Eine Antwort auf die Montagsdemonstranten, die sich immer zu Unrecht als Rechtsextreme bezeichnet sehen.

Immer wieder erreichen mich Wortmeldungen, die sich darüber aufregen, dass wir/ich Gegendemonstrationen anmelde. Dies sei doch undemokratisch. Ich sei gar ein Linksfaschist. Abgesehen davon, dass „Linksfaschismus“ ein Widerspruch in sich ist, zeugt dies auch das der Äußernde wenig Ahnung vom Faschismus hat und Ahnung durch Meinung ersetzt.

Nach diesem Montag erreichte mich wieder die aufgebrachte Mail eines Bürgers, der sich schlimm beleidigt sah, weil er meinte, dass wir jeden Montagsdemonstranten als Nazi verunglimpft hätten. Was wir nicht taten.

Ich habe ihm geantwortet:

Sehr geehrter Herr / Frau:

das Versammlungsgrundrecht als integraler Bestandteil der Demokratie lebt vom Streit.

Den hat es Montag gegeben. Die Montagsversammlung, derer es nur eine gab, konnte demonstrieren, ihr Anliegen deutlich machen, wenn auch nicht über die gesamte angemeldete Strecke.

Und nein ich würde mich auch eine Headline, die davon spricht, dass „Kriminelle eine Friedensdemo gestört hätten“ nicht entrüsten weil es diese schon gab, zwar nicht in der LVZ, dafür aber etwa im Compact Magazin und ähnlich gelagerten Blättern.

Auch der selbst erklärte Journalist Boris Reitschuster sinnierte 2020 darüber, dass die gewalttätigen Zusammenstöße, die von Rechtsextremen und Hooligans begangen wurden, doch eine false flag Aktion der Antifa sein.

Ich mag meine Zeit nicht damit verbringen mich aufzuregen, dazu fehlt mir die Muße.

Sie können Lügen und Übertreibungen nichts abgewinnen? Das finde ich gut. Vielleicht richten sie das ja den Anmeldern ihrer Montagsdemos aus, die Zitat meinen: dass 2022 viel katastrophaler sei als 1989 und eine weltweit agierende Pharmamafia am Werk sehen, die den Staat das Handeln diktiert.

Ist das eine Übertreibung? Vielleicht erklären Sie es mir.

Wie stehen Sie eigentlich dazu, dass Souveränität gefordert wird und damit die Behauptung einhergeht, dass Deutschland kein souveräner Staat sei und in ihren Reihen Menschen laufen, die man als Reichsbürger bezeichnen würde?

Sie gefallen sich in ihrer Rolle als Outlaw, meine ich, der gegen die wahrgenommene Ungerechtigkeit kämpft. Ich finde das vollkommen in Ordnung. Ich gefalle mir mitunter auch in meiner Rolle.

Aber der absolutistische Ton ihre Mails ist verstörend. Das unbedingte Recht haben wollen. Ihre eigenen Worte waren: sie mögen keine Übertreibungen. Vielleicht wäre das ein guter Anlass das eigene Handeln in diesem Sinne einer kritischen Revision zu unterziehen.

Und ich wiederhole: wer für Frieden ist läuft nicht mit Menschen, die für gesellschaftlichen Unfrieden stehen. Wer Freiheit will, läuft nicht mit Menschen, die einem autoritären Nationalismus das Wort reden. Meine Meinung. Sie können das anders sehen. Nennt man Demokratie. Muss man auch mal aushalten.

Ich habe auch berechtigte Sorgen und Nöte, die ich artikuliere. Durch Reden, Tweets, durch den politischen Streit. Ich erfahre dafür Zustimmung und auch viel zum Teil ehrverletzenden Widerspruch und Beleidigungen. Ich finde das nicht gut.

Aber Kritik auch deutliche, die muss man aushalten und man kann sich mit ihr auseinandersetzen und versuchen, statt sich darüber zu echauffieren, seine eigene Position zu hinterfragen.

Das ist manchmal anstrengend. Selber einen Fehler einzugestehen und öffentlich zuzugeben ist eine Kunst, die nur die wenigstens beherrschen.

In diesem Sinne

ein friedensbewegter Demokrat mit berechtigten Sorgen und Nöten.

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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