„Wir haben den Planeten unumkehrbar verseucht“, Prof. Dr. Cousins, Universität Stockholm.



Hintergrund ist eine aktuelle Studie, die festgestellt hat, dass es faktisch keinen Ort mehr auf der Welt ist, an dem das Regenwasser noch Trinkwasserqualität hat. Selbst in der Arktis wurde sogenannte ewige Chemikalien, kurz PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen ), festgestellt.

Diese wiederum werden als langlebige organische Schadstoffe eingestuft, die in der Natur kaum abbaubar sind.
Sie stehen im Verdacht die Schilddrüsenhormone zu beeinflussen und dadurch zu neurologischen Entwicklungsstörungen beizutragen.

Nachdem wir die Ozeane und Flüsse mit Mikroplastik geflutet , dass Regenwasser verseuchten, das Klima verändert haben und die Wälder gerodet wurden und in der Folge Extremwettereignisse zunehmen und immer mehr Orte auf dieser Erde unwirtlich werden, ist mein Glaube daran, dass die Menschheit, die sich immer noch dem Diktat der Ökonomie unterordnet und Kriege führt, diese Herausforderung bewältigen kann gering.

Macht euch noch 20 gute Jahre. Das war es dann. Oder wir fangen endlich an, alles grundlegend zu ändern.

Wann immer es brennt. – Waldbrände, Totholz und Co

Bedingt durch die Trockenheit hat auch das Risiko für Waldbrände zugenommen und zeigt sich auch entsprechend in Brandereignissen in Europa.

Es wird nach den Brandquellen gesucht und von einigen Politikern, so etwa vom sächsischen Ministerpräsidenten eine Diskussion über Totholz angefeuert.

Zum einen lohnt ein Blick auf die Brandressilienz von Wäldern. Was an vielen Stellen brennt ist nicht der Wald sondern sind Forste, dass heißt durch Menschen geschaffene Gebiete mit einer Dominanz an schnell wachsenden Nadelbäumen.

Diese wurden angelegt um durch die schnell wachsenden Hölzer Baustoffe zur Verfügung zu haben. Dass diese Forste besonders anfällig für Schadereignisse sind ist seit längerer Zeit bekannt.

Mischwälder, sind deutlich widerstandsfähiger auch gegenüber Schadereignissen und zwar insbesondere dann wenn Bäume geschlossen stehen.

Nunmehr wird auch eine Totholz Diskussion geführt. Der erste der diese Diskussion anstieß war übrigens der ehemalige Präsident der USA Donald Trump, der damit meinte Waldbrände erklären zu können und nur einmal mehr seine Unwissenheit zum besten gab.

Unter dem Eindruck der Brände will nun auch der sächsische Ministerpräsident „Ideologiefrei“ über Totholz diskutieren.

Richtig ist, dass Totholz die Brandlast im Wald unter bestimmten Voraussetzungen erhöhen kann. Aus diesem Grund gibt es durchaus Feuerwehrleute, die eine stärkere Beseitigung der Brandlast anmahnen.

Richtig ist allerdings auch das Totholz für den Wald und insbesondere für Insekten ungeheuer wichtig ist. In einem gemischten Wald dämmt zudem, die auf dem Waldboden aufliegende Auflage von verschiedenen Hölzern und zum Teil Laub, auch Brandereignisse.

Die Idee Totholz zu beseitigen um damit die Brandgefahr zu verringern zeugt vor diesem Hintergrund vor allen Dingen von Ahnungslosigkeit.

Trotzdem ist es wichtig vor dem Hintergrund von weiterhin zunehmenden Temperaturen, damit einhergehender größerer Verdunstung und damit Zunahme von Trockenheit, die Brände begünstigt, sich stärker mit dem Thema auseinanderzusetzen und Vorsorge zu treffen.

Das bedeutet allerdings auch, dass es keine Monokulturen mehr geben darf. Dies wiederum führt zu einem Folgeproblem. Nachwachsende Rohstoffe wie Holz sind beim Bau von Häusern zu bevorzugen, da der CO2 Fußabdruck günstiger ist und sie darüber hinaus hinsichtlich Dämmung bessere Eigenschaften aufweisen.

