Dresdens Fackelmärsche.

Gern würde ich einen vor Empörung rauschenden Text über den Umgang der Stadt Dresden mit der eigenen Geschichte schreiben.

Darüber, dass die Stadt es nicht geschafft hat einen souveränen und angemessenen Umgang mit der eigenen Geschichte, insbesondere der Bombardierung der Stadt zu finden.

Menschen sind gestorben, viel zu viele. Und es ist auch nicht die Frage, wie schuldig sie waren oder nicht. Im Krieg sterben Menschen und jeder Tote ist einer zuviel und es wäre und ist unsere Verpflichtung alles dafür zu tun, dass es nie wieder Krieg gibt. Und dennoch muss man differenzieren. Opfer ist eben nicht gleich Opfer.

Warum werden die Namen der Opfer, egal ob Zivilist, Kind oder SS Mann in Dresden nebeneinander vorgelesen, so als wäre es völlig egal?

Zur Geschichte gehört auch, dass der Krieg von deutschem Boden ausging, dass das NS Regime vom deutschen Volke getragen wurde, dass dieser Krieg ein Vernichtungskrieg war, dessen Ziel die Auslöschung von Religionen und Völkern war.

Dieser Krieg kam zurück.

Historiker hat man bemüht um die Zahl der Opfer klären zu lassen. Am Ende steht die unvorstellbare Zahl von 25.000 Toten. Eine Zahl, die ohnehin zu groß ist, damit wir sie uns vorstellen können. 25.000 Tote. Eine Zahl, die mich erschaudern lässt und doch nichts als eine Fußnote ist in einem Krieg, der mehr als 50 Millionen Tote gekostet hat.

Und trotzdem werden die Zahlen umgelogen. Das eine Leid wird relativiert, dass andere skandalisiert. Wissenschaftliche Forschungen werden ignoriert und alles nur damit die eigene Wahrheit passt.

Die Wahrheit ist, dass Dresden nicht die am stärksten zerstörte Stadt war und nicht die meisten Opfer hatte und allein dies zu schreiben, klingt unsagbar zynisch, so als sei es ein Wettbewerb um das größte Opfer.

Die Wahrheit ist, dass in Dresden ein Obelisk steht auf dem den Opfern des „alliierten Bombenterrors“ gedacht wird – ohne Einordnung oder Hinweis.

Die Wahrheit ist, dass Dresden nicht die unschuldige Stadt war und sowohl NS Regime als auch DDR den Bombenangriff der Royal Air Force ausgeschlachtet haben.

Wahr ist, dass der NS Staat, sich nicht des deutschen Volkes bemächtigt hat sondern das deutsche Volk den NS Staat getragen und ermöglicht hat, in ganz demokratischen Wahlen, mit ganz demokratischen Vorgängen.

Und keineswegs waren soviele im Widerstand, wie mancher gerne glauben möchte. Am Ende haben soviele nichts gewusst oder waren schon immer dagegen und alle lügen sie oder blenden es aus.

Dresden, geriert sich als Opfer, unkritisch, selbstverliebt. Die neuen Nazis müssen das Gedenken nicht verklären. Es ist verklärt, voll von Lügen. Und vielleicht aber auch nur vielleicht ist Dresden deswegen die Stadt, in der die Nationalisten und Rassisten von Pegida gegründet wurden, bis heute laufen und am Montag von Höcke unterstützt werden. Der Person, die für nationalen Sozialismus steht und die Geschichte umkehren will. Und trotzdem für einige Demokraten offenbar Verhandlungspartner ist.

Und die Stadt, setzt immer noch alles daran, dass die neuen Nazis, ihre Fackelmärsche meist ungestört abhalten können. Die Gesellschaft stellt sich stattdessen symbolisch um die Altstadt – zum Schutz… und die Fackelmärsche finden statt.

Zu wenig sind es, die den Mund aufmachen. Viele gedenken in langen Zeilen und umfangreichen Worten aber dann wenn es wirklich darauf ankommt und man diese Demokratie verteidigen muss, schweigen die Meisten – täglich aufs Neue und bei Naziaufmärschen besonders intensiv.

Wenn am Sonnabend in Dresden wieder Neonazis ihre Fackelmärsche abhalten, werden es keine Zehntausende sein, die dagegen demonstrieren, die Haltung zeigen sondern wenige. Erfolgreich ausgegrenzt und geschmäht als „die Antifa“ oder „Linke“.

Und ich denke mir, wenn diese Gesellschaft wirklich antifaschistisch wäre und das wirklich jede/r verinnerlicht hätte und so handeln würde dann bräuchte es vielleicht die sogenannte Antifa gar nicht. Denn dann wären wir das ja alle.

Aber so bleibt es wenigen überlassen das zu tun, was alle tun müssten: Manchmal auch laut Nein zu sagen. Ich werde einer von Ihnen sein, auch wenn ich unglaublich müde bin, in tradierten Muster zu handeln und mahnend und klagend auf Besserung zu hoffen.

In Gedenken an die Toten aller Kriege.
Nie wieder Krieg. Nie wieder Faschismus.

Dresden, 13.02. – ein neues Jahr

Dresden, 13.02.

Nach wie vor ringt Dresden um einen Umgang mit der eigenen Geschichte. Um einen Umgang mit dem 13.02.1945 als allierte Bomberverbände die Stadt angriffen.

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Dresden, am 13.02. – ein Eindruck

Nach der Arbeit begebe ich mich in die Altstadt mit einem durchaus seltsamen Gefühl. Überall Menschengruppen in der Dunkelheit.

Schließlich um 18 Uhr fassen sich fremde Menschen an den Händen um symbolisch eine Menschenkette um die Altstadt zu schließen.

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Ein Tag und seine Geschichte – der 13.02..

Rund um den 13.02. finden in Dresden Gedenkveranstaltungen statt. Anlass ist die Bombardierung Dresdens vom 13.-15.02.1945 durch die Royal Air Force bei der zwischen 22.700-25.000 Menschen starben.  Das Datum ist insbesondere für die Rechte von entscheidender Bedeutung.

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