichen Seen werden zur Sanierung der Tagebaurestlöcher angelegt, da man sich einen touristischen Mehrwert verspricht einerseits und die Befüllung mit Wasser kostengünstiger ist als eine komplette Renaturierung, die aber ökologisch sinnvoller wäre. Der hydrostatische Druck des Wasser stabilisiert dabei auch die Uferbereiche und Böschungen.

Große Wasserflächen führen allerdings auch zu einer Zunahme der Verdunstung, was Auswirkungen auf das Mikroklima hat und dazu führt, dass bei erheblicher Trockenheit, die zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels führen, die Seen künstlich befüllt werden müssen um sie zu stabilisieren.

Dazu wird im Regelfall Flußwasser genommen, was wiederum an anderer Stelle fehlt und auch nicht unendlich vorhanden ist. Es fehlt zum Beispiel den Wäldern.

Der Mensch hat im Vertrauen auf die Unendlichkeit vorhandener Ressourcen und der Vorstellung eines dauerhaften Wirtschaftswachstums die ökologischen Bedingungen so tiefgreifend verändert, dass wir vom Zeitalter des Anthropozäns sprechen.

Allerdings ist nicht ersichtlich, dass die Problemstellung in der wir uns befinden in Gesellschaft und Politik angekommen ist.

Im konkreten Fall wird es dazu führen, dass wir zeitnah irgendwann auch Seen in Leipzig sperren müssen, da aufgrund eines niedrigen Wasserstandes die Uferbereiche gefährdet sein könnten.

Weiterhin ist zu konstatieren, dass wir uns derzeit stabil auf eine Erhöhung der Temperatur aufgrund des Klimawandels von 2,5 bis 3,5 Grad zu bewegen, was extreme Folgen hat.

Vor diesem Hintergrund wirken die Diskussionen über Spritpreise, Tourismus, oder Parkplätze wie sie zum Teil geführt werden, wie vorsintflutliche Realitätsverweigerung.

Wir zerstören unsere Lebensgrundlage in atemberaubender Geschwindigkeit und es ist nicht erkennbar, dass dieser Umstand einstweilen zumindest als Fakt akzeptiert wird.

Der Mensch ist die Spezies, die am Ende sich selbst zerstören wird weil der Mensch in gnadenloser Arroganz gegenüber der Natur glaub Gott zu sein.

TransformLeJ- notwendige Kritik am Ausbau des Flughafens Leipzig- Halle

Menschen rennen auf einen Hügel und besetzen ihn. Pflanzen auf den Abbraum eines neu angelegten Löschwasserbeckens Bäume. „Anbau statt Ausbau“, fordern sie.


Der Flughafen Leipzig- Halle soll weiter ausgebaut werden. Er sichert auch als hubleipzig Drehkreuz 15.000 Menschen Arbeitsplätze und im Kernschatten des Flughafens sind mehr als 30.000 Menschen vom.Fluglärm betroffen. Lärm der krank macht.


Das Umweltbundesamt fordert ein generelles Nachtflugverbot. Geflogen wird trotzdem.
Auch Abschiebeflüge oder Militärtechnik. Der Flughafen Leipzig Halle ist der größte militärische Umschlagplatz in Zentraleuropa.


Und daneben noch die Klimakrise. Die Idee des endlosen Wachstums in einer begrenzten Welt führt auch dazu, dass wir die Erderwärmung nicht bremsen. Die Folge ist die Zunahme der Katastrophen, wie even auch von Waldbränden , Trockenheit, Überschwemmungen. Der Mensch zerstört seine eigenen Lebensgrundlagen.


@transform.lej hatte zum Protest gerufen um diese Kritik deutlich zu machen. Um auch für Alternativen zu werben.


Wir sind in einer Krise und leben in einer Unfähigkeit adäquat zu handeln. Der Ausbau des Flughafens löst keine Probleme. Er bringt neue.

Letztes Jahr demonstrierten 80 Menschen und besetzten symbolisch eine Zufahrt. Zum Teil wurden sie fast 60 h in Gewahrsam genommen. Nichts ist vergessen.


.

Hitzeplan, Trockenheit und Starkregen – was zu tun wäre

Gestern war vermutlich der heißeste Tag in Leipzig, jedenfalls seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Zwar wird es in den nächsten Tagen etwas kühler. Kräftiger Regen ist aber weiterhin nicht in Sicht und ab nächste Woche sollen die Temperaturen auch wieder über 30 Grad steigen.

