Nachdenken über Wohnraum

Immer mehr Menschen in den urbanen Großräumen sind von Mietsteigerungen betroffen. Immer mehr bezahlbarer Wohnraum fehlt.

Nachrichten, die irgendwie sachlich klingen, schwer vorstellbar was es bedeutet. So wunderbar abstrakt, dass das einzelne Leben, der einzelne Mensch, das einzelne Schicksal dahinter verschwindet. Weiterlesen „Nachdenken über Wohnraum“

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Abscheulichkeiten im Fall Sophia.

Eigentlich möchte man darüber keine Worte verlieren aber es nicht zu ertragen.
Ein Mensch ist vermutlich gestorben. Es gibt einen Tatverdächtigen. Der Rest ist weitgehend unbekannt. Weiterlesen „Abscheulichkeiten im Fall Sophia.“

Sexismus

 
Am Wochenende fand im Erzgebirge eine Demonstration von sogenannten Lebensschützern statt. Man muss von sog. Lebensschützern schreiben, da es sich im Kern um christliche Fundamentalisten handelt die antifeministische, homophobe Stimmungsmache betreiben.
Erreicht wird dabei eine Schnittmenge von AfD und CDU Mitgliedern, bis PEGIDA Anhängern und Fundamentalisten, die darüber entscheiden wollen wie Frauen sich zu verhalten haben.
 
Es verwundert daher nicht, dass bei den 500 Teilnehmern ältere, weiße Männer dominieren, während auf der Gegenseite vor allen Dingen junge Frauen ein selbstbestimmtes Leben fordern.
 
Der Zustand der Debatten im Land Sachsen lässt sich auch daran ablesen, dass der Landesbischof der evangelischen Kirche ein autorisiertes Grußwort zum Auftritt der Fundamentalisten beisteuert.
 
Was auch nicht fehlt, ist dass bei der Fußball WM immer dann wenn eine Frau die Spiele kommentiert ein Shitstorm durch das Netz rast. Warum? Weil es eine Frau ist.
 
Und unter denen die im Erzgebirge demonstrierten oder die sich über Frauen als Fußballkommentatoren aufregen, wird man wenig überraschend einen großen Anteil derer vermuten dürfen, die die Rechte der Frauen vor der angeblichen Islamisierung oder Geflüchteten schützen wollen.
 
Es offenbart ein Bild der Frau, die in dieser Gesellschaft nicht als gleichwertig angesehen wird, die immer noch vor allen Dingen von Männern gegegenüber anderen Männern geschützt werden muss und deren Rolle nach wie vor primär der Reproduktion dient.
 
An dieser Stelle wird man sich besorgt über den Stand der Aufklärung äußern müssen und darüber wie anmaßend es eigentlich ist, dass ausgerechnet wir anderen Kulturen erzählen, dass diese nicht aufgeklärt sein.
 
Sexismus, Antifeminismus, Homophie sind Themen, die uns alle angehen. Gerade jetzt, gerade in Zeiten der rechten Diskursverschiebung wird es darauf ankommen den gesellschaftlichen Rollback entgegenzutreten und für Gleichberechtigung und gegen Sexismus zu kämpfen.
 
Und jede/r einzelne trägt mit seinem/ ihren Verhalten dazu bei.
 
In welcher Gesellschaft willst du leben?
 
 
 

Der Fall Susanna. – ein Kommentar

Ein junges Mädchen ist getötet worden. Die Hintergründe der Tat sind noch offen. Es gibt einen dringenden Tatverdächtigen, der das Land verlassen hat.

Weiterlesen „Der Fall Susanna. – ein Kommentar“

offener Brief eines Fahrradfahrers an die Autofahrer

 
Liebe Autofahrer,
 
Jeder Fahrradfahrer, der regelmäßig fährt, kann fast täglich von Situationen berichten, wo Autos den Weg abschneiden, die Autotür überraschend öffnen, auf Radstreifen stehen und so weiter und so weiter. Wir Radfahrer leben gefährlich.
 
Und ich wette, dass es ebenso viele bei euch Autofahrern gibt, die sich über Radfahrer aufregen. Radfahrer, die noch an der engsten Stelle überholen, oder ohne oder mit wenig Licht fahren, oder Verkehrszeichen als unverbindliche Handlungsempfehlung verstehen.
 
Ja, in vielen Fällen bin ich geneigt euch Recht zu geben. Mit dem Fahrrad ist man in der Stadt schneller unterwegs, kann an im Stau stehenden Autos vorbeirasen und im Ernstfall nicht ganz vorschriftsmäßig auf den Fußweg ausweichen. Fahrrad fahren entspannt und ist, abgesehen von der beständigen Gefahr von der Straße geschossen zu werden, gesund.
 
Auto fahren macht dagegen oft genug aggressiv, was auch wissenschaftlich nachgewiesen ist. Geht mir übrigens, wenn ich im Auto sitzen muss, nicht anders.
 
