„Am Ende des Waldes“

Wir reden über die Klimakrise und darüber, was wir noch tun können, während wir unaufhaltsam in Richtung der Unbeherrschbarkeit der Auswirkungen der menschengemachten Situation laufen.

Einer der wichtigsten Punkte dabei wäre anzuerkennen, dass unser Lebensstil das Problem ist. Dass das materialistische Wohlstandsversprechen, dass sich in immer größeren Wohnungen, Autos, Flugreisen und Steaks materialisiert, eine Lüge ist, die am Ende in die globale Katastrophe mündet.

Und der erste Schritt ist zu erkennen, dass unser Lebensstil massiv Schulden für kommende Generationen anhäuft. Deswegen müssen wir stärker nicht nur über Nachhaltigkeit, sondern auch über Suffizienz sprechen.

Aber diese unbequeme Wahrheit, dass ein „höher, schneller, größer und weiter“ nicht unbegrenzt zur Verfügung steht, wird von Politiker*innen selten ausgesprochen.

What about Leipzig?

Leipzig ist nach wie vor eine der am dynamischsten wachsenden Städte Deutschlands. In der Folge wird Wohnraum knapp und neue Baugebiete werden erschlossen. Dies auch, weil die Wohnungsgrößen kontinuierlich zugenommen haben.

Mit dem Wachstum der Städte schwindet jedoch auch die Anzahl an Grünflächen und Bäumen, die wir aber dringend brauchen. Grünflächen sind ein effektiver Beitrag zur Veränderung des Mikroklimas. Mit der Zunahme an tropischen Tagen brauchen wir mehr natürliche Grünflächen und Straßenbäume in der Stadt und ausreichend viele Kaltluftschneisen.

Der Leipziger Auwald, dem es aufgrund des übersteuerten Gewässerknotens und der damit fehlenden Auendynamik nicht gut geht, täuscht darüber hinweg, dass Leipzig deutlich zu wenig Waldflächen hat. Schmale 6,5% Waldfläche gibt es. Anzustreben und festgelegt sind 10%.

Wie mehr Waldflächen geschaffen werden können, ist derzeit offen. Die Aufstockung des Programms für Straßenbäume ist zwar erfolgreich, aber in der Summe von Park- und Straßenbäumen, ohne Waldbäume, haben wir in den letzten Jahren aufgrund zahlreicher Verluste dennoch einen negativen Saldo.

Statt mehr Bäume zu gewinnen, verlieren wir jedes Jahr viele. Eingriffs- und Ausgleichsflächen nicht eingerechnet.

Hitzestress, Extremwettereignisse wie auch die Zunahme von Stürmen werden die Probleme noch verschärfen. Diese Veränderungen kommen schneller als Politik und Gesellschaft bereit sind zu handeln.

Was notwendig wäre, ist eine Aufstockung der Mittel für das Straßenbaumkonzept um jedes Jahr tatsächlich ein Wachstumsplus von 1.000 Bäumen zu erreichen.

Bebauungspläne müssten deutlich stärker bestehende Grünflächen in den Blick nehmen und versuchen Bestandsbäume zu erhalten, als zunächst die Flächen zu planieren und dann am Ende notdürftig mit künstlich angelegten Parks und einzelnen Bäumen entgegen zu steuern.

Das Programm zur Fassadenbegrünung muss viel stärker Fahrt aufnehmen. Die Zielstellung muss es sein, dass jedes neue Haus in Leipzig verpflichtend über Regenwasserzisternen, als auch über Brauchwasserspeicher, Fassaden- und Dachbegrünung sowie eine Solaranlage verfügt.

Meistens wird in der Klimakrise diskutiert, dass man doch positiv formulieren muss, um deutlich zu machen, dass wir das 1,5°C-Ziel noch erreichen können. Die Wahrheit ist an der Stelle die Lüge. Wir werden lernen müssen mit der Katastrophe zu leben und unsere einzige Chance ist, alles dafür zu tun, um ihr Ausmaß einzudämmen und ihre Folgen erträglich zu gestalten. Diese Chance ist da und wir können sie nutzen.