Weniger Forst, weniger Monokulturen, ressilierentere Waldkulturen wird daher auch zu einer weiteren Preissteigerung führen.

Auch hier zeigt sich das unbegrenztes Wachstum eine Illusion ist. Viel stärker müsste es auch um die Wideraufbereitung von bereits verbauten Holz gehen.

Auch und gerade bei den Bränden zeigt sich: Was brennt ist nicht der Wald sondern unsere Art zu leben.

Bestandsaufnahme: Trockenheit, Verdunstung, Anthropozän – kurz Katastrophe

Bestandsaufnahme:

Wir erleben gerade in Europa eine historische Trockenheit. Selbst wenn wieder mehr Regen fallen sollte, wird sich das nicht so leicht ausgleichen lassen, da etwa im Po Delta in Italien Meerwasser in das Delta geflossen ist, dass wiederum zu einer Versalzung der Böden führt was Auswirkungen auf die Landwirtschaft hat.

In Frankreich muss die Leistung der AKWS gedrosselt werden, da Kühlwasser fehlt, was bei AKWs, die keinen geschlossenen Kühlkreislauf haben, zu erheblichen Problemen führen kann. Auch bei AKWs, die einen geschlossenen Kühlkreislauf haben, muss die Leistung bei großer Hitze gedrosselt werden, sofern keine zusätzliche Kühlung erfolgt.

Das Problem sind dabei nicht nur die ausbleibenden Niederschläge sondern, wie bereits mehrfach diskutiert, die stärkere Verdunstung aufgrund der Temperaturzunahme. Bedeutet, dass selbst wenn der Niederschlag entlang der durchschnittlichen Menge der vergangenen Jahre fallen sollte, dass Problem der höheren Verdunstung immer noch besteht.

Das Problem der höheren Verdunstung wird dabei vor allen Dingen auch bei Tagebauseen deutlich. Diese nicht natürlichen Seen werden zur Sanierung der Tagebaurestlöcher angelegt, da man sich einen touristischen Mehrwert verspricht einerseits und die Befüllung mit Wasser kostengünstiger ist als eine komplette Renaturierung, die aber ökologisch sinnvoller wäre. Der hydrostatische Druck des Wasser stabilisiert dabei auch die Uferbereiche und Böschungen.

Große Wasserflächen führen allerdings auch zu einer Zunahme der Verdunstung, was Auswirkungen auf das Mikroklima hat und dazu führt, dass bei erheblicher Trockenheit, die zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels führen, die Seen künstlich befüllt werden müssen um sie zu stabilisieren.

Dazu wird im Regelfall Flußwasser genommen, was wiederum an anderer Stelle fehlt und auch nicht unendlich vorhanden ist. Es fehlt zum Beispiel den Wäldern.

Der Mensch hat im Vertrauen auf die Unendlichkeit vorhandener Ressourcen und der Vorstellung eines dauerhaften Wirtschaftswachstums die ökologischen Bedingungen so tiefgreifend verändert, dass wir vom Zeitalter des Anthropozäns sprechen.

Allerdings ist nicht ersichtlich, dass die Problemstellung in der wir uns befinden in Gesellschaft und Politik angekommen ist.

Im konkreten Fall wird es dazu führen, dass wir zeitnah irgendwann auch Seen in Leipzig sperren müssen, da aufgrund eines niedrigen Wasserstandes die Uferbereiche gefährdet sein könnten.

Weiterhin ist zu konstatieren, dass wir uns derzeit stabil auf eine Erhöhung der Temperatur aufgrund des Klimawandels von 2,5 bis 3,5 Grad zu bewegen, was extreme Folgen hat.

Vor diesem Hintergrund wirken die Diskussionen über Spritpreise, Tourismus, oder Parkplätze wie sie zum Teil geführt werden, wie vorsintflutliche Realitätsverweigerung.

