Hass ist keine Meinung

Laut dem Kopf der Identitären Bewegung Martin Sellner, stehe ich symptomatisch für die Aufstachelung zu roten Terror.
Das lässt Sellner seine Gefolgsleute in einem Videobeitrag wissen. Hintergrund sei, dass man mich für einen Brandanschlag auf ein Auto verantwortlich macht. Dieses Auto gehört dem Kopf der Identitären Bewegung Leipzig und ich soll dafür verantwortlich sein, dass es brannte, meint auch dessen Eigentümer.

Was folgt ist die Zunahme an Drohungen, Gewaltaufrufen, Nachstellungen. Das ganze Programm – ein rechter Shitstorm eben.

Dass sattsam bekannte Spiel der extremen Rechten, die sich zum Opfer der Gesellschaft erklären, die Gewaltzunahme beklagen um dann im nächsten Schritt die eigenen Anhänger zur Gewalt aufzustacheln.

Im Ergebnis kommen bei mir Nachrichten an wie diese:

„DU bist der Drahtzieher des Brandanschlags

Deshalb mußt DU dich nicht wundern, wenn es brennt. Und zwar so, daß du wohl noch zur Tür rauskommst, aber deine Brut nicht. OK, vielleicht als Feuerkrüppel.

Zuerst der Bombenanschlag in Döbeln
Dann der Mordversuch in Bremen
Und jetzt Alex‘ Auto

Antifaratte, das war zuviel, du wirst dafür braten oder noch besser deine Mischpoke, du bestialische bolschewistische Hyäne!

Rot(h)front verrecke!“

Was denken sich eigentlich Menschen, die solche Nachrichten verfassen? Was genau geht da in deren Kopf vor, dass man sich an den Rechner setzt und solche Nachrichten schreibt? Ich weiss es ehrlich gesagt auch nicht.

Das ist alles hinreichend armselig. Rechte Täter sind keine Opfer. Gewalt ist keine Lösung und Drohungen und Beleidigungen kein Beitrag zur Diskussionskultur.

In dem Sinne: Hass ist keine Meinung und Faschismus ist ein Verbrechen.

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Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

Ein Gedanke zu „Hass ist keine Meinung“

  1. Herr Kasek,

    Sie schreiben unter anderem: „Laut dem Kopf der Identitären Bewegung Martin Sellner, stehe ich symptomatisch für die Aufstachelung zu roten Terror.“

    Die Anschlußfrage dazu: Was hielt Sie davon ab, in Ihrem Blogeintrag auf das entsprechende Youtube-Video zu verlinken, in dem man Sie der Aufstachelung bezichtigte? Dann nämlich könnten sich Ihre Leser trivial selbst ein Bild davon machen, wie plausibel dieser Vorwurf ist, notabene deshalb, weil Sie selbst ja mit keiner Silbe auf die im Video gebrachten Umstände eingehen.

    In derselben Preisklasse vorteilhafter Unterlassungen spielt das Vorgehen, ohne Quellenangabe eine explizite Schmähung, endend mit „Rot(h)front verrecke!“ zu zitieren. Mit offenen Karten spielen sieht da wie dort anders aus. Irgendwie symtomatisch.

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