You are next. – What About the Clubsterben?

Worte füllen den Raum. Die Stadt Leipzig und die Stadtbau, Eigentümerin des Geländes am bayrischen Bahnhof geben bekannt…
Bedeutungsschwanger hallen die Worte nach.

Neue Wohnungen sollen gebaut werden – endlich. Seit Jahren gibt es schon Planungen und Überlegungen und nun endlich könnte es losgehen. Ein neues Stadtviertel mit Wohnungen, Kitas und Schulen. Wohnungen, die gebraucht werden, ebenso wie soziale Infrastruktur. Unabhängig von der Frage, wer die neuen Wohnungen dann bezahlen kann.

Doch, da war noch etwas. Da ist noch ein Club. Dort wo eine der Zugangsstraßen endet, beginnt die DISTILLERY – der älteste Technoclub im Osten der Republik. Bässe in der Nacht, die man nicht mehr hört sondern fühlt, weil der Körper eins wird mit den Wellen der flimmernden Sounds und Beats.

Und was hören wir?
Die Tille, darf bleiben – bis 2022. Zunächst. Und „man ist zuversichtlich, eine gemeinsame Lösung zu finden.“
Hübsch abgerundete Phrasen im Neuzeitsprech der Politik, die so schrecklich unbestimmt verbindlich klingen, viel verheißen aber nichts versprechen. Gute Strategie. Erstmal die Massen besänftigen. Das schöne, benötigende voran stellen und für den Rest mögliche Lösungen in Aussicht stellen, um am Ende zu formulieren, dass man ja bereits zu Beginn keine Zusagen gemacht habe und darauf hingewiesen habe, dass es schwierig werden könnte. Hübsch gedrechselte Konjunktionalsätze, die in eine unbestimmte Zukunft weisen.

Man kann sich natürlich fragen warum dann die Tille und deren Vertreter*innen bei der Pressekonferenz nicht dabei waren als einseitig „gemeinsame Lösungen“ angekündigt wurden?

Jaja, schnöder Mammon und das Versprechen von Rendite einerseits und andererseits eben auch nur ein Club mit ein paar Angestellten.

Dunkle Vorahnungen ziehen auf. Remember 4rooms, So&So und all die anderen? Die Wunden sind noch frisch und wir vergessen nichts.

Wenn es keine Lösungen gibt, wenn ihr nicht halten könnt, was ihr versprecht, wenn alles andere wieder wichtiger ist als Freiräume und kulturelle Nische, als Selbstbestimmung und Kreativität, dann werden wir euch daran erinnern.

So, wie wir es immer tun. Wieder und wieder. Und wieder und wieder formulieren: Die Stadt lebt nicht durch die Investoren, die ihre Betonträume erfüllen um sich neue Geldspeicher zu bauen, die Stadt lebt durch die Menschen, die in ihr wohnen, die hier leben, atmen, lachen und ja auch tanzen.

Die Stadt ist mehr als ein Ort der Arbeit und des Schlafens, die Stadt ist ein Raum des Treffens, Austauschs, Kommunikation und Möglichkeiten. Erst durch den Austausch entsteht eine soziale Gesellschaft.

Wir hören eure Worte, wieder und wieder. Sie hallen nach aber glauben tun wir sie nicht. Und wenn es soweit ist werden wir euch daran erinnern, wieder und wieder.

Liebe Deine Stadt. Rettet die Clubs und Freiräume.

Sound of Leipzig

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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