Wir schiessen uns den Weg frei… (Zitat, M.Krah, AfD)- Anmerkungen zum Fall Lübcke

„Wir schießen uns den Weg frei…“ (Zitat, M.Krah, AfD)

Ein Mensch ist tot. Aus nächster Nähe erschossen.

Und danach Ermittlungen. Zurückhaltung. Keine frühzeitige Einordnung. Obwohl ein Mensch gestorben ist. Im Vergleich zum Fall Magnitz und den Lügen eine fast staatsmännische Zurückhaltung, während in den sozialen Netzwerken die Trolle toben.

Ich habe nichts geschrieben und gesagt. In meinem Herzen der fromme Wunsch, dass es kein rechter Terror sein möge. Dass es eher eine Beziehungstat ist oder eine Zufallstat aus der Situation heraus. Weil ich mir nicht erneut vorstellen will, dass in diesem Land ein rechter Terror heranwächst und heraufzieht, der auch vor dem Äußersten nicht mehr zurückschreckt.
Dunkle Worte ziehen vorbei: Die Schattenarmee von Hannibal, das rechte Netzwerk in der Bundeswehr, Todeslisten von Gegnern, die Prepper Szene…

Ein Teil des Volkes rüstet sich für den kommenden Krieg, den fortwährend eine Partei herbeifantasiert.

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen inzwischen an sich gezogen. Der Tatverdächtige ist ein bekannter Rechtsextremist und drohte, dass es Tote geben würde. Nein, noch gilt die Unschuldsvermutung. Aber die Anzeichen verdichten sich. DNA auf der Kleidung des Toten ist schon ein sehr starkes Indiz, aber noch kein Schuldspruch. Es bleibt daher im Konjunktiv. Aber das, was folgt, ist zwingend.

Die politische Tonlage hat sich in Deutschland immer weiter verschärft. Es scheint normal, davon zu sprechen, andere Menschen zu „jagen“ oder permanent abzuwerten und von „Volksverrätern“ zu sprechen und sich über Tote zu freuen.

Wie tief ist ein Mensch gesunken, der sich über den Tod eines anderen Menschen freut? Wie wenig Menschlichkeit ist vorhanden, wenn man anderen Menschen den Tod wünscht und sich ausmalt und fortwährend Menschen entwürdigt und abwertet. Egal, welche Meinung ein Mensch hat, einen unnatürlichen Tod hat niemand verdient und es gibt keine Rechtfertigung für Hass.

Das, was geschieht, ist auch das Ergebnis dessen, was gesprochen wird – in den sozialen Netzwerken, auf der Straße und in den Parlamenten.

Es ist auch das Ergebnis der erbarmungslosen Hetze der AfD und ihrer Helfer, die in ihrer Sprache immer wieder die Abwertung von Anderen betreiben und die Gewalt befeuern. Eine Gewalt, die sich schließlich auf der Straße niederschlägt, um dann als „berechtigte Wut“ gerechtfertigt zu werden.

Nein, es gibt keine Rechtfertigung dafür.

Der alte Bundespräsident hat gesagt, dass wir auch tolerant gegenüber denjenigen sein sollen, die sich rechts verstehen.

Wie weit soll diese Toleranz noch reichen? Wieviel soll diese Gesellschaft noch ertragen?

Diese Demokratie hat einen Rahmen. In diesem Rahmen gilt, dass die Menschenwürde unantastbar ist, dass die Gleichheit aller Menschen Voraussetzung ist und wir ein Minimum Respekt und Anstand walten lassen.

Nein, es gibt keine Rechtfertigung und auch keine Toleranz gegenüber Hass und Gewalt.

Und wir können von jedem Menschen in dieser Gesellschaft erwarten, dass er/sie sich an diese Grundregeln hält.

Es gibt keine Toleranz mit Rechtsextremisten und Neonazis. Es gibt keine Toleranz mit denjenigen, die in ihrer Sprache die Taten auf der Straße vorbereiten.

Die Geschichte hat uns gelehrt, was passieren kann, wenn wir nicht wachsam sind. Die Geschichte darf sich nicht wiederholen.

Ich stehe auch auf etlichen Listen, wie viele andere auch.

Ich fürchte nichts außer das Schweigen der Mehrheit.

Schweigt nicht.

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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