Aus Wut- Anmerkungen zur Causa Maier, dem Roten Baum und einer verqueren Debatte

Vielleicht auch noch meinem Senf zu Causa Jens Maier, dem Kino und den Folgen.
Die Versuchsanordnung war relativ klar. Dem AfD Faschisten Maier und seiner holden Reichsbürgerin dürfte von Anfang an klar gewesen sein, dass sie bei einer jährlich stattfindenden Veranstaltung des Roten Baums, die eher ein Familientreffen ist, fehl am Platze sind und ihnen folglich die Tür gewiesen wird.


Gerade Maier, der sich selbst als kleiner Höcke und damit Wiedergänger der NS Zeit versteht, ging es nur darum zu beweisen, dass die aus seiner Sicht vermeintlich Toleranten eben nicht tolerant sind.
Entsprechend hatte er sofort ein Share Pic zur Hand um seinen Anhängern das zu erwartende Ergebnis kundzutun, verbunden mit der Einordnung, dass dies Gesinnungsterror sei.

Toleranz heißt auch andere Meinungen zu ertragen. Toleranz ist die Tugend auch Meinungen und Lebensstile zu ertragen, die man nicht teilt.
Aber das Ganze ist nicht rahmenlos, wie einige gern an dieser Stelle behaupten. Toleranz kann ich zu anderen Meinungen sein, die sich im Rahmen der Menschen – oder Grundrechte bewegen, die sich, konservativ gesprochen, im Wertekanon des Grundgesetzes bewegen.

Toleranz wird beliebig, wenn sie genutzt wird um Intoleranz zu ertragen und dieser Raum zu geben.

Ich bin über diese Debatte erstaunt und erzürnt. Weil ich den Eindruck habe, dass wir uns seit Jahren im Kreis drehen.

Denn gern wird eingewandt, dass die AfD nunmehr ihr Ziel erreicht hätte – Aufmerksamkeit zu generieren und es besser gewesen sei, nicht vom Hausrecht Gebrauch zu machen? Und ich frage mich ernsthaft: What the fuck?

Ich frage mich besorgt warum? Was ist die Nachricht daran, dass sich ein Verein, der ein jährliches Familientreffen veranstaltet, dazu entschließt einer Person, die diesen Verein abschaffen will, zu bitten zu gehen? Was ist die Aufregung dahinter, wenn einer Person, die das Grundgesetz in Teilen aufheben will und die Ungleichheit der Menschen propagiert nicht die Tür geöffnet wird?

Toleranz muss nicht der Intoleranz weichen. Eine kämpferische Demokratie, ist nicht deswegen kämpferisch, weil sie Intoleranz und Hass erträgt, sondern weil sie dem mit den Mitteln der Demokratie widersteht! Das ist eigentlich nicht schwer zu verstehen.

Nein, dass Maier aus dem Kino flog ist keine Nachricht.
Keiner von uns würde sich wundern, wenn ein bekannter Linker aus einer AfD Veranstaltung fliegt. Aber die Gesellschaft reagiert erregt darüber, dass ein Faschist rausgeworfen wird.

Mir scheinen, dass die Maßstäbe ein wenig verrutscht sind und ich frage mich besorgt wieviel Hass, Angriffe gegen Minderheiten und NS Propaganda soll die Demokratie denn noch ertragen?
Nein, ein liberales Land verteidige man nicht indem man schweigt sondern indem man handelt.

Carsten Hütter (sächsischer AfD Landtagsabgeordneter), hat auf Facebook schon mal dazu aufgerufen sich die queeren Filmtage in Leipzig anzuschauen. Eine Provokation – erwartbar, plump, dumm wie man es eben von jemanden erwartet, der in kleinen Anfragen nach Vergewaltigungen in Parks fragt, die es gar nicht gibt.
Nicht auf jeden Provokation muss man reagieren. Vor allen Dingen nicht dadurch indem man eine epische Diskussion auf demokratischer Seite beginnt ob es richtig war Maier aus dem Kino zu werfen, während die Faschisten sich ins Fäustchen lachen weil sie sich bestätigt fühlen einerseits und andererseits dabei zu zuschauen wie verunsichert die liberale Gesellschaft reagiert.

Man muss nicht dabei zusehen wie Hass sich breit macht und Intoleranz zunimmt weil die Intoleranten sich darüber aufregen, dass sie Intolerant behandelt werden. Faschismus, das sollten wir gelernt haben bekämpft man. Und ja, dass ist bewusst keine Formulierung, die mäßigend klingt.

Ich habe keine Lust, dass das Bundesland in dem ich geboren wurde, ich dem ich lebe, arbeite und schaffe 2019 an die Faschisten der AfD fällt und ich werde alles dafür tun, dass es nicht dazu kommt.
Dafür könnt ihr mich gerne intolerant schelten. Euer gutes Recht. Ihr könnt, das auch gern kritisieren und falsch finden.
Mein freie Meinung ist es, Faschismus nicht zu ertragen und nicht dabei zu sehen, wenn Minderheiten angegriffen und Grenzen gezogen werden. Nicht damals, nicht heute, nicht Morgen.

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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