Zur Hitze tritt als zusätzliches Problem das deutliche Niederschlagsdefizit, dass eine zusätzliche Belastung darstellt und insbesondere für Pflanzen und Tiere ein Problem ist und die Brandgefahr signifikant erhöht. Brände, die oft durch menschliche Fehler ausgelöst werden.

Umso unverständlicher ist es, dass auch gestern Bäume gefällt wurden und das mit Ausnahmegenehmigung der Stadt oder weiterhin Rasen gemäht wird.

Der Präsident des Umweltbundeamtes hat vor diesem Hintergrund angemahnt, dass die Städte sich viel stärker mit dem Thema Klimawandelanpassung auseinandersetzen müssen und dafür Hitzemaßnahmepläne aufstellen sollten.

Ein erster Schritt wäre, die weitere Versiegelung von Boden zu stoppen,
während der Hitzeperioden ein Verbot für die Wiesenmahd auszusprechen und Baumfällungen außerhalb der Fällsaison komplett zu untersagen und Verstöße konsequent ahnden.

Flächen in der Stadt müssen entsiegelt werden, Trinkbrunnen sollten geschaffen werden und die Bepflanzung mit Straßenbegleitgrün sowie Fassadenbegrünung sollte verpflichtend werden bzw. konsequenter umgesetzt werden.

Vom Umgang mit diesem Thema und der Anpassung an den Klimawandel hängen Menschenleben ab.

Die kältesten Jahre des aktuellen Jahrzehnts.

Die kältesten Jahre des aktuellen Jahrzehnts.

Das aktuelle Jahr ist zu trocken und zu warm. Während in einigen Regionen Europas, aufgrund akuter Wasserknappheit, Wassernotfallpläne greifen, kommt es an anderen Orten zu Unwettern mit temporären Überflutungen. Ausgelöst durch Starkregenereignisse. Und das ist erst der Anfang.

Auch früher gab es Hitzejahre aber die Wahrscheinlichkeit für Hitzejahre ist mit dem Klimawandel signifikant gestiegen. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern als kalte Luft, die Folge sind Extremwettereignisse wie Starkregen, extreme Trockenheit und Überhitzung.

Dennoch und das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen, dürften es aktuell die kältesten Jahre des aktuellen Jahrzehntes sein. Die Temperaturentwicklung geht steil nach oben, ungebremst.

Wald und Forstbrände haben negative Rückkopplungen auf klimatische Effekte, so dass die Erhitzung ebenso wie durch die beschleunigte Eisschmelze weiter zunimmt, was weitere Rückkopplungseffekte auslöst.

Durch die beschleunigte Eisschmelze verändert sich der Abstrahlungskoefifzient der eingehenden Sonnenstrahlung, große Eisflächen reflektieren das Sonnenlicht stärker, dunkle Flächen wandeln UV Strahlen in Wärmestrahlen um.

Es ist derzeit weder ersichtlich, noch erkennbar, dass die Politik das Ausmaß der Katastrophe zutreffend erfasst hat oder entsprechend handelt. Auf dem G7 Gipfel hat das Thema Klima faktisch nicht stattgefunden, Beschlüsse wurden kaum gefasst. Es ist vor diesem Hintergrund das Gefühl einer Party auf der Titanic, nachdem der Eisberg das Schiff bereits gerammt hat.

Realistisch ist bestenfalls ein Abbremsen der globalen Erwärmung irgendwo zwischen 2,5- 3,2 Grad. Das 1,5 Grad Ziel ist, realistisch betrachtet, nicht mehr zu erreichen.

Damit wären wir in einem nicht mehr steuerbaren Bereich mit dramatischen Auswirkungen, die dazu führen, dass ganze Teile der Erde unbewohnbar werden. In wenigen Jahren wird sich alles ändern. Alles.

Die Biodiversitätskrise, das 6. Massensterben der Geschichte, noch gar nicht in die Betrachtung eingeschlossen.

Es gibt Menschen, die setzen in dieser Situation ihre Hoffnung auf die Innovationskraft des Menschen, der in Krisensituationen überraschende Anpassungsleistungen und Entwicklungssprünge vollzieht. Ich teile diesen Optimismus explizit nicht.

