Leben im Shitstorm

 

Ich möchte Danke sagen. All jenen, die mich wie so oft unterstützen und mir Mut zu sprechen. Ohne euch, ohne eure Worte, wäre vieles nicht auszuhalten.

In den letzten 2 Tagen fegte mal wieder ein Shitstorm über mich hinweg. Ausgelöst von AfD und PEGIDA, die ich als „faschistisch“ bezeichnet hatte.

Ein Shitstorm soll einschüchtern, den Betroffenen psychisch unter Druck setzen und Angst machen. Die Folgen davon können sein, dass Unternehmen getroffen und Marken zerstört werden und der Einzelne psychisch destabilisiert wird.

„Der wichtigste Vorgang, der sich innerhalb der Masse abspielt, ist die Entladung“, schreibt Elias Canetti in „Masse und Macht“. „Sie ist der Augenblick, in der alle, die zu ihr gehören, ihre Verschiedenheiten los werden und sich als Gleiche fühlen.“ Übertragen auf die Psychologie des Shitstorms heißt das: Die spontan Empörten fühlen sich aufgrund der Diskursexplosion, die sie innerhalb ihrer digitalen Mikroöffentlichkeit auslösen, schnell als mächtige Gemeinschaft. Das Kollektiv wiederum wirkt selbstverstärkend, eventuell auch radikalisierend. Wer sich umgeben von Gleichgesinnten glaubt, die alle einen gemeinsamen Feind im Blick haben, schreit vielleicht noch ein bisschen lauter. (zusammenfassend aus Tagesspiegel )

Entsprechend tobte der Mob, bestätigte sich selber und wurde mit fortwährender Zeit aggressiver und bedrohlicher.

Für die von einem Shitstorm betroffenen, ist es wichtig zu wissen, dass sie nicht allein sind. Das es Menschen gibt, die hinter ihnen stehen und die trotz Meinungsverschiedenheiten und anderer Auffassung, da sind. Denn das Gefühl des Shitstorms ist das Gefühl des Ausgeliefertseins gegenüber einer größer werdenden, sich selbst radikalisierenden Masse, die sich am vorgestellten und tatsächlichen Leiden des ausgewählten Opfers ergötzt.

Die Solidarität der Gemeinschaft gegenüber den sich selbst radikalisierenden ist daher umso wichtiger.

Viele von euch meinen, dass sie selber nichts beizutragen haben. Weil Sie Angst haben, ihre Stimme laut zu erheben aus Angst selber angegriffen zu werden oder in einem Shitstorm zu landen. Ich verstehe das.

Aber ich kann euch versichern: auch ihr seid mächtig und wichtig. Denn eure leisen Stimmen sind ein wichtiger Rückhalt. Sie geben Mut und Kraft.

Solange wir uns gegenseitig unterstützen, solange wir aufeinander achten und respektvoll miteinander umgehen und deutlich die demokratischen Grundwerte leben muss uns keine Angst sein.

Es ist nicht mein erster Shitstorm und es wird nicht mein letzter sein. In den letzten Jahren haben mir hunderte Menschen Mut zu gesprochen und Solidarität geübt. Tut dies bei jede/r/m der Angegriffen wird. Lassen wir uns nicht einschüchtern.

Und weil das so ist:

Kann ich sagen, dass ich am Sonnabend nach Dresden fahre um mich zusammen mit hoffentlich vielen Menschen gegen den Aufzug der Identitären Bewegung zu stellen und danach noch nach Mattstedt fahre um dort die Stimme gegen das größte Nazifestival dieses Jahr zu erheben.

Gemeinsam für Demokratie und Toleranz. Gemeinsam gegen Hass und Hetze.

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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