Bier trinkt das Volk

Bier trinkt das Volk- oder der Zusammenhang zwischen Bier und Klimawandel oder warum der Untergang droht.

Heute Morgen hörte ich im Radio eine Nachricht, die aus mir schlagartig einen besorgten Bürger machte.

Einer Studie zufolge, heutzutage braucht man ja für alles einen irgendwie gearteten wissenschaftlichen Beleg oder zumindest des Anscheins davon, werde Bier aufgrund des Klimawandels teurer.

Meine morgendliche Freude, die ich stets empfinde wenn ich frohgemut den Nachrichten lausche und versonnen in der Tagespresse blättere. um das Unbill der Welt nachzuvollziehen, verwandelte sich in echte Besorgnis.

Die Dürre und Hitze, deren Auftreten wir diesen Sommer bestaunen durften, und die aufgrund des Klimawandels zunehmen, führen zu Ernteeinbußen. Diese Ernteeinbußen treffen auch die Gerste, die wiederum Grundlage des Gebräus ist, dass wir liebevoll als Gerstenkaltschale oder Hopfentee bezeichnen und das insbesondere in Deutschland nicht zu knapp konsumiert wird.

Bis hierhin alles nachvollziehbar. Aber ich meine Bier wird teurer. Vielleicht wird Bier bald so teuer wie Wasser, dass man kaufen kann?

Und bei dieser Studie, die zunächst nur auf den Zusammenhang zwischen Ernteeinbußen bei der Gerste abstellte und daraus ableitete Bier wird teurer, war der Umstand das auch Wasser teurer werden würde noch gar nicht eingerechnet.

Also Grund- bzw. Trinkwasser, welches teurer wird, da zum einen weniger Niederschläge fielen und fallen werden und zum anderen durch die extensive Tierhaltung, die Böden zunehmend überdüngt werden und Sulfate das Wasser verunreinigen.

Damit war auch klar Wasser wird teurer. Ein Umstand, der bereits länger bekannt ist aber von kaum jemanden offensiv zur Kenntnis genommen wurde. Maßgeblich auch deswegen da Wasser im Vergleich zu Bier offenbar das deutlich unbeliebtere vielleicht sogar unbekanntere Getränk ist. Das mag auch daran liegen, dass es wiederum Studien gibt, von interessierten Bierbrauern in Auftrag gegeben, die nachweisen, dass Konsum von Bier eine gesundheitsfördernde Wirkung hat. Man sagt ja auch das Kinder und Betrunkenen nichts passiert.

Wenn man also einrechnet, dass nicht nur Gerste teurer wird sondern auch Wasser und dann auch noch Hopfen und Malz ist damit zu rechnen, dass Bier bald unbezahlbar wird.

Schweißperlen bildeten sich auf meiner Stirn. Vielleicht wird die nächste soziale Frage nicht die Frage des bezahlbaren Wohnens sondern die des Bierpreises. Im 19. Jahrhundert gab es ja schon mal einen Präzedensfall, als Bürger aufgrund des zu hohen Bierpreises auf die Barrikaden gingen.

Vielleicht wäre es jetzt also ratsam Bier zu horten. also so ein- bis zwei durchschnittliche Jahresmengen Bier. Da der pro Kopf Verbrauch bei 101,2 l pro Kopf liegt und meine Tochter noch keinen Alkohol trinkt, von dessen gesundheitsfördernden Wohltaten also nicht profitieren kann, müsste ich also 202, 4l Bier anschaffen, ca 404 Flaschen und das nur für ein Jahr. Vielleicht sollt man auch anfangen zusätzliche Lagerflächen anzumieten und Biernotgemeinschaften zu bilden?

Und dann dachte ich mir vielleicht kann man ja etwas dagegen tun. Und jetzt, da das Bier teurer wird müssten doch auch diejenigen erwachen, die sonst in volkstümlicher Trunkenheit von den Stammtischen dieser Welt predigen das Klimawandel ja nicht menschengemacht werde, dass alles überschätzt wird und überhaupt Arbeitsplätze in der Kohle ja ohnehin viel wichtiger seien.

Ich dachte mir so, jetzt wo der Untergang des Abendlandes wirklich droht weil Bier, das vor 6000 Jahren durch einen Zufall in Mesopotamien erfunden wurde, bald unbezahlbar wird muss doch die CDU und FDP auch aufwachen und anfangen mit allen Mitteln was gegen den Klimawandel zu tun.

Wasser und Ernte egal aber das Bier? Ein Stammtisch ohne Bier? Wehret den Anfänge hörte ich mich raunen und hoffte, dass die Zeichen jetzt endlich verstanden werden würden.

Nachtrag: Während ich den Artikel kontrollierte meinte mein Mitarbeiter, dass die Menge an Bier keinesfalls die Jahresmenge darstellen könne weil das wären ja nur schlappe 4 Bier in der Woche und damit könne man gar keine vernünftige Gesundheitsvorsorge betreiben.

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

Ein Gedanke zu „Bier trinkt das Volk“

  1. Ich arbeite ja schon an einem Brauereischiff. Meerwasser entsalzen, steuerfrei auf Hochsee produzieren, mit Drohnen an Land, am besten zu mir. Hopfengebiete schießt die Bundesmarine frei, irgendwas mit Terrorismusbekämfung geht ja immer. oder Putin.

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