Wir zerstören unsere Lebensgrundlage in atemberaubender Geschwindigkeit und es ist nicht erkennbar, dass dieser Umstand einstweilen zumindest als Fakt akzeptiert wird.

Der Mensch ist die Spezies, die am Ende sich selbst zerstören wird weil der Mensch in gnadenloser Arroganz gegenüber der Natur glaub Gott zu sein.

Die große Trockenheit und die Kurzsichtigkeit des Menschen.


Bislang ist das Jahr deutlich zu trocken. Stellenweise fiel nur 1/3 der durchschnittlichen Niederschlagsmenge.

Zum Problem des ausbleibenden Niederschlags kommt das Problem der zunehmenden Verdunstung. Mehr Sonnentage, mehr Hitze bedeutet auch eine höhere Verdunstung, so dass die Böden zusätzlich Wasser verlieren. Der Grundwasserspiegel ist stellenweise um bis zu 1m gesunken. Diese Entwicklung ist nicht ohne weiteres umkehrbar.

Selbst wenn es mehr Niederschlag geben sollte, wird das Problem der Verdunstung bleiben.

Verstärkt wird diese Situation zum Beispiel in Leipzig durch die Tagebaufolgelandschaft, die durch das Neuseenland geprägt ist. Die großen Wasserflächen, an Stellen an denen vorher Wald war, haben eine höhere Verdunstung.

Die Landestaalspeerenverwaltung hat gerade erst deutlich gemacht, dass etwa der Zwenkauer See jährlich 1m Wasserstandshöhe verlieren würde, wenn er nicht künstlich durch die Flüsse gespeist wird.

Die Flüsse führen allerdings auch zu wenig Wasser. Es ist derzeit nicht erkennbar, dass es eine Idee gibt, wie man zukünftig mit diesem Problem umgehen will.

Hinzu tritt der Umstand, dass das aus den Flüssen entnommene Wasser wiederum dem Auwald fehlt, was das ohnehin beschädigte Ökosystem weiter gefährdet

Statt mehr Tourismus und mehr Seen bräuchte es aber vor allen Dingen mehr Wald. Dies spiegelt sich aber nicht adäquat im Handeln der Behörden wieder.

In der Vorstellung die Tourismuswirtschaft anzukurbeln werden künstliche Seen geschaffen, die die die Bodentrockenheit verschlimmern und noch in jedes neue Biotop eingegriffen.

Beispielsweise soll am Störmthaler See ein neues Campinggebiet geschaffen werden, wozu in den Schilfgürtel eingegriffen wird und ein neues Biotop zerstört werden soll.

Das das Thema sinkender Wasserspiegel und fehlendes Wasser bei diesem.Projekt überhaupt eine Rolle in den Planungen spielt ist nicht erkennbar.

Diese unglaublich kurzsichtige Handeln wird den kommenden Generationen teuer zu stehen kommen und ist daher nicht mehr vertretbar.

TransformLeJ- notwendige Kritik am Ausbau des Flughafens Leipzig- Halle

Menschen rennen auf einen Hügel und besetzen ihn. Pflanzen auf den Abbraum eines neu angelegten Löschwasserbeckens Bäume. „Anbau statt Ausbau“, fordern sie.


Der Flughafen Leipzig- Halle soll weiter ausgebaut werden. Er sichert auch als hubleipzig Drehkreuz 15.000 Menschen Arbeitsplätze und im Kernschatten des Flughafens sind mehr als 30.000 Menschen vom.Fluglärm betroffen. Lärm der krank macht.


Das Umweltbundesamt fordert ein generelles Nachtflugverbot. Geflogen wird trotzdem.
Auch Abschiebeflüge oder Militärtechnik. Der Flughafen Leipzig Halle ist der größte militärische Umschlagplatz in Zentraleuropa.