Voraussetzung dafür wäre, dass Ausmaß der gegenwärtigen Katastrophe wenigstens zutreffend zu erfassen und bereits dies ist nicht erkennbar.

Optimismus ist ein Mangel an Information (Dante).

Doomsday Gletscher



Fast unbemerkt von der großen Öffentlichkeit, jenseits der Hektik und Aufregung des Alltags vollzieht sich gerade etwas, dass uns allen Sorge machen sollte.

Der Thwaites Gletscher in der Westantarktis, auch Doomsday Gletscher genannt, zerbricht deutlich schneller als bislang angenommen, wie mehrere Studien darlegen.

Weiterlesen „Doomsday Gletscher“

„Weil jetzt ein solcher Tag ist, ändert man nicht die Politik.“

„Weil jetzt ein solcher Tag ist, ändert man nicht die Politik.“

So hat sich der CDU Kanzlerkandidat angesichts der Bilder aus Rheinland- Pfalz und Nordrhein- Westfalen geäußert.

Wie in Super SloMo sind wir Teil einer Katastrophe. Sehr nah. Zu schnell, als das Zeit bleibt und zu langsam als das es uns ständig begleiten würde.

Nach den Unwettern, in einer Troglage, die das Tief Bernd zwischen zwei Hochdruckwetterlagen eingezwengt hat, mit dem Ergebnis, dass wenig Bewegung aber viel Niederschlag kam, ist Zeit zum Aufräumen.

Stand jetzt: sind mindestens 80 Menschen gestorben, Dutzende werden noch vermisst. Ganze Ortschaften sind verwüstet. Es ist keine normale Flut, es ist eine Katastrophe.

Eine Katastrophe mit Ansage, mit Vorgeschichte.
Auch früher hat es Extremwetterlagen gegeben. Starkregenereignisse etwa, oder sehr viel Niederschlag, der sich auf einen bestimmte Fläche konzentriert, mit der Folge von temporären Hochwassereignissen.

Der Klimawandel aber zeigt uns, dass die Wahrscheinlichkeit für Extremwettereignisse zugenommen hat. Weiterhin zunimmt und zwar, dass ist das eigentlich schockierende, in einer Geschwindigkeit, die die bisherigen Prognosen übertrifft.

Seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist klar, dass wir auf eine Katastrophe zusteuern. Die Dringlichkeit zum Handeln von Jahr zu Jahr zunimmt. Seit geraumer Zeit wird darauf hingewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit von Extremwettereignissen: wie Dürre einerseits und temporären Hochwassereignissen zunimmt. Nur die Politik wollte es nicht wahrhaben.

Immer dann wenn entschiedenes Handeln gefordert wird, folgen die Gegenargumente. Man muss doch die Menschen mitnehmen und die Arbeitsplätze.

Die meteorologische Lage auf diesen Planeten, in diesem Jahr zeigt mit Nachdruck, dass wir keine Zeit mehr haben. Zeigt, dass es mit ein bisschen Klimaschutz schon lange nicht mehr getan ist.

Weltweit gesehen schmilzt das Eis schneller als erwartet, tauen die Permafrostböden schneller als gedacht, was zusätzlich Methan freisetzt, nehmen Hitzewellen und Starkregenereignisse zu und das alles in einer Geschwindigkeit, die die Prognosen des IPCC übertrifft.

Fakt ist, der Klimawandel ist und ist weit schneller als erwartet. Fakt ist auch, dass die Katastrophe auf die wir, nach wie vor faktisch ungebremst zusteuern, bei vielem Menschen immer noch nicht im Bewusstsein angekommen ist.

Es geht nicht um die Frage, ob der Kanzlerkandidat der Union „Junge Frau“ gesagt hat, oder in seinem Dialekt „Entschuldijung Frau ….“ sagen wollte.

Es geht um den nachfolgenden Satz, dass man wegen eines Ereignisses, seine Politik nicht ändert. Nein, wegen eines Ereignisses sicher nicht aber unter Berücksichtigung aller Umstände ist es höchste Zeit alles zu ändern.

Es geht um nichts weniger als das Überleben der Menschheit auf diesen Planeten und die Zeit läuft uns davon.

Prima Klima.

Die Bilder und Nachrichten, wenn man sie zulässt, sind beunruhigend.