Das sind die schlechten Nachrichten, die meist niemand hören will. Die gute Nachricht am Ende: Die schlechten Nachrichten werden wir alle erleben und uns davon überzeugen können.

Gehen wir es an und verhindern, dass es dazu kommt.

Dieser und weitere Artikel erschienen im Ratschlag Grüne Fraktion Leipzig

Doomsday Gletscher



Fast unbemerkt von der großen Öffentlichkeit, jenseits der Hektik und Aufregung des Alltags vollzieht sich gerade etwas, dass uns allen Sorge machen sollte.

Der Thwaites Gletscher in der Westantarktis, auch Doomsday Gletscher genannt, zerbricht deutlich schneller als bislang angenommen, wie mehrere Studien darlegen.

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Prima Klima.

Die Bilder und Nachrichten, wenn man sie zulässt, sind beunruhigend.

In Kanada und dem Westen der USA tobt eine extreme Hitzewelle ungeahnten Ausmaßes. 47,5 Grad tagsüber. Zum Teil mussten daraufhin Impfstationen im Freien wieder abgebaut werden, da der Aufenthalt im Freien nicht mehr zumutbar war. Die Ernte musste früher eingeholt werden, da sie sonst auf den Feldern verbrannt wäre. Fische mussten umgesetzt werden, da die Gewässer zu warm waren.

Derweil ereignete sich in Tschechien ein Tornado, der eine Schneise der Zerstörung zog und tausende Häuser beschädigte.

Bereits im April und Mai, die in Deutschland stellenweise zu kühl zu sein schien, gab es in Sibirien eine Hitzewelle mit mehr als 30 Grad und zwar nördlich des Polarkreises. Eine Abweichung von mehr als 20 Grad nach oben.

Global betrachtet war auch der in Deutschland leicht zu kühle April der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

In der vergangenen Nacht tobten schwere Unwetter insbesondere im Südwesten Deutschlands mit stellenweise knapp 100 l/qm kam es zu erheblichen Überschwemmungen und Schäden.

Das alles ist erst der Anfang.

Durch das steigen der Temperaturen könnte der Nordpol bereits bis 2035 komplett eisfrei sein mit dem Ergebnis, dass der Prozess der klimatischen Erwärmung weiter Fahrt aufnehmen könnte. Der Albedo, also das Rückstrahlungsvermögen von diffusen Oberflächen, ist bei dunklen Wasser geringer, als der von Eis. Bedeutet, dass weniger Sonnenstrahlung reflektiert wird und stattdessen mehr UV Strahlung in Wärmestrahlung umgewandelt wird.

Der gleiche Effekt wie beim abschmelzen der Gletscher.

Warme Luft kann zudem mehr Feuchtigkeit aufnehmen, Clausius- Clapeyron Formel, so dass die Wahrscheinlichkeit von Extremwettereignissen wie Starkregen mit temporären Überschwemmungen zunimmt.

Der polare Kaltlufteinbruch in Deutschland im Februar hing damit zusammen, dass der Polarwirbel instabil war und die Luftmassen nicht festhielt, so dass polare Luftmassen bis nach Mitteleuropa vordringen konnten.

Die Instabilität des polaren Wirbels könnte auch mit der Abschwächung des Nordpolarstroms zusammenhängen, der wiederum maßgeblich durch das abschmelzen des grönländischen Festlandseises verändert wird, da sich die Dichte des Meerwassers vor Grönland verändert. Die Auswirkungen davon lassen sich noch nicht genau abschätzen.

Während wir also aktuell globale Extremwettereignisse wahrnehmen, deutet viel daraufhin, dass dies alles erst der Anfang ist.

Und während der Prozess der klimatischen Erwärmung weiterhin ungebremst voranschreitet scheuen wir uns auch nach wie vor vor allzu drastischen Maßnahmen.

Angesichts dessen was uns bevorsteht erscheint die politische Diskussion von einer seltenen Ahnungs- und Teilnahmlosigkeit geprägt zu sein.

Allein die volkswirtschaftlichen Schäden durch Extremwettereignisse werden in den kommenden Jahren regelmäßig in die Milliarden gehen. Aber es wird nicht wahrgenommen.

