Das Ende des „heißen Herbstes“ , das Compact Debakel



Das rechtsextreme Compact Magazin hatte zur Großdemonstration geladen. Es sollte der Höhepunkt des heißen Herbstes werden. Das Compact Magazin mit bis zu 40.000 verkauften Magazinen ist dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen. Es geht gegen Homosexuelle, gegen Geflüchtete, gegen die Regierung. Ergänzt durch Russlandanbiederung und dumpfen Antiamerikanismus bis hin zu offenen Antisemitismus.

Von den angemeldeten 15.000 Teilnehmer*innen erschienen nicht einmal 10%. Primär war es auch eine Verkaufsshow des Chefredakteuers Elsässer. Vor allen Dingen gab es Merch zu kaufen von Compact und den Freien Sachsen. „Widerstand“ als Verkaufsargument und die Besucher als willige Konsumierende.

Auf der Bühne Reden gegen Geflüchtete, gegen die Bundesregierung, gegen die behauptete „Besatzung“ Deutschlands. Reichsflaggen wurden geschwenkt und „nationale Souveränität“ gefordert. Die Teilnehmenden rekrutierten sich aus dem bekannten Montagsdemo Spektrum bis hin zu neonazistischen Strukturen. Einzelne Teilnehmer trugen SA Losungen auf ihren Shirts spazieren, Thor Steinar Klamotten in fröhlicher Eintracht mit Camp David.

Einmal mehr wurde auch die Schnittmenge zwischen Querdenken, Montagsdemos und Rechtsextremismus deutlich und klar, dass es eben keine Abgrenzung gibt. Marcus Fuchs, Kopf von Querdenken Dresden, Seite an Seite mit dem rechtsextremen Medienaktivisten Michael Brück („Freie Sachsen“) und auch der Anmelder der Leipziger Montagsdemos Bernd Ringel mittendrin, sowie der Rechtsextremist Christian Klar (Gera).
Dazu mehrfach vorbestrafte Neonazis sowie mehrere Ex NPD Mitglieder.

Auf der angemeldeten Demonstration, der sich nicht einmal mehr alle Versammlungsteilnehmer anschloßen, fehlte auch Chefredakteur Elsässer. Verkaufsshow vorbei und weg war er.

Mit dem Geraune eines angeblichen „Stargastes“, gemutmaßt wurde das Höcke kommen würde und der Behauptung das Lafontaine auch für die Demo „Ami Go Home“ sei wurde Interesse geweckt, dass man verkaufsfördernd umsetzen wollte.

Der Höhepunkt des von extrem Rechten ausgerufenen „heißen Herbstes“ war ein kompletter Reinfall.

Dies lag auch daran, dass auf der anderen Seite die Zivilgesellschaft unterstützt aus Dresden, Erfurt, Jena, Gera und anderen Orten zahlenmäßig deutlich überlegen und sehr flexibel aufgestellt war.

Neben bürgerlichem Gegenprotest direkt am Aufmarschort und einem Fahrradkorso, gab es entlang der Strecke mehrere Blockaden und weitere Demonstrationen.

Während die Polizei anfänglich auch mit dem Einsatz von unmittelbaren Zwang gegen Blockaden vorging und diese räumte und zum Teil auch gegen Versammlungsteilnehmer des Gegenprotestes vorging, ging am Abend nichts mehr. Auf der Aufmarschstrecke hatten mehr als 500 Menschen Leipzig nimmt Platz wörtlich verstanden. In weiteren Straßen standen und saßen ebenfalls Blockaden.

Der Versammlungsleiter des Aufzugs, ex-AfD Mann Poggenburg, löste daraufhin auf und ein Großteil der Teilnehmer, fuhr daraufhin nach wo auch immer zurück.

Das von den Rechten konstruierte Narrativ des „heißen Herbstes“, dass alle Medien aufgegriffen hatten, ist in sich zusammengestürzt.

Solidarität geht nicht mit Rechts. Rechtsextremismus ist immer Ausgrenzung und daher ist es wichtig, sich immer wieder auch von Rechtsextremen abzugrenzen.

Wer mit Rechtsextremen läuft ist kein Patriot und will keine Freiheit sondern will das liberale Europa zu Errichtung eines autoritären Nationalismus opfern.

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

5 Kommentare zu „Das Ende des „heißen Herbstes“ , das Compact Debakel“

  1. Inhaltlich volle Zustimmung.
    Dank Genderdeutsch habe ich aber das Gefühl, nicht gewünscht zu sein als Leser / Wähler / Mitstreiter. Das geht wahrscheinlich den meisten so, wenn man die Umfragen liest, und deshalb wird es auch nie eine linke Mehrheit an der Macht geben. Weil die linken „Eliten“ wie Blogger, Journalisten und Politiker lieber verhassten Quatsch wie Genderdeutsch durchdrücken, den fast alle ablehnen.
    Ob das ein Naturgesetz ist? Linke sabotieren sich selbst, um nicht zu mächtig zu werden?

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    1. @ Skythe: Schade. Also dass du dich ausgeschlossen fühlst, ohne es zu sein. Immer noch besser, als tatsächlich ausgeschlossen zu sein, oder? Sogar kommentieren geht ja.

      Und wo wird etwas von „Eliten“ „durchgedrückt“? Erst mal ist das Wort Eliten sehr problematisch und die Anführungszeichen ändern daran auch nichts, und zweitens macht man das als Autor ja freiwillig. Durchgedrückt wird da nichts. Zum Lesen gezwungen wirst du auch nicht. Also alles in Butter, oder?

      Und letztes: Nur weil die Anti-Genderleute sehr laut sind, heißt das ja noch lange nicht, dass sie eine Mehrheit darstellen. Und nein, die „wichtig / nicht wichtig“ Umfrage aus 2021 ist da leider nicht aussagekräftig, sorry.

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  2. Lieber Herr Kasek, bei aller Liebe, aber Ihre Texte sind inhaltlich schon grenzwertig: „Thor Steinar Klamotten in fröhlicher Eintracht mit Camp David.“ Leute, die erstgenanntes tragen, können niemals wirklich fröhlich sein. Und Camp David Träger sind lächerlich, aber eben auch nicht fröhlich. „Einmal mehr wurde auch die Schnittmenge zwischen Querdenken, Montagsdemos und Rechtsextremismus deutlich und klar, dass es eben keine Abgrenzung gibt.“ – das macht keinen Sinn, eine Schnittmenge kann es nur geben, wenn die Mengen Grenzen haben. „Marcus Fuchs, Kopf von Querdenken Dresden…“ – was soll diese Anspielung, man könnte meinen, es sei sowas wie Gehirn vorhanden?! Das ist irreführend, zumindest gibt es dafür keine Anhaltspunkte.

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