Die Stille Katastrophe – Umweltzerstörung im 21. Jahrhundert.

Vielleicht ist es notwendig anhand nüchterner Zahlen eine Katastrophe zu beschreiben. Eine Katastrophe, die sich so langsam vollzieht, dass wir sie kaum mit bekommen.
Dank der menschlichen Fähigkeit der Anpassung, bekommen wir die veränderten Umweltbedingungen nicht mit. Die „shifting baselines“ vermitteln eine neue Normalität.


In dieser neuen Normalität ist die Menge an Insekten innerhalb der letzten 20 Jahre um mehr als 80 % zurückgegangen und ganze Arten sind verschwunden. Arten, die für die Bestäubung von Pflanzen und damit die Fruchtfolge unabdingbar sind, Arten die die Grundlage für weitere Arten, insbesondere Vögel, in der Nahrungskette sind.

In dieser neuen Normalität sind seit 1980 mehr als 300 Millionen Brutpaare von Vögeln verschwunden. Fast alle Wiesen und Ackervogelarten gelten inzwischen als bedroht, weil es kaum noch natürliche Wiesen und Äcker mehr gibt.

In dieser neuen Normalität sind ganze 6,6 % der Fließgewässer in Deutschland in einem guten Zustand. Der übergroße Teil ist durch Begradigung und Überdüngung und Einbringung von Schadstoffen in einem, schlechten Zustand, was sich wiederum auf die Flora und Fauna auswirkt.

Eine Landwirtschaft, die auf Masse ausgerichtet ist, in der der Einsatz von Pestiziden normal ist, wobei die Menge immer weiter erhöht werden muss, da sich resistente Keime bilden und die Natur sich anpasst, schadet uns.

Eine Überdüngung durch Gülle aus Güllewannen, auf stinkenden Feldern, als Reststoffe der Massentierhaltung, die bereits jetzt dazu führen, dass die Wasserpreise massiv ansteigen weil Nitrat die Grundwasserspeicher belastet, schadet uns.

Eine Begradigung von Flüssen und Feldrainen um kurzfristig höhere Profite einzufahren, führt zum Verschwinden von ökologischen Nischen, schadet uns.

Angesichts dieser Herausforderung und dieser massiven Umweltzerstörung in den letzten Jahren ist es verwunderlich, dass es kaum einen Aufschrei gibt.

Diese Herausforderungen lassen sich auch nicht mit einem klein/ klein lösen sondern nur mit einem radikalen Umdenken. Subventionen im Landwirtschaftsbereich müssen an ökologische Voraussetzungen geknüpft werden. Der Einsatz von Pestiziden muss massiv eingeschränkt werden, perspektivisch kann nur ein Stopp des Einsatzes von Pestiziden stehen. Massentierhaltung ist weder aus ethisch/ moralischer Sicht, noch aus Umweltschutzgründen tragbar.

Das muss getan werden.

Wir alle entscheiden durch unser tägliches Konsumverhalten mit. Wir alle tragen die Verantwortung unsere Umwelt und unsere Lebensgrundlagen zu schützen.

Tun wir dies nicht- wird es keine Zukunft mehr geben.

 

 

 

 

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Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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