Herz statt Hetze – ein Rant und eine bitte an die Medien

Herz statt Hetze am 21.10. – ein Rant von mir und Irena Rudolph-Kokot.

Ich bin ganz begeistert davon, wie viele Politiker*innen aller Parteien sich bemüßigt fühlen wohlwollende Aufrufe zu schreiben, wie wichtig es sei Morgen in Dresden Gesicht zu zeigen, für die Demokratie.

Und ich wundere mich ein wenig, wo all die Damen und Herren in den letzten Jahren waren oder Wochen. Wo sie waren als es nicht um ein Großereignis ging und nicht klar war, dass die Presse darüber berichten wird. Wo sie jeden verdammten Montag waren als nur 100-200 Menschen, von der Mehrheitsgesellschaft ignoriert, in Dresden protestierten als allmontäglich „absaufen“, „abschieben“ oder sonstiges in der Landeshauptstadt gerufen wurde. Oder wo sie in Zwickau waren als dort die Bürgeroffensive marschierte oder in Bautzen oder vielleicht sogar heute Abend in Schwarzenberg.

Nein, versteht mich nicht falsch. Es ist wichtig, dass Morgen viele Menschen kommen und es ist auch wichtig sich klar darüber zu werden, dass es um den kleinsten gemeinsamen Nenner in der Demokratie geht. Und ja, es braucht auch hin und wieder Großereignisse als Rahmen der Selbstvergewisserung und als Zeichen.

Aber liebe Vertreter*innen politischer Parteien, die ihr in der Vergangenheit bestimmt viele gute Gründe hattet warum ihr nicht da ward, tut bitte nicht so als sei euch „Herz statt Hetze“ immer schon ein Herzensangelegenheit gewesen.
Ihr werdet dadurch nicht glaubwürdiger sondern verstärkt den Eindruck bei vielen Menschen, dass euch Themen besonders dann wichtig sind, wenn die mediale Öffentlichkeit ein Licht darauf wirft.

Kommt dazu, ruft dazu auf und reiht euch ein aber spielt euch nicht in den Vordergrund sondern übt Demut und sagt denjenigen Dank von HOPE – fight racism; Nationalismus raus aus den Köpfen Dresden Nazifrei über Leipzig nimmt Platz und Prisma Leipzig bis hin zu Bündnis Chemnitz Nazifrei und den vielen antifaschistischen Bündnissen und Menschen in Sachsen, die sich jeden Tag mit dem Thema auseinandersetzen und von euch oft genug ignoriert und mitunter auch „linksextrem“ diskreditiert werden.

Und wenn euch Morgen, die Presse den Zeitungsblock oder die Mikrofone vor die Nase hält, dann lasst euch doch dazu herab und bedankt euch bei den Menschen, die jeden einzelnen Tag Engagement üben und vergesst nicht Demokratie verlangt Haltung und Handlung Tag für Tag und nicht nur dann wenn jemand hinschaut.

Und liebe Vertreter*innen der Presse, lasst doch die Damen und Herren, die Vorsitzenden der Parteien Morgen einfach stehen und lasst diejenigen sprechen, die von Ausgrenzung betroffen sind, die Gewalt erleben müssen, die sich jeden Tag engagieren und mit ihren Mitteln als einfache Bürger versuchen etwas zu bewegen, indem sie Lesungen organisieren, in der Flüchtlingshilfe arbeiten oder Spenden sammeln. Das wäre doch mal was.

Wir hoffen trotzdem, dass Morgen viele Menschen kommen und sich erinnern worum es geht und dann das Gefühl mitnehmen und danach handeln jeden Tag

Mit besten Grüßen

Irena und Jürgen

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

3 Kommentare zu „Herz statt Hetze – ein Rant und eine bitte an die Medien“

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