Und daneben noch die Klimakrise. Die Idee des endlosen Wachstums in einer begrenzten Welt führt auch dazu, dass wir die Erderwärmung nicht bremsen. Die Folge ist die Zunahme der Katastrophen, wie even auch von Waldbränden , Trockenheit, Überschwemmungen. Der Mensch zerstört seine eigenen Lebensgrundlagen.


@transform.lej hatte zum Protest gerufen um diese Kritik deutlich zu machen. Um auch für Alternativen zu werben.


Wir sind in einer Krise und leben in einer Unfähigkeit adäquat zu handeln. Der Ausbau des Flughafens löst keine Probleme. Er bringt neue.

Letztes Jahr demonstrierten 80 Menschen und besetzten symbolisch eine Zufahrt. Zum Teil wurden sie fast 60 h in Gewahrsam genommen. Nichts ist vergessen.


.

Wildvogelhilfe Leipzig – ehrenamtliche Naturschutzarbeit

Ein stiller Sommer.
Vögel sind bedroht. Der dramatische Rückgang der Biomasse von Insekten, der Verlust von Lebensräumen und Gefahren durch Menschen bedrohen Vögel.
In Leipzig kümmert sich die Wildvogelhilfe Leipzig um verletzte Tiere.
Bis zu 100 Anrufe kommen jeden Tag. Das kleine ehrenamtliche Team um Karsten vom NABU-Regionalverband Leipzig kann nur 30 am Tag bearbeiten.
60 Prozent der Verletzungen gehen dabei auf den Menschen zurück.
Häufigste Ursache: Scheiben, gefolgt von Hauskatzen.
Aktuell werden unter anderen Rauch- und Mehlschwalben betreut, Pirole, Mauersegler, Meisen, Buchfinken. Mehr als 30 Tiere.

Unterstützung erfahren Sie auch durch die Naturwacht.
Alles ehrenamtliche Arbeit, die komplett durch Spenden finanziert wird. Wir brauchen Hilfe.
Helft mit, rettet die Natur und unterstützt die Wildvogelhilfe.

Die Wildvogelhilfe finanziert die Arbeit zur Tierrettung sowie Futter und Material ausschließlich aus Spenden und freut sich über jede Hilfe!
Verwendungszweck: Wildvogelhilfe
IBAN DE88 8605 5592 1100 9119 59
BIC WELADE8LXXX
https://paypalspende.wildvogelhilfe-leipzig.de/

Herzlichen Dank allen Unterstützern!
.

Hitzeplan, Trockenheit und Starkregen – was zu tun wäre

Gestern war vermutlich der heißeste Tag in Leipzig, jedenfalls seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Zwar wird es in den nächsten Tagen etwas kühler. Kräftiger Regen ist aber weiterhin nicht in Sicht und ab nächste Woche sollen die Temperaturen auch wieder über 30 Grad steigen.

Zur Hitze tritt als zusätzliches Problem das deutliche Niederschlagsdefizit, dass eine zusätzliche Belastung darstellt und insbesondere für Pflanzen und Tiere ein Problem ist und die Brandgefahr signifikant erhöht. Brände, die oft durch menschliche Fehler ausgelöst werden.

Umso unverständlicher ist es, dass auch gestern Bäume gefällt wurden und das mit Ausnahmegenehmigung der Stadt oder weiterhin Rasen gemäht wird.

Der Präsident des Umweltbundeamtes hat vor diesem Hintergrund angemahnt, dass die Städte sich viel stärker mit dem Thema Klimawandelanpassung auseinandersetzen müssen und dafür Hitzemaßnahmepläne aufstellen sollten.

Ein erster Schritt wäre, die weitere Versiegelung von Boden zu stoppen,
während der Hitzeperioden ein Verbot für die Wiesenmahd auszusprechen und Baumfällungen außerhalb der Fällsaison komplett zu untersagen und Verstöße konsequent ahnden.

Flächen in der Stadt müssen entsiegelt werden, Trinkbrunnen sollten geschaffen werden und die Bepflanzung mit Straßenbegleitgrün sowie Fassadenbegrünung sollte verpflichtend werden bzw. konsequenter umgesetzt werden.