Alle Parteien scheinen sich darauf geeinigt zu haben, dass etwas getan werden muss. Aber kein einziges Parteiprogramm ist geeignet den Prozess der klimatischen Erwärmung, jedenfalls soweit wie es den deutschen Anteil betrifft, einigermaßen gerecht zu werden.

Wir steuern sehenden Auges auf das Ende des Zeitalters der Menschen zu. Wir selbst sind dafür verantwortlich und werden es vor den kommenden Generationen zu verantworten haben.

Im Zweifel: Freiheit.

Freiheit ist ein häufiges Wort, noch häufiger inzwischen missbraucht und geschunden.

Freiheit benennt in der Folge einen Zustand der Autonomie des Subjekts. Eine Freiheit sich ohne Zwang entscheiden zu können.

Die Coronazweifler, die Klimawandelleugner alle sie berufen sich auf die Freiheit. Fühlen sich eingeengt und missbrauchen den Begriff. Sie verkennen dessen Bedeutung.

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Anmerkung zur Situation: Coronakrise, 30.03.2020

1) Die meisten Menschen sind keine Virologen oder haben die notwendigen medizinischen Kenntnisse um das aktuelle Geschehen einzuordnen. Es ist daher verständlich, dass man versucht sich an Zahlen festzuhalten oder selber zu recherchieren. Der Versuchung zu meinen, dass man sich mit wenigen Youtube Videos oder Wikipedia Beiträgen eine fachkundige Meinung erlesen kann, sollte man aber tunlichst widerstehen.

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Abschied vom Winter

Abschied

In dem Land meiner Jugend, lag im Februar Schnee. Manchmal schneite es sogar schon zu meinem Geburtstag und das auch im Tiefland. Dick eingemumelt, ohne die ganzen modischen Funktionsjacken, die heute vorzugsweise Menschen tragen, die Outdoor für eine Modemarke halten, gingen wir zur Schule oder Uni. Manchmal waren wir auch rodeln oder bauten uns eigene Eisbahnen, sehr zum Leid der Mitmenschen, die zufällig den Bereich queren mussten. Weiterlesen „Abschied vom Winter“

Klimawandel ganz praktisch- Ski Weltcup in Dresden.

In Dresden werden gerade die Loipen für den Ski Weltcup gespurt. Dazu wird in einer Halle am Flughafen Dresden Klotzsche 4000 Kubikmeter Kunstschnee erzeugt, da es aufgrund des anhaltenden Klimawandels für Neuschnee viel zu warm ist und Dresden, ohnehin noch nie Wintersportgebiet war.

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Weiterer Kriminalisierungsversuch von Teilnehmenden des Klimacamps

Aktuelle Verhandlung Morgen in Borna:

Borna, Um 10.30 Uhr verhandelt das Amtsgericht Borna am Donnerstag, den 06.06.2019 eine Anzeige wegen tätlichen Angriffs und Widerstand
gegen Polizisten. Die Teilnehmende wurde bei einer Polizeikontrolle in Lippendorf von Beamten vom Fahrrad gerissen.

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Wetter, Klima, Wahlkampf

Wetterposts erfreuen sich ja in den sozialen Netzwerken mitunter großer Beliebtheit.

„Oh, Sonne“,
„Mist, Regen“,
„Weil es so warm ist, kann ich jedem zeigen, dass ich irgendwo am See rumhänge“,
„Trotz arktischer Kälte gehe ich heldenhaft arbeiten“,
und so weiter.

Zum Wetter kann jeder, irgendwo was schreiben und sich daran erfreuen oder betrauern.

Derzeit am beliebtesten

„Der Mai ist viel zu kalt und zu nass.“

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Wie richten die Welt zu Grunde

Es ist warm, zu warm und das deutlich.
Dem Trend der letzten Jahre folgend hat die erste Wachstumsperiode vorzeitig begonnen. Dabei ist es deutlich zu trocken. Der relativ nasse Dezember und Januar könnten das Defizit des vergangenen Jahres nicht ausgleichen, zumal der Februar und vor allen Dingen der März und der Anfang des April deutlich zu trocken sind.

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