In Andenken an meinen Vater

Vor einem Monat starb mein Vater an Krebs. Er war einer der bedeutendsten Köpfe der Leipziger Umweltbewegung.
Sein ganzes Leben hatte er der Umwelt gewidmet. Pflanzte Bäume, führte hunderte Exkursionen in die Natur zu Vögeln und Fledermäusen, gab Expertisen ab und versuchte immer wieder Menschen für den Schutz der Natur zu begeistern. In dem was er tat war er eins immer: unbequem im besten Sinne des Wortes, streitbar in der Sache aber immer mit Leidenschaft dabei.

In Leipzig hat er den Ökolöwen mitgegründet, hatte 7 Jahre lang den Naturschutzbund geleitet und am Ende Führungen für den BUND Leipzig organisiert. Nebenbei hat er Bücher geschrieben, Kurse an der Volkshochschule gegeben und an der HTWK als Dozent gearbeitet. Er war gelernter Chemie- und Biologielehrer mit einem Doktortitel, arbeitete im Bereich der Jugendforschung und später auch als Arbeitsmarktsoziologe.

Neben dem Schutz der Umwelt hat er sich auch und gerade für Jugendliche und Freiräume stark gemacht und gegen das System Hartz IV angeschrieben und gekämpft.

Welche Leistung er erbracht hat, lässt sich vielleicht erst im Nachhinein beurteilen.

Seit der Nachricht seines Todes gingen bei uns dutzende Trauerkarten ein und hunderte Menschen haben kondoliert. Freunde, die sich erinnerten, alte Freundschaften von mir, die erzählten welche Wirkung das Treffen mit ihm hatte und die berichten, wie auch sie nun versuchen die Liebe zur Natur ihren Kindern zu vermitteln, Schulklassen, die ihre Bestürzung äußerten, Politiker, Professoren, alte Arbeitskollegen und so viele mehr.

Gemeinsam mit dem Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. haben wir eine Spendenaktion einberufen unter dem Motto
„1 Baum für Leo“. Bislang haben mehr als 70 Menschen gespendet und was ein Baum werden sollte wird am Ende ein kleiner Hain von Bäumen, die wir wahrscheinlich Anfang des Jahres pflanzen werden.

Im Namen meiner Familie möchten wir euch allen da draußen, die Anteil genommen haben, die gespendet haben oder noch spenden werden Dank sagen. Es kann den Verlust eines besonderen Menschen nicht lindern aber es kann helfen.

Mein Vater, wenn er noch Leben würde, hätte sich gefreut, er hätte zum Ausdruck gebracht wie wichtig der Schutz unserer Umwelt ist. Und diese Bäume, die wir pflanzen werden vielleicht die Welt nicht retten aber sie sind immer ein Zeichen der Hoffnung.

Morgen 11 Uhr findet in der Alten Schlosserei die öffentliche Trauerfeier statt mit der Möglichkeit Abschied zu nehmen.

Das letzte was wir euch zurufen möchten: Handelt wie er gehandelt hätte, denn das hätte ihn am meisten gefreut: Schützt die Natur und die Umwelt, geht nicht achtlos mit ihr um, denn sie ist alles was wir haben

 

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Autor: juergenkasek

Lebe lieber ungewöhnlich. Rechtsanwalt, Politiker, Aktivist, Umweltschützer, Blogger, Sportler

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