Leipzig für Alle – Aktionsbündnis Wohnen

Hin und wieder möchte ich euch kleine Initiativen vorstellen, die mein Leben bestimmen und bereichern.

Vor anderthalb Jahren kamen Menschen aus der Karl-Heine Straße auf mich zu. Ihr Problem: der Vermieter wollte eine Modernisierung durchsetzen. Eigentlich war geplant die Wohnungen in Ferienwohnungen umzuwandeln. Die Mieter mussten weg.

In mehreren Runden überlegten wir, wie man die Sache juristisch und politisch angehen könnte. Aus zwei Menschen, die damals dort wohnten, wurden „Rebellen“ Recht Auf Wohnen – Leipzig.

Gemeinsam mit Ihnen riefen wir damals zur Gründung einer neuen Initiative auf um das Thema Verdrängung stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

Eine Gruppe gründete sich.
Rasch kamen Menschen aus der Reclamstraße hinzu und aus anderen Gruppen und Richtungen. Und was ursprünglich nur eine wilde Idee war, dass Thema wieder verstärkt in den öffentlichen Diskurs einzuspeisen, wurde eine wilde kleine Initiative.

Letztes Jahr bei der ersten Demo kamen über 1000 Menschen, die für bezahlbares Wohnen auf die Straße gingen. Seitdem ist einiges passiert.
Das Thema Wohnraumzweckentfremdung erreichte die Politik über Milieuschutz wurde diskutiert und die Forderungen nach bezahlbaren Mieten wurde lauter und die Mieten stiegen weiter. Menschen, Clubs und Einrichtungen wurden verdrängt; Parks verschwanden, neue Wohnungen enstanden zu hohen Preisen.

Ein Jahr später, am kommenden Sonnabend, findet die nächste Demo statt unter dem Motto Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn . Sie ist Teil des bundesweiten Mietenwahnsinn Aktionstages mit Demos von Berlin über Stuttgart bis nach Leipzig und Dresden.

Es werden mehr Menschen kommen, mehr sind Betroffen, viele machen sich Sorgen.

Die Betroffenen von einst sind inzwischen umgezogen. Sie haben gekämpft, Änderungen erreicht, auf die Probleme hingewiesen, Protest deutlich werden lassen und für sich Verbesserungen erreicht.
Aber sie haben nicht aufgehört. Sie arbeiten weiter, nicht für sich und ihren eigenen Vorteil sondern für eine Stadt für Alle. Geben ihre Erfahrungen weiter und helfen anderen Menschen. Aus Betroffenen sind Ehrenamtler geworden. Ihnen geht es nicht um Profilierung, um Eigennutz, was sie von Parteien und Politiker*innen, so leid es mir tut, unterscheidet. Sie haben eine Gesellschaft zu gewinnen und konkrete Änderungen als Ziel.

Sie alle sind Leipzig für Alle. Was am Anfang eine kleine Idee war um auf ein Problem hinzuweisen ist inzwischen eine Initiative, die Demos organisiert, Vernetzung herstellt und bald Mietsprechstunden anbietet. Getragen von der Idee, gemeinsam diese Stadt zu gestalten, Freiräume und Grünstreifen zu erhalten, Mieten bezahlbar zu lassen und Forderungen an die Politik zu addressieren – für eine Stadt für Alle.

Und ich bin dankbar, dass ich Teil davon sein darf, dass auch ich meinen Anteil dazu beitragen kann, Erfahrungen und Ideen einspeise und mich manchmal auch streite. Nein, man muss nicht in Parteien gehen um etwas zu verändern. Man muss einfach nur anfangen.

Niemand ist allein und niemand ist hilflos. Wir alle sind diese Gesellschaft und nicht hilflos dem Markt, Investoren oder Konzernen ausgesetzt.

Am Sonnabend, den 06.04. gehen wir gemeinsam gegen Vedrängung und Mietenwahnsinn auf die Straße, ab 14 Uhr auf dem bayrischen Platz. Und wenn du dich auch angesprochen fühlst, dann bist du herzlich eingeladen, dich anzuschließen, mitzugestalten und zu diskutieren.
Gemeinsam sind wir die Stadt, gemeinsam bilden wir diese Gesellschaft.

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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