In Kanada und dem Westen der USA tobt eine extreme Hitzewelle ungeahnten Ausmaßes. 47,5 Grad tagsüber. Zum Teil mussten daraufhin Impfstationen im Freien wieder abgebaut werden, da der Aufenthalt im Freien nicht mehr zumutbar war. Die Ernte musste früher eingeholt werden, da sie sonst auf den Feldern verbrannt wäre. Fische mussten umgesetzt werden, da die Gewässer zu warm waren.

Derweil ereignete sich in Tschechien ein Tornado, der eine Schneise der Zerstörung zog und tausende Häuser beschädigte.

Bereits im April und Mai, die in Deutschland stellenweise zu kühl zu sein schien, gab es in Sibirien eine Hitzewelle mit mehr als 30 Grad und zwar nördlich des Polarkreises. Eine Abweichung von mehr als 20 Grad nach oben.

Global betrachtet war auch der in Deutschland leicht zu kühle April der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

In der vergangenen Nacht tobten schwere Unwetter insbesondere im Südwesten Deutschlands mit stellenweise knapp 100 l/qm kam es zu erheblichen Überschwemmungen und Schäden.

Das alles ist erst der Anfang.

Durch das steigen der Temperaturen könnte der Nordpol bereits bis 2035 komplett eisfrei sein mit dem Ergebnis, dass der Prozess der klimatischen Erwärmung weiter Fahrt aufnehmen könnte. Der Albedo, also das Rückstrahlungsvermögen von diffusen Oberflächen, ist bei dunklen Wasser geringer, als der von Eis. Bedeutet, dass weniger Sonnenstrahlung reflektiert wird und stattdessen mehr UV Strahlung in Wärmestrahlung umgewandelt wird.

Der gleiche Effekt wie beim abschmelzen der Gletscher.

Warme Luft kann zudem mehr Feuchtigkeit aufnehmen, Clausius- Clapeyron Formel, so dass die Wahrscheinlichkeit von Extremwettereignissen wie Starkregen mit temporären Überschwemmungen zunimmt.

Der polare Kaltlufteinbruch in Deutschland im Februar hing damit zusammen, dass der Polarwirbel instabil war und die Luftmassen nicht festhielt, so dass polare Luftmassen bis nach Mitteleuropa vordringen konnten.

Die Instabilität des polaren Wirbels könnte auch mit der Abschwächung des Nordpolarstroms zusammenhängen, der wiederum maßgeblich durch das abschmelzen des grönländischen Festlandseises verändert wird, da sich die Dichte des Meerwassers vor Grönland verändert. Die Auswirkungen davon lassen sich noch nicht genau abschätzen.

Während wir also aktuell globale Extremwettereignisse wahrnehmen, deutet viel daraufhin, dass dies alles erst der Anfang ist.

Und während der Prozess der klimatischen Erwärmung weiterhin ungebremst voranschreitet scheuen wir uns auch nach wie vor vor allzu drastischen Maßnahmen.

Angesichts dessen was uns bevorsteht erscheint die politische Diskussion von einer seltenen Ahnungs- und Teilnahmlosigkeit geprägt zu sein.

Allein die volkswirtschaftlichen Schäden durch Extremwettereignisse werden in den kommenden Jahren regelmäßig in die Milliarden gehen. Aber es wird nicht wahrgenommen.

Alle Parteien scheinen sich darauf geeinigt zu haben, dass etwas getan werden muss. Aber kein einziges Parteiprogramm ist geeignet den Prozess der klimatischen Erwärmung, jedenfalls soweit wie es den deutschen Anteil betrifft, einigermaßen gerecht zu werden.

Wir steuern sehenden Auges auf das Ende des Zeitalters der Menschen zu. Wir selbst sind dafür verantwortlich und werden es vor den kommenden Generationen zu verantworten haben.

Abschied vom Winter

Abschied

In dem Land meiner Jugend, lag im Februar Schnee. Manchmal schneite es sogar schon zu meinem Geburtstag und das auch im Tiefland. Dick eingemumelt, ohne die ganzen modischen Funktionsjacken, die heute vorzugsweise Menschen tragen, die Outdoor für eine Modemarke halten, gingen wir zur Schule oder Uni. Manchmal waren wir auch rodeln oder bauten uns eigene Eisbahnen, sehr zum Leid der Mitmenschen, die zufällig den Bereich queren mussten. Weiterlesen „Abschied vom Winter“