Connewitz, Silvesternacht.

Vorbemerkung:

Ich halte es für intellektuell zumutbar die Gewalt zu kritisieren und dabei sowohl das Handeln von Randalieren zu kritisieren, als auch die Einsatztaktik der Polizei zu hinterfragen.

Gewalt braucht Pole, die beim Aufeinandertreffen, sich entladen.
Es ist daher weder zielführend eine Seite zu kritisieren, ohne das andere im Blick zu behalten.

Was erfolgt ist aber ein klassisches Framing im Sinne einer gut/ böse Zuschreibung, inklusive der Pflege von Feindbildern.

Zunächst mal wird, weil es Connewitz ist sofort von Autonomen geschrieben. Den Randalieren wird damit ein politischer Hintergrund zugeordnet, was aufgrund Tatgeschehens, ohne Kenntnis einer Motivationslage und ohne Ansehen der Personen vor allen Dingen eins ist: unseriös.

Dabei ist es seit Jahren, schon allein aufgrund Medienberichterstattung klar, dass Auseinandersetzungen am Kreuz stattfinden und jede/r dem es genau darum geht sich auch dahin begibt.

Die absolute Mehrzahl der mehr als 1000 Menschen am Kreuz hat sich dabei völlig friedlich verhalten. In der Auseinandersetzung mit dem Thema spielt dies wie immer keine Rolle.

Es deutet einiges daraufhin, dass die Polizeieinsatztaktik die Eskalation begünstigt hat. Augenzeugen sprechen von konfus wirkenden Mannövern, bei denen auch unbeteiligte in Mitleidenschaft gezogen worden.

Durch den Eindruck von „Polizeigewalt“ entsteht aber auf der anderen Seite ein Solidarisierungseffekt, der das Handeln von Krawallmachern begünstigt.

Das Ergebnis ist eine Gewaltspirale mit einer Vielzahl von Verletzten auf allen Seiten.

Das verhindert man mit Blick auf die Zukunft nicht mit Schuldzuweisungen, mit dem Ruf nach dem starken Staat, oder Dämonsierung sondern mit einer fundierten Analyse und einer Einsatzkritik auf allen Seiten.

Die jetzige Debatte ist das Gegenteil davon und eher geeignet neuer Gewalt Vorschub zu leisten.

Deswegen gegen Alarmismus, gegen einseitige Schuldzuweisungen, für eine friedliche und solidarische Gesellschaft.

Still Lovin Connewitz.

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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