Umgang mit den Neuen Rechten.

Liebe Menschen,
ich verstehe völlig, dass ihr euch über die Aussagen der AfD aufregt und heftige Kritik am Zerrbild eines CSU Poltikers habt und über die rassistischen Äußerungen so manchen Kommunalpolitikers tobt. Vieles davon regt mich auch auf.

Aber euch sollte klar sein, dass ihr wenn ihr die Personen namentlich mit ihrer inhaltlichen Position wiedergebt, ihr zu deren Verbreitung beitragt und Ihnen damit Reichweite verschafft. Auch die Wiederholung einer Position, wenn auch verbunden mit deutlicher Ablehnung, ist eben eine Reproduktion.

Dies bedeutet nicht, dass man irgendetwas von dem Gesagten ignorieren soll aber man muss eine kluge Auseinandersetzung wählen und finden.

Zur AfD:

Die AfD ist im Kern eine faschistische Partei, die Teile der Grundrechte abschaffen will. Sie wird nicht trotz sondern wegen der menschenverachtenden Äußerungen ihrer sogenannten Spitzenpolitiker gewählt und sie suhlt sich in ihrer Opferrolle.

Strittig in der AfD ist nur, wie offen man menschenverachtend sein darf oder ob man mit zu offensichtlich zur Schau getragenen Rassismus nicht vielleicht doch Wähler verliert. Inhaltlich und ideologisch ist die AfD eine aus meiner Sicht nicht verfassungskonforme Partei.

Es bringt auch nichts mit der AfD oder Neuen Rechten zu diskutieren. Diskussion setzt die Bereitschaft voraus, sich die Position des Anderen wenigstens anzuhören und dessen Argumente zu prüfen.

Die Neuen Rechte geben vor, dass sie diskutieren wollen, sie wollen aber nur Recht haben. Mit Ihnen zu diskutieren heißt eben dann auch, dass man Ihnen eine Bühne bietet.

 

Zur CSU:
Dobrindt bedient sich in seinem Vokabular des Duktus der Neuen Rechten, indem er von der „konservativen Revolte“ und „elitären Linken“ spricht. Dies klingt gerade so als sei es direkt aus der Feder von Götz Kubitschek und seinem Institut für Staatspolitik, dass im Netz der Neuen Rechten eine tragende Rolle einnimmt und nichts weiter will als eine nationalrevolutionären Sturm entfachen um das „bestehende System“ hinwegzufegen.

Dobrindt, der wie einige Konservative dem offensichtlichen Trugschluß unterliegt, dass man dadurch an die AfD verlorene Wähler zurückgewinnen kann, trägt damit gezielt zur Verbreitung deren Topoi bei und macht sie mithin stark.

Inhatlich gesehen ist die Aussage von Dobrindt zudem großer Mumpitz und er verwechselt Konservativismus mit Reaktionismus. Die Äußerungen sind damit vor allen Dingen fortschrittsfeindlich.

Und wir?
Unsere Reaktion darauf darf sich aber nicht erschöpfen vorzubeten, wie schlimm das alles ist sondern muss progressive eigene Vorstellungen enthalten. Dabei sollten gerade nicht die Positionen der Menschenfeinde weiterverbreitet werden.

Die Antwort auf die Herausforderungen der Neuzeit liegt eben nicht in der Rückkehr zu neuen Grenzen und zum Nationalismus sondern in der Vertiefung Europas und einer engeren und besseren Zusammenarbeit der Staaten.

Mit dem was gerade passiert sind wir dabei unsere Zukunft zu verspielen. Und Zukunft lässt sich nicht mit bewältigen indem man sich in eine unwiderbringlich beendete Vergangenheit flüchtet.

Anmerkung: Wer immer noch der Mär anhängt, dass man die Positionen der Neuen Rechte selber aufgreifen müsste blickt bitte nach Frankreich und wer meint, dass eine Beteiligung von Rechten diese entzaubert schaut bitte nach Österreich.

Die Thesen werden immer wieder vertreten und sie werden dadurch nicht richtiger.

Die Grund- und Menschenrechten verteidigt man indem sie selbstbewußt lebt und entsprechend handelt.

 

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Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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