Gegenüberstellen

Es wird wieder über nächtliche Ausgangssperren diskutiert, obwohl deren Wirkung vergleichsweise marginal ausfallen dürfte. Es wird über weitere Einschränkungen des Privatlebens diskutiert, im Angesicht erneut deutlich steigender Zahlen und der Auslastung von Krankenhausbetten und der Belastung des Pflegepersonals.

Worüber nicht diskutiert wird ist eine Einschränkung der Wirtschaft. Wird weiterhin nur auf freiwillige Selbstverpflichtung gesetzt. Dabei ist bekannt, dass insbesondere Großbetriebe Infektionstreiber sind.

Diese strategische Ansatz, der offenbar vor allen Dingen auf Rendite ausgerichtet ist, ist falsch.

Nächtliche Ausgangssperren, also zu einer Zeit, in der die Mobilität ohnehin relativ gering ist, helfen nicht die Zahlen zu reduzieren, stellen sich aber als unverhältnismäßig dar. Gerade die Vereinsamung im Privatbereich ist für viele Menschen ein Problem und die Zahlen von Menschen mit psych. Belastungen steigen deutlich an. Die Anzahl an Menschen mit Depressionen hat zugenommen.

Statt einer nachvollziehbaren Strategie wird das Bund/ Ländertreffen abgesagt, da sich die Länder nicht einigen können.

Die Politik verliert gerade massiv an Vertrauen und das vor allen Dingen auch bei denjenigen, die bislang viele Maßnahmen mitgetragen haben.

Die Widersprüchlichkeiten einer Strategie, die vor allen Dingen, die Wirtschaft am Laufen halten will, während das Privatleben eingeschränkt wird, treten immer offener zu Tage und erhöhen den Belastungsstress der Gesellschaft.

Und es zeigt einmal wie groß der Einfluss der Wirtschaftslobby ist, die in allen Bereichen Regelungen torpediert.

Wenn man also verkürzt feststellt, dass der wachstumsbasierte Kapitalismus mit der Verwertung des Humankapitals das eigentliche Virus ist, ist man sehr nah an einer Antwort.

Die Perspektive ist stattdessen ein kleinteiliges weiter so ohne Rücksicht auf Verluste.

Zurück zu einer evidenzbasierten Politik, die das Wohl der Menschen höher gewichtet als das Wohl der Wirtschaft, wäre wünschenswert und ist doch fernliegend.

Das Problem heißt im Ergebnis eben auch Kapitalismus.

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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