Ein vorgezogener Jahresrückblick.

Letzter Monat. Jahresrückblicke trenden auf Twitter. Zeit Abschied zu nehmen und sich langsam zu entwöhnen.

Liebes 2020,

wird nun Zeit, dass wir Abschied nehmen. Wir haben es versucht. Gott verdammt, haben wir es versucht.

Am Anfang, waren wir noch voller Hoffnung, wahrscheinlich eh ein Grundübel der Zeit, diese elende Hoffnung, und voller Zuversicht. Diesmal haben wir uns geschworen: 2020 wird unser Jahr. Wir beide rocken das. Endlich, was Neues. Der Aufbruch. Ich meine, wir nehmen uns das jedes mal vor, aber dieses Jahr wollten wir das echt. Wir beide, du und ich.

2019 war ja nun am Ende auch nicht so das Wahre. Aber so, mit Abstand, was dieses Jahr, ja zu unserem Motto geworden ist, vielleicht auch doch nicht so schlecht. Nicht jede Vergangenheit ist eine bessere Zeit aber diesmal bin ich geneigt zu sagen, man müsste das nochmal prüfen.

Gleich am Anfang mal den Winter in diesen Breiten eingespart. Spart Heizkosten, senkt die Zahl der Verkehrsunfälle. Schnee kennen wir bald nur noch von Twitter als trending topic. Muss man aber positiv sehen. Früher war ja nicht alles gut.

Halb Australien ist abgebrannt. Hatten wir schon fast vergessen. Ist ja weit weg. Waldbrände nehmen zu. Kann ja in Zeiten, der Zunahme von Hitze und Trockenheit niemand drauf kommen. Und offenbar kommen viele nicht drauf. Und erst die armen Koalas. Das war wirklich hart.

Was hatten wir für Pläne. Und dann kam da die Idee mit der Pandemie.

Gut, am Anfang überraschender Move. Mal Zeit in sich zu gehen. Nachzudenken, vergessene soziale Kontakte wieder aufzunehmen, erkennen was wirklich wichtig ist.

Was haben wir uns geschworen, was wir alles lernen wollten. Jetzt wirklich. Das es eine Reihe von Berufen gibt, die systemrelevant sind und dafür extrem schlecht bezahlt werden. Dafür haben wir geklatscht. Ein warmer Applaus, von dem sich die Betroffenen in der Pflege und im Einzelhandel, im nicht stattfindenden Winter, eine mollige Decke aus Gedanken häkeln können und sonst nichts. Wo kämen wir denn sonst hin.

In den Vereinigten Staaten von Amerika wird George Floyd getötet. Und auf einmal fällt auf, dass es nicht nur in Amerika ein Problem mit strukturellem Rassismus gibt. Gibt es auch in Deutschland und das reichlich.

Hätte man aufgreifen und mal untersuchen können wie das mit Rassismus in den deutschen Sicherheitsbehörden ist, in einer Zeit, wo immer mehr Einzelfälle aufploppen und wir feststellen, dass es ganz schön viele flächendeckende Einzelfälle gibt. Wirkt eigentlich gar nicht wie ein Einzelfall aber was weiß ich schon.

Haben dann aber doch nichts geändert und statt einer Studie über Rassismus bei der Polizei, eine Studie zu negativen Einstellungen gegenüber der Polizei gemacht.

Rassismus ist schließlich verboten, berichtet der Bundeshorst, ähm Innenminister und was verboten ist, kommt nicht vor. So einfach ist. das.

Tolle Sache, bin ich als Anwalt demnächst arbeitslos. Aber schauen wir mal.

Und dann war auch noch Thüringen, dass Land ohne Prominente, wo mal ganz en passant so ein halber Staatsstreich initiiert wird und die alten Faschisten Dooflands mal eben eine mittlere Staatskrise auslösen, weil sich vermeintliche Demokraten unfassbar dämlich anstellen

Aus den paar Wochen Nachdenkzeit am Anfang wurden dann schnell mal ein paar Monate und jetzt am Ende kommt die zweite Welle und wieder Lockdown und so.

Klar, dass da die Vereinigung selbst ernannter Virologen aufmuckt und mit dem Selbstbewusstsein des abgeschlossenen Studiums für angewandten Mumpitz der Youtube/ Telegramm Universität unter Leitung des ehrenwerten Prof. Dr. Attila Hirsehitler schreibt: Diktatur.

Klar, so eine Maske ist der endgültige Untergang des Abendlandes, den sich die Reptiloiden NWO auf der dunklen Seite des Mondes ausgedacht hat. Qui bono, möchte ich missmutig einwerfen, so wie das alle Verschwörungsfans machen.

Wir hatten viel Zeit uns Gedanken zu machen, wie wir das in der Pandemie mit den Schulen und Kindergärten machen und dann die bannbrechende Erkenntnis: Lüften, Hände waschen.

Kann man mal sehen, wie produktiv man in 8 Monaten sein kann. Ich meine möglicherweise hätte man auch eine der 7 Milliarden, die man der Lufthansa schenkt nutzen können um die Schulen zu ertüchtigen. Aber lüften kostet halt auch weniger. Gut, ist halt dann ein bisschen kalt in den Schulen, weswegen an vielen Orten in Annoraks unterrichtet wird, so wie früher. Die Schulen, wo konsequenter Weise die Fenster nicht mehr geöffnet werden können, weil die sonst rausfallen, können ja alternativ ein Loch bohren oder die Tür offen lassen.

Wozu muss man eigentlich fliegen, wenn man viele Sachen auch in Videokonferenzen klären kann?

Jedenfalls das Jahr neigt sich dem Ende und so insgesamt muss man sagen, es hat halt mit uns beiden einfach nicht so hingehauen.

Da geht es nicht um Schuld oder so. Wir haben es versucht. Hat halt nicht geklappt. Können ja Freunde bleiben oder vielleicht auch nicht.

„Wir müssen uns die Dinge verzeihen, vielleicht das wir doch so glücklich werden“; hat ein Dichter gedichtet. Aber ich glaube, auch wenn noch ein paar Tage Zeit sind, wird das mit uns nichts mehr. Also wirklich.

Überrasch mich doch mal einfach oder besser vielleicht am besten nicht.

Vor allen Dingen, da jetzt auch noch der Glühwein ausfällt und ich mir die Versäumnisse zu Hause schön trinken muss, so wie dich liebes 2020.

Aber ich glaube auch Alkohol hat seine Grenzen.

In dem Sinne. Wir haben es versucht und nächstes Jahr wird es besser. Also wirklich.

Und statt Böller an Silvester um dich zu verabschieden, werde ich dann einfach klatschen, mit desinfizierten Händen und denke mir, dass hat du dir wirklich verdient.

Tschüss.

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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