Lauter Zufälle beim Thema WestIn Leipzig und Antisemitismus

Natürlich kann es Zufall sein, dass ein Hotel, dass sich gerade mit dem Antisemitismusvorwurf auseinandersetzt, eine Securityfirma beauftragt, deren Geschäftsführer wegen eines besonders schweren Fall des Landfriedensbruchs, gerade zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt wurde.

Der Mann wurde verurteilt, da er zusammen mit über 200 weiteren Gesinnungsgenossen am 11.01.2016 den Stadtteil Leipzig- Connewitz überfiel. Damals überfielen annährend 250 Neonazis und Hooligans den linken Stadtteil um während des LEGIDA Geburtstages, die so „Verhasste Zeckenhochburg“ anzugreifen. Wahllos wurden Geschäfte und Menschen angegriffen.

Das kann Zufall sein.

Es kann ebenfalls Zufall sein, dass ein weiterer Gast, ein Musikmanager von einem homophoben Ausfall 2020 berichtet.

Und es mag Zufall sein, dass mehrere ehemaligen Angestellten untersagt wurde, ein Kopftuch zu tragen.

Das können alles Zufälle sein. Wenn es soviele Zufälle gibt, wird man allerdings eher von einem strukturellen Problem ausgehen müssen.

Abstoßend ist es allerdings wenn das Hotel immer wieder Mutmaßungen ins Feld führt, während der laufenden Ermittlungen, um die Glaubwürdigkeit des Opfers in Frage zu stellen. Wenn der General Manager, sich hinstellt und sagt ein anwesender Gast, hätte ihm das ganz anders geschildert und danach rauskommt, dass der Gast das gar nicht so genau mitbekommen hat, spricht das für sich.

Größe wäre gewesen zu sagen: Wir nehmen den Vorfall sehr ernst. Wir werden das komplett aufklären. Aus Respekt vor dem Opfer werden wir uns erst am Ende der Ermittlungen positionieren. Antisemitismus und jegliche Form von diskrimierenden Verhalten werden bei uns nicht geduldet, daher haben wir bis zur Aufklärung der Vorwürfe die Mitarbeiter zunächst beurlaubt.

Das hätte man auch auf der Demo sagen können, die nicht etwa das Hotel einseitig verurteilt hat sondern allgemein zum Thema Antisemitismus Stellung bezogen hat.

Aber dann muss es auch darum gehen, nicht etwa in erster Linie sein Image zu retten sondern das was gesagt wurde ernst zu nehmen. Das tut man nicht.

Am Ende steht, egal wie die Geschichte ausgeht, für das West In Leipzig ein mindestens kommunikativer SuperGau und der Hinweis darauf, dass es sicherlich andere Hotels gibt, die im Bereich Antidiskriminierung weiter sind.

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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