Reaktionen zu #Wirsindnichtmehr

Als ich geschrieben habe: Nein, wir sind nicht mehr, hätte ich nicht mit derart vielen Reaktionen gerechnet.
Hunderte Menschen haben seitdem geantwortet und angefangen darüber zu diskutieren. Es gab Anregungen, Ermutigungen, Ideen und auch Kritik, ja und auch einige Beleidigungen.
Allein dieser Umstand macht Mut: das Menschen anfangen miteinander zu diskutieren, zu streiten und nachzudenken.
Vorher fremde Menschen, die miteinander über ein Thema diskutieren und sich daran erinnern, dass Demokratie, dass Verbindende braucht.
Es gibt Menschen, die wollen das Land, die Menschen spalten. Sie setzen auf Aggression und auf Abgrenzung. Ihr stärkstes Narrativ ist: „man wird doch noch sagen dürfen“, verbunden mit der Behauptung, dass jede/r der eine andere Meinung etwa zur Frage der Flüchtlingspolitik hat, als „Nazi“ bezeichnet wird.

Das ganze ist ein Totschlagargument. Die einen, ziehen sich zurück in die Vorstellung, dass man ja nichts mehr sagen dürfen, fühlen sich selbst ausgegrenzt und fangen an den Diskurs zu verweigern, in der Annahme, dass sie ausgegrenzt werden.
Die andere Seite muss sich beständig verteidigen, dass sie das gar nicht gesagt hat. In vielen Onlineforen und Diskussionsveranstaltungen immer wieder nachzuvollziehen. Vielleicht hilft es sich darüber klar zu werden, dass es Menschen gibt, die genau das wollen: den gesellschaftlichen Frieden stören.

Ich habe meinen Beitrag geschrieben, als Aufschrei, in der Hoffnung, dass wir aufhören einander etwas vorzumachen und anfangen ernsthaft miteinander zu diskutieren, so schwer es fällt, in den Grenzen der Demokratie.

Einer Demokratie, die die Gleichheit aller Menschen vorgibt, einer Demokratie, die in Abkehr des Nationalsozialismus entstanden ist und die damit Antifaschismus als Leitbild vorgibt. Das mag seltsam klingen und doch ist es die Grundidee unserer Gesellschaft.

Ich mache mir, und ich vermute viele von euch auch, große Sorgen um unsere Zukunft. Ich sehe viele Menschen, die Angst haben vor Veränderung, für die jede Veränderung ein gefühlter Angriff ist.

Veränderung ist immer auch eine Chance, Sachen besser zu machen. Aber sie verlangt von jedem von uns, dass wir in der Bereitschaft leben Veränderungen als Chance zu begreifen und anfangen zu gestalten.

Vielleicht war mein Beitrag zu negativ. Denn etwas habe ich vergessen zu sagen und ich denke, ich spreche auch für viele Menschen in Sachsen, von denen mein Beitrag handelte:
Wir leben hier, wir sind nicht mehr, aber von uns gibt auch niemand auf.
Wir #dasandereSachsen.

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

Ein Gedanke zu „Reaktionen zu #Wirsindnichtmehr“

  1. Lieber Jürgen,

    danke für Deine Artikel und den Haschtag #wirsindnichtmehr .

    Ich habe größten Respekt vor dem Mut der Menschen, die sich der braunen Welle entgegenstellen, die unser Land zu überrollen droht!

    Macht weiter so!👍

    Herzlich
    Robinson Reichel

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