Ich halte nichts davon sich gegenseitig vorzurechnen, wer, wann, wie oft und für welche Unfälle verantwortlich ist. Im Ernstfall interessiert es nicht, wer Schuld ist, denn im Regelfall wenn Fahrradfahrer und Autofahrer aufeinander treffen unterliegt der Fahrradfahrer.
 
Dieses Jahr sind bereits 2 Fahrradfahrer*innen in Leipzig gestorben, weil rechts abbiegende LKWs, den hinter Ihnen kommenden Fahrradfahrer übersehen haben. Wir als Radfahrer zahlen für unsere Freiheit einen hohen Preis. Und noch viel mehr Fahrradfahrer wurden dieses Jahr bereits durch Autofahrer verletzt.
 
Im statistischen Jahrbuch ist im Übrigen erfasst, wer Unfallverursacher ist. Für das Jahr 2016 sind 13.758 Verkehrsunfälle in Leipzig erfasst. Davon durch PKW verursacht 10.065 plus weitere 1415 durch LKW.
 
2016 starben 5 Fahrradfahrer. Bei 1262 Unfällen mit Radfahrern, bei denen 514 durch Radfahrer verursacht wurden, wurden weitere 924 Fahrradfahrer verletzt. Das nur so.
 
Aufgrund dessen habe ich nur einen Wunsch: Lasst uns Rücksicht nehmen.
 
Liebe Autofahrer, wenn ihr nach Rechts abbiegt schaut lieber 3 mal ob nicht doch noch ein Radfahrer kommt, steht nicht auf Fahrradwegen und öffnet auch keine Türen im Verkehr.
 
Alles was wir Fahrradfahrer wollen ist eigentlich eins: Leben. Und ihr könnt mit eurem Verhalten viel dazu beitragen.
 
Und liebe Leidensgenossen Fahrradfahrer auch wir können ja Rücksicht auf die leidgeprüften, durch Stau und Verkehr gestressten Autofahrer nehmen und mit ausreichend Licht am Rad durch die Stadt düsen.
 
Rücksichtnahme ist ja immer so eine gegenseitige Sache und jeder kann damit anfangen.
 
 
MIt vielen Dank für euer Verständnis.
 
Ein Radfahrer

Vermieterterror ein Fall aus Leipzig, im Protokoll

Wie erzählt man Sachen, die sich so unfassbar anhören, dass man sie nicht glauben kann. Am besten von Anfang an. In der Jahnallee 14 steht ein wunderschönes inzwischen baufälliges Gründerzeithaus, dessen Geschichte unglaublich ist. Es ist auch die Geschichte des Widerstandes.

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Ellwangen – ein Kommentar

Der bedauernswerte Zustand unserer Gesellschaft zeigt sich auch an der Diskussion zu Ellwangen. Aufgeregtheit aller Orten, gepaart mit Ahnunglosigkeit und der Sehnsucht nach Schuldigen.

Unisono, ohne die Fakten zu kennen, reiht man sich selbstgefällig ein in den Chor derer, die ein härteres Vorgehen fordern, die da meinen, dass Flüchtlinge eigentlich keine Rechte haben und schon Protest als Unverschämtheit empfinden.

Herausgefordert durch den rechten Narrensaum wird rigoroses Vorgehen gefordert und man erfreut sich daran, die vorhandenen Vorurteile gegenüber Geflüchteten bestätigt zu sehen. Dass man damit Vorurteile weiter befördert, wird als notwendiger Kollateralschaden bewusst in Kauf genommen. Man kann die Angst spüren.

Euch allen, die ihr nach konsequenten Einschreiten giert, folgendes aufgeschrieben.

Dieses Land ist ein Rechtsstaat. Er unterscheidet nicht zwischen Menschen, die hier geboren wurden oder die hierher geflohen sind. Die Grundrechte geben es vor: Alle Menschen sind gleich.

Der Staat muss Schuld und Tat individuell nachweisen. Geflüchtete haben daher, die gleichen Rechte wie alle anderen Menschen auch, abgesehen von den sogenannten deutschen Grundrechten wie Art. 8 I GG, wobei hier Art. 2 I GG ebenfalls Schutz bietet.

Nehmt es zur Kenntnis. Ihr schützt den Staat nicht, indem ihr ständig die Grundrechte verletzt, deren Abschaffung das Wort redet und Vorurteile verstärkt.

Und ihr, die ihr fordert, dass diejenigen die sich nicht an Recht und Gesetz halten konsequent abgeschoben werden und zwar ohne das ein Gericht dies entschieden hat, rufe ich zu: „Schiebt auch ab“, denn ihr kennt offenbar die Regeln des Rechtsstaates, die Grund- und Menschenrechte so wenig, dass ihr besser schweigen solltet bevor ihr redet.