Klassischer Verantwortlichkeitsmove am Beispiel von Fynn Kliemann erläutert.



Hintergrund: Kliemann ist Influencer, der sich besonders nachhaltig geben wollte und in der Coronakrise „fair produzierte“ Masken veteilen wollte.
Herauskam: die angeblich fair produzierten Masken aus Europa wurden in China gefertigt und waren fehlerhaft und die Firma hat damit richtig Kasse gemacht.

Stufe 0: Abtauchen.
Keine Angaben und Aussagen zu nichts.

Stufe 1: Verantwortlichkeit abstreiten.
Man hat von nichts Kenntnis. Sollen, die anderen mir doch mal irgendwas beweisen.

Stufe 2: Taktisches Verhältnis zur Wahrheit.
Nachdem Beweise vorgelegt werden und sich eine Verantwortung nicht mehr abstreiten lässt: nur einräumen was bewiesen werden kann und Vorsatz abstreiten (man sei selber betrogen worden und habe es nicht genau gewußt). Man nennt das taktisches Verhältnis zur Wahrheit.

Stufe 3: Reue zeigen.
Einräumen, was nicht abzustreiten ist und so tun als würde man es bedauern und Besserung geloben.

Stufe 4: Schuldumkehr- Ich das Opfer.
Weil die Kritik nicht abreißt, sich selber zum Opfer stilisieren. Irgendeine Bubble/ Gruppe der Hexenjagd beschuldigen, denen es nur darum geht, dass mensch zerstört werden soll. Schuldumkehr. Man selber habe doch Fehler gemacht, Reue gezeigt und soll trotzdem vernichtet werden. Wie ungerecht kann die Welt sein.

Stufe 5: Telegram
Weil man immer noch zu Unrecht geächtet wird eigene Telegramgruppe eröffnen und seine spezielle Sicht der Dinge mit der trauen Fanbase teilen, denen Fakten genauso egal sind, wie einem selbst.

Stufe 6: Outlaw.
Von der Gesellschaft geächtet, von den Fans gegen jede berechtigte Kritik verteidigt, will das Outlaw Image gepflegt werden um trotzdem noch von den Fans Geld zu holen. Man muss ja von irgendwas leben.

Tausendmal erlebt. Immer wieder toxisch. Dieses Schema lässt sich auf alle Bereiche übertragen und wird auch gern in der Politik angewandt. Nicht zur Nachahmung empfohlen.

Zu Fehlern stehen, Verantwortung übernehmen.