Vom Umgang mit diesem Thema und der Anpassung an den Klimawandel hängen Menschenleben ab.

Die kältesten Jahre des aktuellen Jahrzehnts.

Die kältesten Jahre des aktuellen Jahrzehnts.

Das aktuelle Jahr ist zu trocken und zu warm. Während in einigen Regionen Europas, aufgrund akuter Wasserknappheit, Wassernotfallpläne greifen, kommt es an anderen Orten zu Unwettern mit temporären Überflutungen. Ausgelöst durch Starkregenereignisse. Und das ist erst der Anfang.

Auch früher gab es Hitzejahre aber die Wahrscheinlichkeit für Hitzejahre ist mit dem Klimawandel signifikant gestiegen. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern als kalte Luft, die Folge sind Extremwettereignisse wie Starkregen, extreme Trockenheit und Überhitzung.

Dennoch und das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen, dürften es aktuell die kältesten Jahre des aktuellen Jahrzehntes sein. Die Temperaturentwicklung geht steil nach oben, ungebremst.

Wald und Forstbrände haben negative Rückkopplungen auf klimatische Effekte, so dass die Erhitzung ebenso wie durch die beschleunigte Eisschmelze weiter zunimmt, was weitere Rückkopplungseffekte auslöst.

Durch die beschleunigte Eisschmelze verändert sich der Abstrahlungskoefifzient der eingehenden Sonnenstrahlung, große Eisflächen reflektieren das Sonnenlicht stärker, dunkle Flächen wandeln UV Strahlen in Wärmestrahlen um.

Es ist derzeit weder ersichtlich, noch erkennbar, dass die Politik das Ausmaß der Katastrophe zutreffend erfasst hat oder entsprechend handelt. Auf dem G7 Gipfel hat das Thema Klima faktisch nicht stattgefunden, Beschlüsse wurden kaum gefasst. Es ist vor diesem Hintergrund das Gefühl einer Party auf der Titanic, nachdem der Eisberg das Schiff bereits gerammt hat.

Realistisch ist bestenfalls ein Abbremsen der globalen Erwärmung irgendwo zwischen 2,5- 3,2 Grad. Das 1,5 Grad Ziel ist, realistisch betrachtet, nicht mehr zu erreichen.

Damit wären wir in einem nicht mehr steuerbaren Bereich mit dramatischen Auswirkungen, die dazu führen, dass ganze Teile der Erde unbewohnbar werden. In wenigen Jahren wird sich alles ändern. Alles.

Die Biodiversitätskrise, das 6. Massensterben der Geschichte, noch gar nicht in die Betrachtung eingeschlossen.

Es gibt Menschen, die setzen in dieser Situation ihre Hoffnung auf die Innovationskraft des Menschen, der in Krisensituationen überraschende Anpassungsleistungen und Entwicklungssprünge vollzieht. Ich teile diesen Optimismus explizit nicht.

Voraussetzung dafür wäre, dass Ausmaß der gegenwärtigen Katastrophe wenigstens zutreffend zu erfassen und bereits dies ist nicht erkennbar.

Optimismus ist ein Mangel an Information (Dante).

Atomkraft? Kohle? – Über abwegige Ideen in Zeiten der multiplen Krisen



In der aktuellen Situation versuchen sich Politker*innen dadurch zu profilieren, dass sie Atomkraft wieder ins Spiel bringen. Ein kurzsichtiges Manöver, dass keins der aktuellen Probleme löst.

Weder gibt es Brennelemente, die für jeden Reaktor einzeln hergestellt werden müssten, noch ein Endlager, noch ausreichendes Personal.

Atomkraft kann zudem die Abhängigkeit der Industrie von Gas nicht lösen, bringt uns also in der aktuellen Diskussion nicht weiter.

Hinzu kommt, dass bei den extrem warmen Temperaturen die Leistung gedrosselt werden muss, da die Kühlung nicht ausreicht und es auch nur eine semi gute Idee ist, das kostbare Gut Wasser dafür einzusetzen und dann stark erhitzt wieder aus dem Kreislauf zu entlassen.

