Kein Laden ist je vergessen – RIP #4rooms

Mit dem 4 Rooms ist ein weiteres Kleinod in Leipzig gestorben. Das 4 Rooms war nicht nur eine Kneipe oder Konzertstätte. Das 4 Rooms war immer mehr als das.

Unwirtlichkeit. Die Räume sind leer. Hier wo gerade noch gefeiert wurde, klafft die Leere der Räumung. Die Luft schmeckt nach der Vergangenheit, von wilden Nächten, kalten Rauch und heißen Feiern. Alle waren sie hier: die Fachschaften, die hier Weihnachten feierten, die Crews die hier Partys zelebrierten und Rä ume, die die ganze musikalische Bandbreitete ausloteten zwischen Reggae bis Black Metal über Electro und Gothic. Alle waren sie hier, in dieser Ansammlung verwinkelter Möglichkeiten.
Selbst die SPD hat hier gefeiert und die Nahles hat gesprochen.

Soviel Erinnerung. 13 Jahre – Möglichkeiten, Liebe und Feiern. Wieviel Beziehungen sich hier fanden, Menschen sich trösteten und Andere die kamen um den Frust zu vergessen, wieviele Bands hier auftraten? Unendlich viele Geschichten und Erinnerungen – Glück und Leid.

Und jetzt, wo die Sonne durch den Frost ihre Strahlen in die kahlen Räume wirft ist alles vorbei – Geschichte und Vergangenheit.

Warum? Keiner weiß es. Ein Eigentümer, der nicht reden will und seine Pläne nicht preisgibt. Es geht um einen Verkauf wird gemunkelt. Subkulturen stören da nur, wie an so vielen Stellen. Die Stadt verändert sich, wächst. Altes muss weichen, Neues entsteht. Ob, die Menschen es wollen hat niemand gefragt. Ob jede Entwicklung immer eine Entwicklung zum besseren ist?

Wir müssen uns stärker einmischen. Dürfen nicht resignieren. Unsere Verantwortung ist es auch, wie sich die Stadt entwickelt und in welcher Gesellschaft wir leben und leben wollen. Trotzige Worte zum Abschied.

Die Hausverwaltung notiert akribisch was sie als Schaden begreift. Geschichte verkommt zu einer Notiz über nicht verschlossene Dübellöcher.

13 Jahre – 13 gute Jahre, soviele Menschen waren hier, kamen an, fanden hier ein zweites zu Hause und kaum ein Student, der die Räume nicht kannte.

Das was fehlt, lässt sich nicht kartografieren.
Ein Raum mehr der verschwunden ist und wieder weniger Möglichkeiten.

Und jetzt bekommen die Betreiber vielleicht noch Stress wegen unverputzter Dübellöcher? Unwirtlichkeit. Und wir, die wir hier waren und das Ende nicht verhindern konnten, sagen Danke.

Danke, denjenigen die über Jahre das alles möglich gemacht haben, die da waren für uns, die Crews, die hier Partys feierten und uns unvergessliche Nächte schenkten, die Betreiber, die die Räume geöffnet haben und all den Menschen, die dazu beigetragen haben, dass es hier soviele Möglichkeiten gab.

Danke, dass es euch gab – Kein Laden ist je vergessen.

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Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

3 Kommentare zu „Kein Laden ist je vergessen – RIP #4rooms“

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