Bilanz des Schreckens – endloser Sommer, endlose Wüste

In den sozialen Netzwerken häufen sich wieder die Einträge, die sich mit dem Thema Wetter beschäftigen. Insbesondere mit der aktuellen Hitzewelle. So schön wie viele die aktuelle Wärme oder Sonnenstunden auch empfinden, so befremdlich ist es auch. Der Mensch, vergisst leider schnell und passt sich an (Konzept der shifting baselines, nach Welzer).


Ein Blick auf die Durchschnittswerte (bezogen auf Leipzig, gefunden bei Wetterkontor) hilft weiter und macht das dramatische Ausmaß, dass auch die statistischen Daten des Landesamtes für Umwelt und Geologie belegen deutlich.
Im Januar wurde eine Durchschnittstemperatur von 4,1 Grad ereicht, im Vergleich auf den Mittelwert der Jahre 1981-2010 ist das eine Abweichung von plus 3,7 Grad. Demgegenüber war der Februar und März mit jeweils einer Differenz von -2,7 Grad zum Durchschnittswert, kälter als erwartet.
Der April zeigte eine Abweichung von plus 4,4 Grad auf und ist statistisch gesehen, der wärmste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, der Mai zeigt bis jetzt eine Abweichung von plus 2,4 Grad auf.
In 3 von 5 Monaten fiel zudem signifikant zu wenig Niederschlag. Im Februar wurden gerade mal 8 Prozent der durschnittlichen Niederschlagsmenge erreicht. Im April 78 % und Mai bislang 72 %.
Diese Werte haben dramatische Auswirkungen auf die Vegetationsperioden. Die erstere verschiebt sich weiter nach vorne, bei gesamt steigenden Temperaturen und sinkender Niederschlagsmenge, was sich auf die Kosten der Lebensmittel auswirken wird. Die zusätzliche Bewässerung der Felder produziert Kosten. Parallel dazu werden auch die Trinkwasserkosten weiterhin deutlich ansteigen, zum Teil auch bedingt durch die Kosten der zusätzlichen Reinigung aufgrund des Einbringes von Nitraten und Sulfat durch Massentierhaltung und Überdüngung der Felder.
Die steigende Temperatur führt zur Zunahme von Extremwetterereignissen. Das Wissen um zunehmende Wetterextreme wird sehr stark von der Clausius-Clapeyron’schen Gleichung bestimmt, die besagt, dass bei der Erwärmung um 1°C je nach Temperatur in der unteren Atmosphäre 6 bis 8 Prozent mehr Wasserdampf in der Luft gehalten werden kann, bevor Wolkenbildung einsetzt. Also müssen bei noch höheren Temperaturen noch heftigere Wolkenbrüche auftreten (Zitat Prof. Dr. Hartmut Graßl, auf Klimaretter).
Einfach ausgedrückt umso wärmer es ist, umso stärker kann die Luft Feuchtigkeit aufnehmen, die im Falle von Regen wieder abgegeben wird. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit von temporären Hochwasserereignissen.
Und dieser Trend setzt sich seit Jahren ungebrochen fort. Schaut man sich die Prognosen, bei der Annahme konstanter Entwicklung an, wird man davon ausgehen können, dass Teile von Sachsen zur Steppe werden und natürlicher Wintersport ausgeschlossen ist.
Umso mehr muss uns zu denken geben, wie wenig bislang zur Klimaanpassung und gegen die Klimaerwärmung getan wird. Die Folgen davon kann jeder Mensch schon heute spüren.
Und jeder Mensch hat es in der Hand mit seinem Handeln zu einem Wandel beizutragen und ressourcenschonend zu leben.
Und daher vielleicht nur soviel: wer meint hohe Temperaturen durch eine Klimaanlage abuzmildern versucht auch das auftauen von Gletschern mit einem Föhn zu stoppen.
In dem Sinne: Auf einen heißen Sommer.

 

 

Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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