Über die Fragen der Sicherheit, der Herstellung der Brennelemente (yellow cake) und die Entlassung von radioaktiver Strahlung in die Umwelt (Aufbereitungsanlage La Hague) ganz zu schweigen.

Es ist daher im Licht betrachtet nichts weiter als eine energiepolitische Nebelkerze, die eine allzu einfache Antwort suggeriert.

Auch das festhalten an der Kohle wird teuer werden insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels. Es ist einfach keine besonders gute Idee, eine Krise zu lösen und eine andere deutlich gravierende damit zu befeuern.

Wo es Potentiale gibt?
Deutschland hat große Potential beim Strom sparen. Das Zauberwort lautet auch Suffizienz. Der Verbrauch muss deutlich gedrosselt werden.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien kommt trotz vollmundiger Worte auch nur langsam voran.

Es fehlt bisweilen am Willen tatsächlich zu handeln und etwas durchzusetzen.

Holzberg retten – Biotop und Kletterberg erhalten

Ganz in der Nähe von Leipzig liegen das Klettergebiet der Hohburger Berge, des Spielbergs und des Holzbergs. Letzterer droht zerstört zu werden.

Es handelt sich um ein ehemaligen Steinbruch, in der Kette der sogenannten Hohburger Berge, die ebenso wie der sog. Spielberg, Teil des sächsischen Vulkanitbeckens sind und östlich von Eilenburg bei Wurzen liegen.

Nach dem Ende des Steinbruchs entstanden so mehrere in der Sportkletterszene beliebte Kletterziele, deren Routen ua im „Rotgelben Felsenland“ festgehalten sind.

Der Holzberg entwickelte sich daneben zum einem äußerst artenreichen Biotop. Auf der Sohle des Berges gibt es etwa ein 3 ha großes Flachwasserbiotop.
7 versch. Biotoptypen weist der Berg auf. 47 Vogelarten, 10 Fledermausarten, 5 Amphibienarten, 5 Reptilienarten und 27 Tagfalterarten wurden hier im Rahmen einer 8 monatigen wissenschaftlichen Untersuchung durch den BUND Sachsen nachgewiesen.

Das Gelände wurde mit Segen des Landrats an die Firma Kafril verkauft für 400.000 €. Diese wiederum plant den Holzberg mit Bauschutt verfüllen zu lassen und damit endgültig zu zerstören.
Bereits im Wahlkampf war der jetzige Umweltminister Wolfram Günther vor Ort und machte sich für den Erhalt stark.

Das Umweltministerium in Dresden setzte sich aktiv für den Erhalt ein und stellte etwa dem Deutschen Alpenverein Mittel zur Verfügung, damit dieser den Berg ankaufen und so erhalten kann. Obwohl Kafril ein sehr gutes Angebot gemacht wurde und es nach einer Lösung aussah, hat Kafril inzwischen die Gespräche abgebrochen und setzt auf Eskalation.

Das Gelände wurde inzwischen für Kletterer und Umweltschützer gesperrt. Man will an dem irrsinnigen Plan der Zerstörung festhalten. Dabei durfte auch die Nähe zur CDU eine Rolle spielen, die eine großzügige 5 stellige Spende erhalten hat.

Im Hintergrund versucht das Umweltministerium weiterhin Ersatzstandorte zu finden um Kafril von seinem Plan abzubringen. Doch auch dazu braucht es gesellschaftlichen Druck und Öffentlichkeit für das Thema. Machen wir gemeinsam als Kletterer, Umweltfreunde und Naturschützer deutlich, dass Kafril nicht akzeptiert ist. Es braucht Druck und Öffentlichkeit.

Gemeinsam für den Erhalt eines bedeutenden Biotops und eines Mekkas der Kletterszene gegen die Zerstörung.

Unterstützt die Petition https://www.openpetition.de/petition/online/holzberg-biotop-rettung-jetzt