Klimawandel ganz praktisch- Ski Weltcup in Dresden.

In Dresden werden gerade die Loipen für den Ski Weltcup gespurt. Dazu wird in einer Halle am Flughafen Dresden Klotzsche 4000 Kubikmeter Kunstschnee erzeugt, da es aufgrund des anhaltenden Klimawandels für Neuschnee viel zu warm ist und Dresden, ohnehin noch nie Wintersportgebiet war.

Kunstschnee braucht viel Wasser und Energie. Ungefähr 20.000 kwh werden pro Hektar benötigt.
Der Wasserverbrauch ist noch höher.

Kunstschnee hat auch eine andere Kristallstruktur als natürlicher Schnee. Er enthält Mineralien, wie Kalzium oder Magnesium. Außerdem ist er luftundurchlässiger, kompakter und weniger wärmedämmend. Das hat belastende Auswirkungen auf die Bodenchemie, zeigen Studien der Wissenschaftler Newesely und Cernusca. Ein weiterer gravierenden Faktor ist das zusätzliche Schmelzwasser, das durch die Beschneiung entsteht.

Der in Dresden hergestellte Kunstschnee wird dann mit 15 LKW im Dauerbetrieb zu den Elbwiesen gefahren, wo er mit einer Walze in Form gebracht wird.

Fairerweise sollte erwähnt werden, dass der Großteil der Emissionen beim Wintersport nicht durch den Kunstschnee sondern den Besucherverkehr erzeugt wird. Bedeutet, wenn in Dresden Wintersport stattfindet könnten die Besucher zumindest theoretisch mit der Bahn anreisen. Zudem wird der Ski Weltcup in Dresden ökologisch begleitet und man versucht das ganze so umweltfreundlich wie möglich zu machen.

In einer Zeit, in der wir über geologische Trockenheit reden, feststellen, dass die Niederschlagsmenge immer weniger wird und sich die Erde immer weiter aufheizt und die oberste Priorität daher schonender Ressoruceneinsatz ist, wirkt der SkI Weltcup in Dresden nicht nur wie ein Anachronismus sondern ist auch ein Zeichen menschlicher Überheblichkeit in Zeiten des Klimawandels.

Man kann auch zuspitzen und sagen: während Australien brennt, kann im Dresdner Elbtal wenigstens Ski gefahren werden.

Vielleicht sollte der Mensch auch anerkennen, dass er mit fortgesetzten Verhalten daran arbeitet den Planeten unbewohnbar zu machen, und Wintersport natürlich nicht mehr möglich ist anstatt mit weiteren Ressourcenaufwand dafür zu sorgen etwas, was man selber zuvor zerstört hat, zu simulieren.

Aber das würde ja Verzicht und Reflektion bedeuten. Und soweit ist der Mensch dann offensichtlich doch noch nicht.

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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