Gegen die binäre Welt.

Nur weil ich nicht dafür bin, bin ich nicht sofort dagegen.

Nur weil ich etwas nicht gut finde, lehne ich es deswegen nicht ab.

Nur weil ich Zweifel habe, bin ich deswegen nicht ahnungslos.

Nur weil ich deine Meinung nicht teile, bin ich noch lange kein Schläfer oder dumm oder verblendet.

Die Welt ist komplexer als nur dafür oder dagegen zu sein oder einfache Antworten geben zu können.

Aber das schwierigste ist, der Sehnsucht in die Einteilung von Freund/ Feind, Gut/ Böse, Richtig/ Falsch zu widerstehen.

Und ja gerade in der Krise sortieren sich Menschen in Gruppen und die Konstituierung erfolgt nicht in dem wofür man ist, sondern in der Abgrenzung zu den/dem Anderen.

Mensch sein bedeutet zu Zweifeln und sich seines Verstandes zu bedienen und zu hinterfragen und das vor allen auch sich selbst.

Und das ist die härteste Auseinandersetzung, die man führen kann und führen muss- die Auseinandersetzung mit sich selbst, der eigenen Angst, den eigenen Zweifeln.

Wir gestalten diese Welt durch unser Handeln, dadurch wie wir mit anderen umgehen und mit uns selbst. Schuld sind wir in erster Linie selber und das immer.