Trockenheit.

Selbst die sonst um Sachlichkeit bemühte Gilde der Meteorologen schlägt angesichts des Wetters Alarm und spricht von extremer Trockenheit. Eine Trockenheit, die nach wie vor anhält, mit dramatischen Folgen.

Die Folge sind weithin sichtbare braune Graslandschaften, die eher an eine Steppenlandschaft erinnern – es wird der neue Normalzustand sein. In Teilen von Sachsen herrscht zudem die höchste Waldbrandstufe 5. Besserung nicht in Sicht.

Die Anzahl an Waldbränden hat nicht nur zugenommen sondern auch die Anzahl an Feldbränden, geht deutlich nach oben. Am Wochenende waren unter anderem in Brandis, Machern, Schkeitbar, Cannewitz, Colditz, Ebersbach, Böhlen und Gerichshain Böschungen und Felder während des Ernteeinsatzes in Brand geraten.

Ähnlich sieht es in Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg -Vorpommern aus. Aufgrund dessen kommt es zu Noternten und deutlichen Ernteverlusten, in deren Folge die Getreidepreise deutlich steigen werden.

Auch für die kommende Woche ist derzeit kein Niederschlag zu erwarten. Besonders betroffen ist der Osten Deutschlands.

In nüchternen Zahlen ausgedrückt. Der Frühling war in Gesamtdeutschland im Vergleich zu den Jahren 1981-2010 um mindestens 1 Grad zu warm, bei Niederschlagswerten die im Langzeitvergleich deutlich unterhalb von 100% waren.

Konkret für Leipzig: plus 1,6 Grad und 88 % der Niederschlagsmenge. Im Vergleich zu den Jahren 1961-1990 sogar um 2,5 Grad zu warm.

Der Mai 2018 erreichte in Leipzig eine Durchschnittstemperatur von 16,9 Grad. 4 Grad mehr als im Durchschnitt der Jahre 1961-1990 und immernoch 3,1 Grad mehr als der Vergleichszeitraum 1990-2010, bei 66 Prozent der Niederschlagsmenge.

Der Juni war im Durschnitt 19 Grad warm. 2,5 Grad mehr als der Vergleichszeitraum 1990-2010 mit nur 53 % der Niederschlagsmenge.

Dresden und Chemnitz waren 1,8 und 1,9 Grad wärmer bei 80% Niederschlagsmenge und 72 %.

Schon erinneren viele an den Sommer 2003 der ebenfalls europaweit durch extreme Trockenheit gekennzeichnet war.

Bereits letztes Jahr hatte Werner Sommer, Abteilungsleiter im sächsischen Landesamt für Umweltschutz und Geologie ausgeführt, dass das Risiko für Wetterextreme weiter zunehmen werde. Insbesondere das Risiko von Trockenheit und Starkregen sei deutlich erhöht, gleichzeitig erhöhe sich die Intensivität von Gewittern.

Trockene Böden können zudem Wasser weniger gut aufnehmen, was bei einsetzenden Starkregen, die Gefahr von temporären Überschwemmungen weiter erhöht. Zudem nimmt die Bodenerosion zu.

Durch die extreme Hitze sind außerdem insbesondere Nadelbäume anfällig für den Borkenkäfer.

Diese Entwicklung ist in den Langzeitprognosen des LfUG bis ins Jahr 2100 dargestellt – deutlich weniger Niederschlag, bei deutlichen Temperaturanstieg, werden insbesondere Nordsachsen zur Steppenlandschaft machen. Dabei ist zu beachten, dass die Klimaprognosen bislang in der Tendenz immer etwas zu vorsichtig waren und von der Realtität deutlich übertroffen wurden.

An dieser Stelle darf man beunuhigt sein. Das Problem des Menschen: er ist anpassungsfähig und vergißt schnell, beides schlechte Voraussetzungen um tiefgreifende Veränderungen zu bewirken.

Notwendig sind auf jedenfall Anpassungsmaßnahmen. Wir brauchen in den Städten mehr Bäume, die Schatten spenden und das Mikroklima beeinflussen. Die Bodenbewirtschaftung muss geändert werden und neue Bewässerungssystem müssen her.

Vor allen DIngen müssen wir dafür sorgen, wenn wir es können, dass der Prozess der klimatischen Erwärmung abgebremst wird. Allein, es sieht nicht danach aus. Deutschland wird seine internationalen Verpflichtungen zur Treibhausgasreduktion deutlich verfehlen.

Nach uns lauert nicht die Sinnflut sondern bei konsequenter Entwicklung die Zerstörung unserer Lebensgrundlage für die kommenden Generationen.

Aber natürlich können wir auch weiter über Geflüchtete diskutieren und ignorieren was gerade geschieht.

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Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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