Rechte Raumnahme.

Letzte Woche Montag fand in Zwönitz, im sächsischen Erzgebirge eine Demonstration statt, die sich gegen die Einschränkungen richtete. Diese Versammlung eskalierte.
Auf Videobildern sieht man, dass mehrere Polizeibeamte angegriffen werden. Ein Polizeibeamter wurde sogar gebissen. Die Frau wiederum, die den Polizeibeamten gebissen hat, wurde danach von der BILD ausfindig gemacht und lässt sich dazu interviewen. Es handelt sich um eine Stadträtin der Gemeinde. Sie ist Mitglied der AfD Fraktion.

Ebenfalls in Zwönitz vor Ort waren Michael Brück und Yves Rahmel. Michael Brück ist ein Neonazi, ehemals stellvert. Vorsitzender der Partei „Die Rechte“ und ehemals Stadtrat in Dortmund. Brück ist inzwischen nach Chemnitz umgesiedelt.
Dazu gesellen sich weitere Personen, wie Marvin W. und Christopher D., die ebenfalls aus dem Dortmunder Nazikiez in Dortmund Dorstfeld inzwischen nach Chemnitz umgesiedelt sind.

Dies hängt mit der rechten Initiative „zusammenrücken in Mitteldeutschland“ zusammen, die den Umzug nach Mitteldeutschland propagiert. In der Annahme, dass der Migrationsanteil deutlich geringer ist und Teile der Bevölkerung von Sachsen empfänglicher für rechte Meinungen sind läuft die Kampagne, die dazu führt, dass sich vermehrt Rechtsextremisten in Mitteldeutschland niederlassen. Darunter etliche gewaltaffine und gewaltbereite.

Eine Strategie, die seit Jahren vorbereitet wurde und hinter denen auch Köpfe wie Götz Kubitschek, Institut für Staatspolitik, stehen.

Wenig überraschend ist auch der Umstand, dass Brück ehemals führender Kopf des Dortmunder Nazikiezes inzwischen eine Anstellung bei Rechtsanwalt Martin Kohlmann gefunden hat. Kohlmann wiederum Kopf der rechtsextremen Vereinigung „Pro Chemnitz“ steckt zusammen mit Stefan Hartung (vormals NPD) hinter dem Projekt „Freie Sachsen“, dass vermehrt die sog. Querdenker Demonstrationen insbesondere im ländlichen Raum von Sachsen steuert und anmeldet.

Bei den regelmäßigen Montagsterminen der sog. „Bürgerbewegung Leipzig 2021“ ist etwa regelmäßig das Banner der „Freien Sachsen“ zu sehen.

Dahinter steckt der Versuch eine lagerübergreifende Sammlungsbewegung innerhalb der rechten Szene zu schaffen. Der Brückenschlag vom militanten Neonazi bis hin zum bürgerlichen Rassisten.
Eine Strategie, die aufgehen könnte. Auch in Thüringen war zuletzt zu besichtigen, wie in trauter Eintracht Thorsten Heise, Kameradschaftsführer, Sebastian Schmidtke, NPD Berlin, Tommy Frenck, Inhaber der Szenekneipe „Goldener Löwe“ und Patrick Wieschke (Bundesorganisationsleiter NPD, beteiligt an einem Sprengstoffanschlag auf einen türkischen Imbiss in Eisenach 2000) zusammenstehen und sich dort vom sog. „Volkslehrer“ und Holocaustleugner Nikolai Nehrling interviewen zu lassen. Die Aussage ist, dass man linken Strukturen den Kampf ansage.

Der Stadtrat von Zwönitz hat sich überdies mit den Geschehnissen auseinandergesetzt und hat die Polizei aufgefordert nicht härter gegen die Versammlungen vorzugehen als anderswo. Die Eskalation der Gewalt sei somit Schuld der Polizei. Eine klare Abgrenzung des Stadtrates von Gewalt und Rechtsextremismus ist dazu nicht zu vernehmen.

Bislang ist nicht erkennbar, dass die sächsischen Sicherheitsbehörden das Geschehen in der notwendigen Tiefe durchdrungen haben oder eine Strategie im Umgang damit deutlich wird.

Zur Vollständigkeit sei erwähnt, dass auch eine Zunahme von rechten Immobilien in Sachsen zu verzeichnen ist.

Sachsen, 2021

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: